Innovative Partnerschaft

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17.12.2015

Innovative Partnerschaft

TU Darmstadt und Israel Institute of Technology kooperieren

Die TU Darmstadt und das Israel Institute of Technology (Technion) knüpfen enge Beziehungen in der Forschung und tauschen sich auf dem Gebiet des Gründungsmanagements künftig intensiv aus. Professor Jürgen Rödel, TU-Vizepräsident für Forschung, und Professorin Mira Mezini, TU-Vizepräsidentin für Wissens- und Technologietransfer, berichten von den Ergebnissen und Eindrücken ihres dreitägigen Besuchs in Haifa.

Blick auf den Campus des Technions in Haifa, Israel. Bild: Technion - Israel Institute of Technology
Blick auf einen Teil des Technion-Campus in Haifa. Bild: Technion – Israel Institute of Technology

Wie ist die Reputation von Technion in Israel und international zu bewerten?

Mira Mezini: Technion ist einerseits mit Abstand die leistungsfähigste und beeindruckendste Universität Israels in den Ingenieurwissenschaften. Sie bildet rund 70 Prozent aller israelischen Ingenieure aus. Die Absolventen prägen die industrielle Infrastruktur des Landes, insbesondere den Hightech-Sektor, und stellen die Top-Manager der bedeutendsten Unternehmen. Und im internationalen Maßstab genügt schon ein Blick auf das Shanghai-Ranking. Hier zählt Technion zu den Top-100, in der Informatik belegt es Rang 18.

Jürgen Rödel: Aktuell kommen drei aktive Nobelpreisträger von Technion. Die Institution entsendet in die Nationale Akademie für Ingenieurwissenschaften der USA die zweithöchste Zahl an ausländischen Mitgliedern. Wir haben Technion als einen der weltweit besonders innovativen Vorreiter in der Informatik und auf dem Feld des Transfers kennen gelernt.

Mezini: Rund jeder vierte Technion-Absolvent gründet im Laufe seiner beruflichen Karriere ein eigenes Start-up. In einer aktuellen Studie des MIT belegt Technion im weltweiten Vergleich bei den Indikatoren Innovation und Entrepreneurship Rang sechs.

Prof. Dr. Jürgen Rödel, Vizepräsident für Forschung, und Prof. Dr.-Ing. Mira Mezini, Vizepräsidentin für Wissens- und Technologietransfer. Bild: Katrin Binner
Prof. Dr. Jürgen Rödel, Vizepräsident für Forschung, und Prof. Dr.-Ing. Mira Mezini, Vizepräsidentin für Wissens- und Technologietransfer. Bild: Katrin Binner

Sie haben im Rahmen Ihrer Delegationsreise ein umfangreiches Memorandum of Understanding unterzeichnet. Was wurde konkret vereinbart?

Mezini: Gemeinsam mit dem Fachbereich Informatik der TU Darmstadt werden wir ein Dual PhD Degree etablieren. Außerdem werden wir die fachliche Kooperation zu Themen der IT-Sicherheit deutlich ausweiten: Es wird eine Kooperation zwischen dem Profilbereich CYSEC der TU Darmstadt und des dortigen Zentrums für IT Sicherheit etabliert – hier erwarten wir auch die ersten Dual PhDs. Die Wissens- und Technologietransfer-Einheiten unserer Universität und von Technion werden Erfahrungen teilen und sich eng abstimmen. Um Fragen der Gründerkultur und Gründungsförderung intensiver zu bearbeiten, steht die Einbindung des Gründungszentrums HIGHEST der TU Darmstadt in ein etabliertes Netzwerk der Transferstelle von Technion mit herausragenden Universitäten in Frankreich, Südkorea und Italien bevor. Und schließlich sollen auch unsere Studierenden profitieren: Ein Austauschprogramm für Masterstudierende und ein Förder-Antrag im Rahmen des Erasmus+-Programms steht auf unserer Liste der anzugehenden Aufgaben.

Rödel: Wir haben sehr spannende Forschungsfelder ausgelotet, die sich für eine Kooperation gut eignen und die Förderoptionen versprechen. Dazu zählen neben den Materialwissenschaften die Zukunftsthemen Wasser, Energietechniksysteme sowie Quantenphysik und die immer multidisziplinärer angelegten Neurowissenschaften.

Ihre Reise nach Israel zum jetzigen Zeitpunkt und ihr intensives Besuchsprogramm hatte auch eine symbolische Bedeutung…

Rödel: Ja, die Vereinbarung wollten wir ganz bewusst noch im Jahr 2015 unterzeichnen, im Jahr des 50-jährigen Jubiläums der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und Israel.

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