Porträt_Breuer

Verbunden bleiben

Christoph Breuer

Christoph Breuer. Bild: Claus Völker
Christoph Breuer. Bild: Claus Völker

Bevor Christoph Breuer morgens sein Büro betritt, schnürt er erst mal die Laufschuhe und geht eine Runde joggen. Das Sportabzeichen hat der Professor sechsmal abgelegt. Auch ein Sportwissenschaftler muss sich fit halten – erst recht in einem zeitintensiven, neuen Amt. 1999 promovierte er an der Deutschen Sporthochschule Köln, 2004 wurde er zum Professor ernannt. Seinen Universitätsabschluss machte der gebürtige Ludwigshafener 1995 an der TU Darmstadt. Er hat Volkswirtschaftslehre studiert, Sport und Mathematik – zunächst auf Lehramt. »Das waren meine Neigungen schon in der Schule«, erzählt Breuer. Er wollte Sport- und Mathelehrer werden. Das klang nach einem klaren Jobprofil. »Doch schnell merkte ich, dass mich die Sportwissenschaften eigentlich mehr interessierten.« Im zweiten Semester wechselte Breuer das Fach und sah, dass er angekommen war. »Ich hatte meine eigentliche Leidenschaft entdeckt und wusste, dass ich an der Universität bleiben wollte.«

Exzellente Methodenausbildung

Darmstadt hat er in guter Erinnerung, vor allem seine Zeit in der Studenten-WG und im Wohnheim Karlshof. Als Hilfskraft arbeitete er bei den Sportpsychologen im Institut für Sportwissenschaften. Noch heute hat er Kontakt zu ehemaligen Kommilitonen. Der Fachbereich war klein, »ich fühlte mich gut aufgehoben«. Die exzellente Methodenausbildung in Darmstadt war seine Eintrittskarte für die Deutsche Sporthochschule. An der TU studieren rund 500 Sportler, in Köln 6.500. Die Domstadt ist die Adresse für Sportler und Sportwissenschaftler: Ein Viertel aller deutschen Absolventen macht den Abschluss dort. Nach einer Vertretungsprofessur in Chemnitz kehrte Breuer daher auch an den Rhein zurück. »Köln ist ein guter Ort für meine Forschungen«, betont er. »Die Uni ist sehr international.« Die sozioökonomischen Aspekte des Sports sind Breuers Arbeitsschwerpunkt. Er befasst sich beispielsweise mit der Dysfunktion des Spitzensports, also den Auswirkungen, die die Gesellschaft belasten. Ein Stichwort dabei ist Doping. Breuer ist Mitglied des Finance and Administration Committee der World Anti Doping Agency und Gründungsmitglied der European Sport Economics Association.

Zusammenarbeit in Darmstadt

Seit einem Jahrzehnt schon erforscht er die Entwicklung und Struktur von Sportvereinen, untersucht, wie effektiv das Sponsoring der Großindustrie im Sport ist, unter welchen Bedingungen Spitzentrainer arbeiten oder das Zusammenspiel von Sportanlagen und demografischem Wandel in Großstädten. Themen, die ihn übrigens zurück zu seiner alten Universität führten. An der TU hat er an der Akkreditierung neuer sportwissenschaftlicher Studiengänge mitgewirkt und auch beim Darmstädter Sportforum 2013 war Breuer als Referent eingeladen. Gesprochen hat er unter anderem über Doping.

(Stand: Februar 2015)

Astrid Ludwig