Portrait_Geipel

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Ines Geipel

Die deutsche Schriftstellerin Ines Geipel wurde am 07. Juli 1960 in Dresden geboren. Nach ihrer Schulausbildung an einer Internatsschule in Thüringen entschied sie sich 1977 für den Leistungssport. Anfang der 1980er Jahre wurde Ines Geipel Mitglied der DDR-Leichtathletik-Nationalmannschaft, musste jedoch ihre Karriere bereits 1985 aus politischen Gründen wieder beenden.

Sie ging nach Jena und studierte Germanistik an der Friedrich-Schiller-Universität. Nach ihrer Flucht aus der DDR im Jahr 1989 studierte sie Philosophie und Soziologie an der TU Darmstadt.

1996 veröffentlichte Ines Geipel ihr erstes Buch „Inge Müller: Irgendwo; noch einmal möchte ich sehn“, welches jedoch aufgrund eines Streits mit dem „Aufbau Verlag“ nach nur einer Auflage vom Markt genommen wurde. Nur drei Jahre später erschienen der durch Kritiker hoch gelobte Roman „Das Heft“ und der Gedichtband „Diktate“. Viele weitere Veröffentlichungen von Ines Geipel folgten, unter anderem „Verlorene Spiele. Journal eines Doping-Prozesses“ im Jahr 2001, welches eine große Rolle bei der Befürwortung des Entschädigungsfonds für im DDR-Sport Geschädigte spielte.

In diesem Zusammenhang wurde Ines Geipel zu einer der wichtigsten Anti-Doping-Stimmen des Landes. Aufgrund ihrer Vergangenheit in der damaligen DDR, befassen sich viele Bücher von Ines Geipel intensiv mit dieser Zeit. Als Mitbegründerin des „Archivs unterdrückter Literatur in der DDR“ beschäftigt sie sich sowohl privat als auch in ihren Büchern mit der Aufarbeitung der SED-Diktatur, zu der sie vielfach veröffentlicht hat. Sie selbst sieht sich als politische Schriftstellerin, die insbesondere nervöse Themen der Gesellschaft in ihren Veröffentlichungen aufgreift und behandelt.

Im Jahr 2010 brachte Geipel das Buch „Seelenriss. Depression und Leistungsdruck“ auf den Markt. Für die Anerkennung ihrer Arbeit, erhielt Ines Geipel in diesem Jahr den „Antiquaria-Preis zur Förderung der Buchkultur“. Ebenfalls wurde Ines Geipel im April mit dem Ethik-Preis des DJK ausgezeichnet. Der katholische Sportverband ehrt mit diesem Preis Persönlichkeiten, die sich besonders für die Förderung des sportlich fairen Verhaltens einsetzen und sich durch herausragende Arbeit im Bereich der Sportethik auszeichnen.

Heute arbeitet Ines Geipel als Professorin an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch und ist Mitarbeiterin des Hannah-Arendt-Instituts.

Am 19. Juli 2011 wurde Ines Geipel das Bundesverdienstkreuz am Bande „in Anerkennung Ihrer um Volk und Staat erworbenen besonderen Verdienste …“ durch den Bundespräsidenten Christian Wulff verliehen. Dazu zählen ihr Engagement für in der DDR unterdrückte Literatur und für die Aufarbeitung des Zwangsdoping-Systems der DDR.

(Stand: November 2014)