Umgang der Türkei mit Wissenschaftlern

Verbunden bleiben

29.07.2016

Umgang der Türkei mit Wissenschaftlern

Stellungnahme des Hessischen Wissenschaftsministers und hess. Hochschulen

Der hessische Wissenschaftsminister Boris Rhein sowie die Präsidien der hessischen Hochschulen haben heute eine Pressemitteilung zum Umgang der Türkei mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern veröffentlicht. Die TU Darmstadt gehört zu den Unterzeichnern der Stellungnahme, die wir hier im Wortlaut dokumentieren.

Zentrales Verwaltungsgebäude der TU Darmstadt am Karolinenplatz 5. Bild: Patrick Bal
Die Stellungnahme wird von allen hessischen Universitäten und Hochschulen unterstützt. Bild: Patrick Bal

Wiesbaden, Marburg, Darmstadt, 29. Juli 2016 – Der hessische Wissenschaftsminister Boris Rhein sowie die Präsidien der hessischen Hochschulen sehen mit großer Sorge, dass die türkische Regierung in erheblichem Maße in die Strukturen der Hochschulen eingreift, zahlreiche Hochschullehrer/innen einer Gegnerschaft zum türkischen Staat verdächtigt und sie daher persönlich verfolgt.

Minister Boris Rhein und die Präsidien protestieren nachdrücklich gegen die Suspendierungen und Inhaftierungen von Wissenschaftler/innen in der Türkei. Ihre Verbundenheit und Solidarität gilt den betroffenen Wissenschaftler/innen sowie den Studierenden der türkischen Hochschulen, die sich für ein Wissenschaftssystem einsetzen, das auf der Freiheit von Forschung und Lehre basiert.

Für alle Wissenschaftler/innen an hessischen Hochschulen mit türkischer Staatsangehörigkeit, die von staatlichen Stellen in die Türkei zurückgerufen wurden, stehen die zuständigen Stellen der Hochschulen mit ihren Fachleuten für Internationale Angelegenheiten gerne bereit.

Die Beziehungen der hessischen Hochschulen zur Türkei zeichnen sich durch zahlreiche enge Kooperationen in der Forschung und einen intensiven Austausch von Studierenden und Wissenschaftler/innen aus. Minister Boris Rhein und die Präsidien hoffen, dass die Hochschulen in naher Zukunft an die bestehende gute und produktive Zusammenarbeit anknüpfen können.

In den letzten Jahren ist die Zahl der Austauschstudierenden zwischen Deutschland und der Türkei stetig gewachsen. Die Hochschulen in Hessen haben ein großes Interesse daran, den Studierenden beider Länder auch weiterhin zu ermöglichen, wertvolle akademische und kulturelle Erfahrungen durch Auslandsaufenthalte in Deutschland bzw. in der Türkei zu sammeln.

Für unsere türkischen Partner und Freunde kommt es gerade in dieser schwierigen Zeit darauf an, dass wir die Kontakte nicht abreißen lassen und gemeinsame Projekte, Aktivitäten und die Mobilität von Wissenschaftler/innen und Studierenden im Rahmen der Gegebenheiten soweit wie möglich erhalten.

Minister Boris Rhein und die Präsidien der hessischen Hochschulen schließen sich mit Nachdruck den Stellungnahmen der Hochschulrektorenkonferenz vom 20. Juli, der European University Association vom 19. Juli sowie des Deutschen Akademischen Austauschdienstes vom 20. Juli an.

Die Stellungnahme wird unterstützt von:

Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Technische Universität Darmstadt

Goethe-Universität Frankfurt am Main

Justus-Liebig-Universität Gießen

Universität Kassel

Philipps-Universität Marburg

Hochschule Darmstadt

Evangelische Hochschule Darmstadt

Frankfurt University of Applied Sciences

Hochschule Fulda

Technische Hochschule Mittelhessen

Hochschule RheinMain

Hochschule für Musik und Darstellende Kunst

Hochschule für Gestaltung Offenbach

Hochschule Geisenheim

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