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Carsten Kratz

Carsten Kratz, Bild: Boston Consulting Group
Carsten Kratz, Bild: Boston Consulting Group

Mit vollem Einsatz und Fingerspitzengefühl zugleich hat er eine Spitzen-Position in der Unternehmensberatungs-Branche erreicht: Carsten Kratz führt seit Jahresanfang 2013 bei der Boston Consulting Group (BCG) das Management-Team für Deutschland und Österreich, Polen, Tschechien und Ungarn sowie Südafrika und der Platinion GmbH.

Carsten Kratz, geboren 1967 in Mannheim, wuchs in Italien auf. Dort besuchte er die Europäische Schule in Varese und machte 1985 Abitur. Von 1985 bis 1990 studierte er Wirtschaftsingenieurwesen mit Schwerpunkt Elektrotechnik an der TU Darmstadt.

Direkt nach dem Studienabschluss 1990 startete Kratz seine Laufbahn bei der Boston Consulting Group, einer weltweit führenden Managementberatung für Unternehmensstrategien. Im Rückblick nennt Kratz mehrere Gründe für seinen erfolgreichen Berufseinstieg: „Studium in einem vernünftigen Zeitraum an einer Top-Uni, Auslandsaufenthalte sowie Praktika und Werkstudententätigkeiten“. Seinen Weg, während des Studiums stets in den ersten zwei Monaten der vorlesungsfreien „unterwegs im Praktikum“ gewesen zu sein, empfiehlt er heutigen Studierenden gerne zur Nachahmung.

Projektarbeit zum Einstieg

Der Arbeitsalltag bei der BCG besteht für Berufseinsteiger in drei- bis viermonatiger Projektarbeit an einem speziellen Modul vor Ort beim Kunden. Wer länger dabei ist und sich zum Projektleiter weiterentwickelt, betreut parallel drei bis fünf Module. Voraussetzung für Leitungsfunktionen sind sehr gute soziale Kompetenzen: Wer hoch motivierte Charaktere im Team führen und Erfolge bei Kunden verzeichnen möchte, muss im Umgang mit Menschen viel Sensibilität und Überzeugungskraft entwickeln. Als Ingenieur habe man da im Vergleich zum MBA-Absolventen eine schwierigere Startposition, gesteht Kratz zu. Er jedoch hat genau diesen Weg eingeschlagen und gemeistert.

Von 1999 und 2006 leitete Kratz die Praxisgruppe Technology & Communications bei der BCG Deutschland. Seit 2006 gehört er dem Management-Team im Frankfurter BCG-Büro an und verantwortete dort zuletzt den Bereich Business Development. Im Fokus seiner Beratungstätigkeit für Industriekonzerne und DAX-Unternehmen stehen Themen wie Strategieentwicklung, operative Effizienzsteigerung, Sanierungen und Restrukturierungen sowie Post-Merger. Nun also die Ernennung zum Chairman des Management Teams für Deutschland und Österreich.

Planen lässt sich ein solcher Werdegang nicht. „Wenn Sie mir bei meinem Einstieg gesagt hätten, dass ich mal Deutschland-Chef von BCG werde, hätte ich gelacht“, sagt Kratz. Längst ist sein Arbeitsalltag geprägt durch ein sehr breites Aufgabenspektrum aus Führung, Kundenbetreuung sowie repräsentativen Funktionen. Wie sieht eine typische Woche aus? Montag Kundenbesuch, Dienstag Münchner Büro, Mittwoch mit Partner-Kollegen im eigenen Haus, Donnerstag Empfang von Kunden aus Hamburg, Freitag Frankfurter Büro.

(Stand: Januar 2013)

Tipps für TU-Studierende

BCG-Manager Carsten Kratz hat diese Ratschläge für Studierende und Absolventen parat:

  • Das wichtigste Kriterium für die Berufswahl ist, Spaß zu haben. Nur wer top ist und über das Minimal-Pensum hinausgeht, kommt auch weiter. Man kann auch mit Kunstgeschichte Karriere machen, wenn man zügig studiert und Praktika in Top-Galerien absolviert. Entscheiden Sie daher nach Ihren Vorlieben − und geben Sie dann Vollgas.
  • Ein internationales Profil ist wichtiger denn je. Denken Sie global und schauen Sie insbesondere Richtung Osten. Am besten planen Sie ein entsprechendes Auslandssemester oder ein Praktikum ein.
  • Sofern das Kriterium „Spaß“ erfüllt ist: Studieren Sie Wirtschaftsingenieurwesen, eine tolle Ausbildung!