Die TU in Bewegung

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09.06.2016

Die TU in Bewegung

4.000 Universitäts-Angehörige feiern beim Campusfest TU meet & move

Sport, Spiel, Spaß, internationale Köstlichkeiten und Live-Musik: Das diesjährige Campusfest TU meet & move hatte den rund 4.000 Mitfeiernden viel zu bieten – bis ein Unwetter ihm gegen 17.15 ein Ende setzte. Ein Rückblick in Schlaglichtern.

Bilder: Patrick Bal und Paul Glogowski

Höher, schneller, weiter: die Uni-Olympiade

Bei der Uni-Olympiade treten acht Teams gegeneinander an. Sie tragen kreative Namen wie „Bananas in Pyjamas“ und „FSR Bruchpiloten“ und messen sich an acht Stationen, an denen Kraft, Geschick und Köpfchen gefragt sind. Unterwegs mit dem Team „Ballett ist ausgefallen“.

Lukas blickt besorgt nach oben. Das Seil, das er und sein Team „Ballett ist ausgefallen“ bei der Uni-Olympiaden-Station „Treeman“ – selbstverständlich gesichert – erklimmen sollen, reicht bis in zehn Meter Höhe. „Wenn ich da oben bin, verfalle ich in Schockstarre und komme nicht mehr runter“, befürchtet er. Zum Glück müssen nur vier der bis zu acht Olympioniken in einem Team die Aufgabe im Kletterwald bestreiten.

Und die Auswahl des Ballett-Teams überzeugt: Drei schaffen es bis ganz nach oben, nur einer gibt bei der Hälfte auf – das kostet ein paar Strafsekunden. Das Ergebnis: „Ballett ist ausgefallen“, bestehend aus wissenschaftlichen Mitarbeitern und einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin des Instituts für Arbeitswissenschaft, Fachbereich Maschinenbau, zieht mit der momentanen Bestzeit vom Feld.

Auch bei der Laufraupe – vier Teammitglieder müssen sich ein einer zusammengenähten Plane so schnell fortbewegen wie möglich – und bei Erklimmen des Mattenturms in der Turnhalle schneiden die „Ballerinas“, die sich dem Namen gerecht anfeuern mit Rufen wie „Schön im Tanzschritt“ – gut ab. Beim Auftaktspiel gegen das Präsidium, bei dem geschätzt werden musste, wie weit die internationalen Partnerunis der TU Darmstadt voneinander entfernt liegen, lagen Ilka, Ingmar, Lukas, Marco, Aqeel, Flo und Andreas dreimal am nächsten dran.

Nicht ganz so gut läuft es an der Station „Bleistiftschnipsen“. Hier geht es im Duell mit einem anderen Team darum, dass mehr Bleistifte des eigenen Teams auf einem in zwei Metern Entfernung stehenden Tisch liegen bleiben. Die „Bananas in Pyjamas“ liegen mit 3:0 Stiften in Führung, als es Ingmar mit dem letzten Wurf gelingt, doch noch einen zu platzieren.

Am Ende der acht Stationen ist das Team „Ballett ist ausgefallen“ zufrieden. Viel Zeit zum Erholen haben die WiMis allerdings nicht: „Die meisten von uns machen noch beim Ultra-Marathon mit“, sagt Ingmar. Dieses Sporthighlight fiel dann allerdings kurz nach dem Startschuss dem einsetzenden Gewitter zum Opfer.

Die Anstrengungen bei der Uni-Olympiade waren von Erfolg gekrönt: „Ballett ist ausgefallen“ gewann vor Team Office Fresh Up und Team Stahlbau.

Bettina Bastian



Bild: Paul Glogowski
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Meet & Feed

Lieber kurdische oder doch äthiopische Spezialitäten probieren? Eines der Highlights von TU meet & move ist die International Corner mit der nicht alltäglichen Möglichkeit, selbstgemachte Speisen aus aller Welt zu probieren. Doch schmeckt das auch? Eine Kostprobe.

Die internationalen Stände reihen sich rechts und links einer imaginiären Straße auf, dank der vielen Besucherinnen und Besucher ist das Ende nicht in Sicht – satt werde ich auf jeden Fall, aber vor allem bin ich gespannt auf kulinarische Entdeckungen. Ich beginne mit dem Stand von AIESEC. Das ist keine Gruppe aus einem bestimmten Land, aber eine, die Praktika in aller Welt an Studierende vermittelt. Auch nach Brasilien, und so ist jetzt Küche aus dem größten südamerikanischen Land angesagt. Die Vorspeise meiner Tour bildet Empadao, eine Art Chicken Pie. Entgegen dem Aussehen ist das Gericht eher leicht und würzig, wenig Teig mit viel Gemüse, geschmacklich dominieren Erbsen und Hähnchen.

Ein guter Einstieg, die Menüfolge wird jedoch von einem ersten Nachtisch unterbrochen – Brigadeiro. Das sind Bällchen aus einer Masse, die aus Schokolade und einer Art Kondensmilch besteht. Das Ganze wird in Schokoraspeln gerollt. Anders als es das Aussehen vermuten lässt, sind die Bällchen sehr weich und wandern umso schneller in den Mund. Meine geschmackliche Einschätzung: Ich könnte darin baden…

Weiter geht es bei den netten Herren vom Ägyptischen Verein Darmstadt. Hier steht ein Ofengericht auf dem Plan: Mesaa, Kalbfleisch mit Zucchini, Auberginen, Zwiebeln, Knoblauch und Tomaten. Dazu gibt es Reis mit Linsen und Kichererbsen (Kuschari), als Krönung noch eine Falafel. Das Gericht ist genauso reichhaltig, wie es sich anhört. Der Mann hinter dem Tresen gießt auch ordentlich rot-glänzendes Fett auf den Teller, drei Löffel, vier Löffel… Geschmacklich ist es nicht so würzig, wie ich erwartet hätte. Was kein Vorwurf sein soll, denn alles passt gut zueinander, die Falafel ist schön knusprig. Den nussbewehrten und fettglänzenden Nachtisch der Ägypter ignoriere ich mal, als nächstes steht indische Küche auf dem Programm. Die ist auch nicht leicht, aber hier mache ich vegetarisch weiter.

Die Darmstadt Indian Association e.V. ist gut vorbereitet, inklusive Menükarte und Zutatenliste. Ich probiere Chole Chaat. Dessen Kern sind mit Kartoffeln und Erbsen gefüllte Teigtaschen, dazu frische Kräuter und Joghurt. Die vielen Kichererbsen unter dem Joghurt habe ich vorher irgendwie nicht gesehen. Selten habe ich so ein umfassendes Essen probiert. Gefühlt sind alle Geschmacksrichtungen vertreten, von exotisch bis vertraut, von scharf bis mild. Die Zutatenliste ist auch beeindruckend: Chillischote, Ingwer, Tomaten, Knoblauch, Kreuzkümmel, Koriander…

Das waren jetzt wirklich genug Hauptgerichte, aber Nachtische müssen noch sein.

Bei der Tunesischen Akademiker Gesellschaft Hessen e.V. gibt es Krima, einen Pudding mit Keksen, der an Feiertagen gegessen wird. Es schmeckt wie Pudding mit Keksen. Vielleicht ein wenig leichter, ich vermute, es ist keine Milch drin. Auf jeden Fall ist das Gericht massenkompatibel und man könnte es sich gut in der Mensa vorstellen.

Festere Konsistenz erwartet mich am Stand des Kurdischen Studierendenverbands. Kek ähneln kleinen Muffins, aber der Teig wird etwas anders gemacht, wie mir erklärt wird. Darin sind auch Nüsse, Rosinen und die Schale von Orangen und Zitronen. Das Ergebnis ist schön wuchtig-süß.

Ich breche den Selbstversuch lieber mal ab. Eine äthiopische Hauptspeise oder den griechischen Grillteller probiere ich nächstes Jahr aus. Jetzt brauche ich Bewegung. Aber da bin ich bei TU meet & move sowieso richtig.

Paul Glogowski



Einfach mitmachen

Schottischer Volkstanz und französisches Stockfechten „Canne de Combat“ waren nur zwei der ungewöhnlichen Sportarten, die man beim Campusfest ausprobieren konnte. Ein Selbstversuch.

Helles Klappern von Holz auf Holz auf dem Nebenfeld. Zwei Stockfechter – die diesen Sport auf Wettkampfniveau betreiben – wirbeln umeinander und zeigen, was „Canne de Combat“ ausmacht: Eleganz, Schnelligkeit und der übergangslose Wechsel von Verteidigung zu Angriff mit der Anmutung eines spielerischen Tanzes. Die Besucherinnen und Besucher dürfen einige der sechs Grundschläge auf dem Nebenfeld in Zeitlupe nachvollziehen und lernen schnell: Fairness, Kondition und exzellente Körper- und Technikbeherrschung gehören auch noch dazu, um mit dem 95 Zentimeter langen, glatt geschmirgelten Kampfstock aus französischem Kastanienholz Treffer zu landen.

Der Sport entstand etwa im 19. Jahrhundert, als man Adeligen und Bürgern in Frankreich das Tragen ihrer Waffen untersagte. Die fochten fortan mit ihren Spazierstöcken, und der Rest ist Sportgeschichte. Heute ist „Canne“ vor allem in Frankreich populär, Darmstadt gehört zu den wenigen Hochburgen in Deutschland. Wer „Canne“ ausprobiert hat, nimmt nicht nur etwas Muskelkater für den nächsten Tag mit, sondern vor allem Eindrücke von einer tollen, leider noch recht wenig bekannten Sportart. Weitermachen empfohlen!

Sport und soziales Ereignis

Schotten sind genügsam. Sechs Leute und ein „wee bit“ Musik, mehr braucht es nicht für ausgelassenen Spaß beim Schottischen Volkstanz, beim Scottish Country Dance. Zum Reinschnuppern bleibt heute bei TU meet & move jegliche Schritt-Technik außen vor, stattdessen geht es gleich mit einem Tanz in Kreisaufstellung los. An Tanzpartnerin oder -partner sollte man sich besser nicht zu sehr gewöhnen, denn die sind ein paar Takte später weitergezogen – eine gute Gelegenheit, den oder die nächsten mit einem strahlenden Lächeln zu begrüßen und sich in Drehungen und Promenaden zu verwickeln. Scottish Country Dance ist von jeher genau so sehr Sport wie soziales Ereignis, und das merkt man den Tänzen auch an.

Der zweite Schnuppertanz läuft in schottentypischer Aufstellung – „Herren“ und „Damen“ in zwei Reihen einander gegenüber, die dann miteinander Figuren durchtanzen und paarweise Plätze tauschen. Klingt kompliziert und förmlich, ist es aber nicht. Fehl- und Frühstarts sorgen für jede Menge Gelächter, und beim Schlussakkord stehen alle wundersamerweise wieder am ursprünglichen Platz. Übungsleiterin Verena freut’s: „Der Tanz war schon ziemlich anspruchsvoll. Super gemacht.“ Schottland für Einsteiger übrigens nicht nur in der Gymnastikhalle, sondern auch draußen vor den Hallenfenstern: von Sonne auf Sauwetter (schott.: rumballiach thunder plump) in weniger als fünf Minuten. Eine echte Highland Experience zum Abschluss von meet & move also.

Silke Paradowski

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