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Dr. Markus Tacke

Dr. Markus Tacke, Bild: Siemens Pressebild
Dr. Markus Tacke, Bild: Siemens Pressebild

Mit einem Technik-Studium an der TU Darmstadt legte Dr. Markus Tacke die Grundlagen für einen erfolgreichen Berufsfeinstieg. Doch dann kam Entscheidendes hinzu: Gespür im Umgang mit Menschen, Weiterbildung sowie das elegante Überwinden von Hindernissen. Heute treibt der Ingenieur die Windenergie bei Siemens voran

Nach einer Ausbildung zum Schlosser und erster Berufstätigkeit im Bereich Errichtung und Inbetriebnahme von Großanlagen beim Bauunternehmen Wayss & Freytag AG begann Markus Tacke im Jahr 1988 ein Maschinenbau-Studium an der Technischen Universität Darmstadt. Eine gute Entscheidung im Alter von 23 Jahren: „Das Studium sollte Spaß machen. Ich war schon immer sehr an Technik interessiert. Naturwissenschaftliche Erkenntnisse in nutzbringende Produkte umzusetzen, das ist für mich eine hoch motivierende Aufgabe“, begründet Tacke seine Studienwahl. Im Anschluss an sein Diplom erwarb er zudem den Master of Engineering an der Cornell University in Ithaca, USA.

Der Entschluss zur Promotion am Fachgebiet für Energie und Kraftwerkstechnik der TU war eine sehr persönliche Entscheidung. „Eine gut aufgesetzte Promotion beantwortet erstmalig Fragen, auf die es bis dahin keine Antworten gab − und das auf hohem Niveau und natürlich mit begrenzten Ressourcen. Das ist eine gute Vorbereitung auf spätere Herausforderungen im beruflichen Umfeld“. Parallel zu seiner Dissertation arbeitet Tacke als wissenschaftlicher Mitarbeiter für experimentelle Verbrennungsforschung.

Sein Berufseinstieg im Bereich Produktentwicklung und Benchmarking bei Siemens innerhalb des Technischen Produkt-Zentrums in Erlangen 1998 verlief glatt. „Ich hatte eigentlich einen ‚Praxisschock‘ erwartet, der sich aber nicht eingestellt hat. Vielleicht lag es daran, dass ich schon eine Berufsausbildung als Schlosser absolviert hatte und somit den Arbeitsalltag kannte“, so Tacke. Rasch durchlief er spannende Karrierestationen innerhalb des Siemens-Konzerns: Ab 2001 leitete er die Rotor- und Gehäusefertigung im Gasturbinenwerk Berlin, 2004 wurde er General Manager für die Fertigung industrieller Dampfturbinen in Deutschland, Schweden, Tschechien, Indien und Brasilien, von 2009 bis 2013 fungierte er als CEO der Business Unit Industrial Power in der Oil & Gas Division des Siemens Energy Sektors. Seit 1. August 2013 ist er CEO der Division Wind Power des Siemens-Sektors Energy.

Markus Tackes nennt als Schlüssel zum Erfolg „Kompetenz, Timing und ein bisschen Glück.“ Angehenden Ingenieuren rät er zu Weiterbildung und Flexibilität, denn als Ingenieur in einem Industrieunternehmen werde man sehr schnell mit betriebswirtschaftlichen und juristischen Sachverhalten konfrontiert.

(Stand: Oktober 2013)

3 Fragen an Markus Tacke:

Herr Tacke, welche Hürden im Job mussten Sie überwinden?

Es gibt immer wieder Schwierigkeiten, die es zu überwinden gilt: Die Entwicklung ist nicht zum geplanten Termin fertig und reißt das Budget; der neue Chef stellt in Frage, was gestern noch selbstverständlich war; der Kunde kommt mitten im Projekt mit neuen Ideen, die es sofort umzusetzen gilt; oder man hat das Gefühl, die persönliche Entwicklung befindet sich in einer Sackgasse. Entscheidend ist, wie man diese Hürden überwindet. Von einem Hürdenläufer kann man dabei Folgendes lernen: Er passt rechtzeitig seine Schritte an und kommt so in der Regel elegant und sicher über das Hindernis.

Wie sieht ein typischer Tag bei Ihnen aus?

Das Schöne ist, es gibt bei mir eigentlich keine typischen Tage. Natürlich gibt es wiederkehrende Tätigkeiten wie Treffen mit Kunden, Mitarbeitern, Vorgesetzten und anderen Stakeholdern. Allerdings sind die Themen sehr vielfältig, die Arbeitsweisen und Verhaltensmuster in den jeweiligen Ländern unterschiedlich, die technischen Herausforderungen spezifisch, sodass sich kaum eine Routine einstellen kann. Da ich häufig in unterschiedlichen Zeitzonen unterwegs bin, kann ich noch nicht einmal sagen, dass ich jeden Morgen kurz vor 8 Uhr am Schreibtisch sitze.

Welche Tipps geben Sie Berufseinsteigern heute?

Entscheiden Sie sich nicht für die Stelle, die das höchste Einstiegsgehalt verspricht, sondern für die Position, mit deren Inhalten Sie sich am besten identifizieren können und welche die besten Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Wenn beides zusammenfällt, umso besser.