Angriff auf die Bordelektronik

10.10.2016

Angriff auf die Bordelektronik

TU-Forscher sorgen für Schutz vor Car Hacking

Wissenschaftler im Sonderforschungsbereich CROSSING arbeiten daran, moderne Autos mit ihrer umfangreichen elektronischen Ausstattung vor Hackerangriffen zu schützen.

Prof. Dr. Ing. Ahmad-Reza Sadeghi. Bild: Gregor Rynkowski
Forscht für sichere Autos: Professor Ahmad-Reza Sadeghi. Bild: Gregor Rynkowski

Egal ob auf der Autobahn oder in der Innenstadt – für jeden Autofahrer ist es das Horrorszenario: Ein plötzliches Stauende, ein Kind rennt auf die Straße – und beim Tritt aufs Pedal versagen die Bremsen, das Auto kracht mit voller Wucht in das Hindernis. Neben technischen Defekten kommt in modernen Autos eine neue Ursache dafür infrage: Hacker haben das System des Autos angegriffen und die technisch funktionsfähigen Bremsen elektronisch deaktiviert.

Doch wie können Autos „gehackt“ werden? Moderne Fahrzeuge verfügen über eine große Anzahl von Steuergeräten, auch Microcontroller genannt, die Nutzern mehr Komfort und Sicherheit bieten sollen: Sie steuern Bremsen, Reifendruck, Klimaanlage – sogar das Lenkrad kann durch den automatischen Einpark-Assistenten bewegt werden. Bekommt ein Hacker Zugriff darauf, kann er diese Funktionen von außerhalb steuern.

Im Sonderforschungsbereich CROSSING beschäftigt sich das Team um Professor Ahmad-Reza Sadeghi und Dr. Lucas Davi mit dem Sicherstellen der Vertrauenswürdigkeit (engl. „Attestation“) der Microcontroller sowie der aus ihnen gebildeten Netzwerke. „Das Problem ist, dass immer mehr intelligente Komponenten in Autos verbaut werden, und damit auch immer mehr Software“, erklärt Davi. Aus Erfahrung wisse man, dass Software immer zu einem kleinen Prozentsatz Fehler enthalte – die daraus entstehenden Lücken nutzen die Angreifer für ihre „Hacks“ aus.

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Sonderforschungsbereich CROSSING

Mehr als 65 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Forschungsbereichen Kryptografie, Quantenphysik, Systemsicherheit und Softwaretechnik an der TU Darmstadt arbeiten in CROSSING zusammen und betreiben sowohl Grundlagen- als auch anwendungsorientierte Forschung. Das Ziel von CROSSING ist es, kryptografiebasierte Sicherheitslösungen zu entwickeln, um auch in Zukunft sichere und vertrauenswürdige Rechenumgebungen zu schaffen.

Neben hohen Ansprüchen an die Effizienz und Sicherheit der entwickelten Lösungen spielt auch die „Usability“ – also die Benutzbarkeit – eine große Rolle: Softwareentwickler, Administratoren und sogar Endanwender sollen in der Lage sein, die Lösungen zu verwenden, auch wenn sie keine Kryptografieexperten sind.

CROSSING wird seit Oktober 2014 als Sonderforschungsbereich der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit acht Millionen Euro gefördert. Das Programm ist auf bis zu zwölf Jahre ausgelegt.

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