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Jürgen Willmann, Robert Thieme und der Superproofer (Bild: GT+W)
Jürgen Willmann, Robert Thieme und der Superproofer (Bild: GT+W)

Jürgen Willmann und Robert Thieme

Die beiden ehemaligen Doktoranden am Institut für Druckmaschinen und Druckverfahren (IDD) an der Technischen Universität Darmstadt, Jürgen Willmann und Robert Thieme, haben während ihrer Promotion unter anderem eine neuartige Druckmaschine für gedruckte Elektronik entwickelt und umgesetzt. Inzwischen haben sie das Unternehmen GT+W GmbH in Darmstadt gegründet. Die enge Verbindung zur TU ist damit aber noch lange nicht abgebrochen.

Jürgen Willmann war von 2009 bis 2012, Robert Thieme von 2010 bis 2013 wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Prof. Dr. Edgar Dörsam am Institut für Druckmaschinen und Druckverfahren (IDD) der TU Darmstadt. Vor der Promotion studierte Willmann 2000 bis 2008 Wirtschaftsingenieurwesen mit Schwerpunkt Maschinenbau an der TU Darmstadt. Thieme studierte an der Technischen Universität Chemnitz Maschinenbau und war dort von 2005 bis 2009 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Print- und Medientechnik tätig. Am IDD gehörten die beiden Doktoranden zu einem Team, das gemeinsam mit weiteren Partnern des Spitzenclusters Forum Organic Electronics nach Umsetzungslösungen für gedruckte Elektronik suchte.

„Gedruckte Elektronik“ heißt, dass elektronische Funktionen auf eine ebene Fläche z.B. aus Metall, Glas oder aber auch Papier und andere Materialien aufgedruckt werden können. Das Ergebnis sind dann leuchtende Tapeten, gedruckte Auto-Antennen, smarte Lebensmittelverpackungen oder etwa biegsame Tabletcomputer. Die hier zum Einsatz kommenden Drucker müssen eine extrem dünne, geschlossene und fehlerfreie Schicht auftragen. Mit herkömmlichen Drucktechnologien ist das nicht möglich. Deshalb arbeiteten Willmann und Thieme an einem neuartigen Maschinen- und Antriebskonzept. 2012 war der Prototyp des sogenannten Superproofers fertiggestellt. Die kompakte Maschine eignet sich für Tests von neuen Funktionsfluiden und Druckprozessen. Das technische Prinzip ist aber von Beginn an so entworfen, dass es in vergrößerter Form auch als industrielle Fertigungsanlage umsetzbar ist. Neben dem Superproofer haben Willmann und Thieme am IDD 2013 außerdem ein besonderes Messverfahren für den Test von gedruckter Elektronik bzw. den dazugehörigen Oberflächen und Materialien entwickelt.

Mitte 2013 entschieden sich die beiden für eine Ausgründung aus der TU Darmstadt und gründeten die GT+W GmbH. Die Verbindung mit der Hochschule ist damit aber längst nicht abgebrochen. Die TU Darmstadt hat über das Gründungszentrum HIGHEST mit dem jungen Unternehmen einen Kooperationsvertrag abgeschlossen, der sich vor allem auf die Nutzung von Intellectual Property bezieht. Die Hochschule ermöglichte dem Spin-Off außerdem die Kommerzialisierung des genannten Messsystems. Weiterhin besteht ein nach wie vor enger und produktiver Kontakt zum IDD und zu Prof. Dörsam. Sowohl GT+W als auch das IDD profitieren von dieser Zusammenarbeit: Die neue Technologie und die damit gewonnenen Erkenntnisse laufen über den engen Kontakt wieder an die TU Darmstadt zurück.

Tina Enders