Möglicher Zuwachs bei LOEWE

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23.06.2016

Möglicher Zuwachs bei LOEWE

TU mit zwei neuen Schwerpunkten in der Informatik und Mathematik im Rennen

Die TU Darmstadt hat gute Chancen, weitere Forschungsschwerpunkte einrichten zu können, die im Rahmen der LOEWE-Forschungsförderungsprogramms des Landes Hessen finanziell gefördert werden. Wie das hessische Wissenschaftsministerium mitteilte, ist die TU im Rahmen der 10. Auflage von LOEWE aufgefordert, bis zum 1. Dezember für zwei Vorhaben in der Informatik und Mathematik Vollanträge einzureichen.

Bild: Sibylle Scheibner
Eines der beiden TU-Projekte, die einen Vollantrag für die 10. Auflage von LOEWE stellen sollen, hat die schnelle Verfügbarkeit geeigneter Software für die Industrie zum Inhalt. Bild: Sibylle Scheibner

Die TU-Projekte „Software-Factory 4.0“ und „Uniformisierte Strukturen in Arithmetik und Geometrie“ sind für die 10. Förderstaffel von LOEWE („Landesoffensive zur Entwicklung wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz“) nominiert – dies hat die LOEWE-Verwaltungskommission auf Basis externer Gutachten und der Förderempfehlung des LOEWE-Programmbeirats entschieden. Nun müssen die wissenschaftlichen Koordinatoren der TU bis Anfang Dezember Vollanträge vorlegen.

Wesentlich beteiligt ist die TU Darmstadt darüber hinaus an dem Antrag für das LOEWE-Zentrum „Next Generation Additive Manufacturing“, den federführend das Fraunhofer-Institut für Grafische Datenverarbeitung Darmstadt koordiniert. Der Fachbereich Maschinenbau der TU Darmstadt wirkt mit in dem von der Universität Kassel skizzierten Projekt „Hochleistungskomponenten aus Aluminiumlegierungen durch ressourcenoptimierte Prozesstechnologien“.

Software-Factory 4.0

Software-basierte Systeme spielen längst eine zentrale Rolle in der industriellen Produktion, etwa für die Zuverlässigkeit von Transportsystemen und bei der Nutzung von Informationen und Diensten. Die korrekte Funktionsweise, Effizienz und Sicherheit von Software können ausschlaggebend sein, wenn es um finanziellen Gewinn oder Verlust geht. Die rechtzeitige Verfügbarkeit von Software in geeigneter Qualität ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für Unternehmen und Wirtschaftsräume sowie eine Notwendigkeit für das funktionierende Zusammenleben in modernen Gesellschaften.

Der unter „Industrie 4.0“ firmierende Paradigmenwechsel in der industriellen Produktion und in der elektronischen Verarbeitung von Informationen („Big Data“) lässt sich nur mit Hilfe geeigneter und verbesserter Softwaresysteme verwirklichen, die auch dem rasanten Wandel von Hardware- und Middleware-Plattformen gerecht werden.

Das von Informatik-Professor Heiko Mantel koordinierte Team setzt darauf, durch gezielte und weitgehend automatisierte Anpassung existierender Software an neue Anforderungen und veränderte technische Rahmenbedingungen eine schnellere Verfügbarkeit geeigneter Software zu ermöglichen. Durch Re-Engineering ergeben sich Chancen für Kostensenkungen, außerdem kann in Programmen implizit vorhandenes Know-how der ursprünglichen Entwickler weitgehend erhalten werden, auch wenn dieses nicht präzise dokumentiert wurde.

„Uniformisierte Strukturen in Arithmetik und Geometrie“

Das Konzept der Uniformisierung geht auf Arbeiten von Mathematikern aus dem 19. Jahrhundert zurück. Sie wurden von der Idee geleitet, ein global kompliziertes geometrisches Objekt durch ein deutlich einfacheres zu ersetzen, ohne die lokale Struktur zu verändern. Die Komplexität wird dabei durch Symmetrien kodiert. Das Konzept der Uniformisierung verbindet heute zentrale Aspekte der Geometrie, Algebra und Zahlentheorie.

Ziel des von Mathematik-Professor Jan Hendrik Bruinier koordinierten Schwerpunkts ist es, durch die Verbindung verschiedener Techniken der Uniformisierung neue Einsichten zu arithmetischen und geometrischen Klassifikationsproblemen zu erlangen. Gegenstand der Untersuchungen sind dabei algebraische Varietäten, also Lösungsmengen von Gleichungssystemen, die durch Polynome gegeben sind. Die Ergebnisse sind relevant etwa für die an der TU Darmstadt verankerte und international sichtbare Forschung im Bereich Kryptographie und IT-Sicherheit, ferner für Gebiete der Physik. Partner der TU Darmstadt in dem geplanten Schwerpunkt ist die Goethe-Universität Frankfurt am Main.

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