Personalmobilität: Wissenschafler

ERASMUS+ Dozentenmobilität

Lichtenscheidt/DAAD
Lichtenscheidt/DAAD

Im Mittelpunkt des neuen EU-Programms Erasmus+ stehen die Förderung der Mobilität zu Lernzwecken und der transnationalen Zusammenarbeit. Im Hochschulbereich fördert das Programm Erasmus+ die nachhaltige Entwicklung des Hochschulwesens in Partnerländern und insbesondere die Mobilität zu Lehrzwecken und Fort- und Weiterbildungszwecken für Hochschulmitarbeiter.

1. Einführung

• Wichtige Abkürzungen

Der Oberbegriff „Personalmobilität ST“ (ST = Staff Teaching/ Training) gliedert sich in

- Mobilität zu Lehrzwecken (STA – Staff Teaching Assignments), im nachfolgenden Dozentenmobilität

- Mobilität zu Fort- und Weiterbildungszwecken (STT – Staff Training), im nachfolgenden Personalmobilität

2. Grundlagen

Eine ERASMUS+ Förderung ist möglich

• wenn die entsendende und aufnehmende Hochschule im Besitz einer gültigen Erasmus-Charta für die Hochschulbildung sind.

• Es muss (bei Dozentenmobilität für den jeweiligen Fachbereich) ein gültiger bilateraler Erasmus+-Vertrag (Inter-Institutional Agreement) mit der Vereinbarung zur Personalmobilität (ST) mit der aufnehmenden Hochschule vorliegen.

3. Planung und Organisation

• Beantragen Sie Ihre geplante Dozentenmobilität rechtzeitig, da nur begrenzte Fördermittel für den jeweils aktuellen Förderzeitraum zur Verfügung stehen. Bitte reichen Sie Ihre Planung/ Bewerbung für eine Mobilität rechtzeitig, möglichst bis zum

30.06./ 31.12. des laufenden Jahres ein.

• Vorbehaltlich vorhandener Mittel können auch spätere Anträge berücksichtigt werden, allerdings müssen diese spätestens 4 Wochen vor Mobilitätsbeginn vorliegen.

• Eine wiederholte Förderung ist möglich. Es werden bevorzugt Personen gefördert, die zum ersten Mal an einer Mobilitätsmaßnahme teilnehmen.

• Anträge werden entsprechend des Eingangs bearbeitet und auf Fördermöglichkeit geprüft.

• Zusagen und Fördermöglichkeiten stehen unter Vorbehalt der zur Verfügung stehenden Mittel.

• Personalmobilität muss in einem Programmland stattfinden, welches nicht das Land der entsendenden Hochschule und nicht das Hauptwohnsitzland der betreffenden Person ist.

4. Dauer

• Die TU Darmstadt fördert aufgrund der zugeteilten Finanzmittel Kurzaufenthalte von mindestens 2 bis maximal 10 Arbeitstagen. Die Mindestdauer beträgt 2 Arbeitstage. Privat genutzte Tage und Wochenenden können nicht gefördert werden. Wenn der An- und Abreisetag nicht mit dem ersten oder letzten Arbeitstag der Mobilitätsmaßnahme identisch ist, kann maximal ein Reisetag als zusätzlicher Aufenthaltstag gefördert werden.

• Die tatsächliche Dauer des Aufenthaltes ist nach dessen Abschluss durch eine Bestätigung der aufnehmenden Einrichtung zu belegen. Die Gasteinrichtung muss das konkrete Anfangs- und Enddatum des Aufenthalts für die Mobilität bestätigen.

• Im Fall von Dozentenmobilität sind in den Bestätigungen der aufnehmenden Einrichtung auch die Lehrstunden aufzuführen.

5. Versicherungsschutz

• Der Teilnehmer muss über ausreichenden Versicherungsschutz (Krankenversicherung, ggf. Haftpflicht- und Unfallversicherung) für das Gastland verfügen und verpflichtet sich, selbst für ausreichenden Versicherungsschutz zu sorgen, da mit dem Programm keinerlei Versicherungsschutz verbunden ist. Für alle Teilnehmer am ERASMUS+ Programm besteht die Möglichkeit, in die Gruppenversicherung des DAAD aufgenommen zu werden, die einen umfassenden Versicherungsschutz bietet ( Nähere Auskünfte beim DAAD, Versicherungsstelle Tel.: 0228/882-400 oder https://www.daad.de/deutschland/in-deutschland/gruppenversicherung/de/11062-daad-gruppenversicherung/)

6. Anträge und Formulare/ Mobilitätsvereinbarungen

• Vor der Mobilität

Was? Einladungsschreiben --> Wer? Gasthochschule

Was? Dienstreiseantrag TU Darmstadt --> Wer? Teilnehmer der Mobilität

Was? „Mobility Agreement – Staff Mobility for Teaching/ Training“ (Mobilitätsvereinbarung für Lehraufenthalte/ für Fort- und Weiterbildung) --> Wer? auszufüllen von: 1. entsendende Hochschule (Teilnehmer/ + Unterschrift Dekan/ Ref. Int. Beziehungen) und 2. aufnehmende Hochschule (Unterschrift)

Was? Grant Agreement (finanzielle Vereinbarung) --> Wer? auszufüllen von: 1. entsendende Hochschule (Referat Internationale Beziehungen) und Teilnehmer der Mobilität (Unterschrift) Achtung: Nur mit Originalunterschrift gültig!

• Während der Mobilität

Was? Bescheinigung über die Aufenthaltsdauer Gasthochschule (am Ende des Aufenthaltes) --> Wer? Gasthochschule und Teilnehmer

• Nach der Mobilität

Was? Erfahrungsbericht/ Teilnahme an der EU-Survey Online-Umfrage --> Wer? Teilnehmer der Mobilität

Was? Abrechnung der Mobilität --> Wer? Teilnehmer und Referat Internationale Beziehungen

7. Finanzieller Zuschuss

Neu: mit der Programmgeneration Erasmus+ wird der finanzielle Zuschuss auf eine Pauschale, sogenannte Stückkosten, für die Fahrt- und Aufenthaltskosten umgestellt. Mögliche positive Differenzen von realen Kosten zu Stückkosten verbleiben bei den Geförderten und müssen von diesen ggf. persönlich versteuert werden.

• Fahrtkosten:

Die Berechnung der Stückkosten für die Fahrt erfolgt mit Hilfe des Distance Calculatorsder Europäischen Kommission. Der aus der Tabelle mit dieser einfachen Distanz ermittelte Stückkostenbeitrag bezieht sich auf die gesamt Fahrt (Hin- und Rückfahrt).

< 100 km entfällt

100 – 499 km 180 EUR

500 – 1.999 km 275 EUR

2.000 – 2.999 km 360 EUR

3.000 – 3.999 km 530 EUR

4.000 – 7.999 km 820 EUR

Individuelle Unterstützung je Aufenthaltstag

Zielland Stückkosten je Arbeitstag pro Teilnehmer

Dänemark, Irland, Niederlande, Schweden, Vereinigtes Königreich: 160 EUR

Belgien, Bulgarien, Finnland, Frankreich, Griechenland, Island, Italien, Lichtenstein, Luxemburg, Norwegen, Österreich, Polen, Rumänien, Tschechische Republik, Türkei, Ungarn, Zypern: 140 EUR

Deutschland, Lettland, Malta, Mazedonien (FYROM), Portugal, Slowakei, Spanien: 120 EUR

Estland, Kroatien, Litauen, Slowenien: 100 EUR

• Bitte beachten! Aus dem Mobilitätsprogramm der Person muss hervorgehen, dass an den zu fördernden Tagen Aktivitäten im Zusammenhang mit der Mobilitätsmaßnahme stattgefunden haben.

• Eine parallele Förderung für gleichartige Kosten aus Mitteln anderer EU-Programme ist ausgeschlossen!

• Sonderförderung von Teilnehmern mit Behinderung:

Für Teilnehmer der Personalmobilität mit einem Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 50 kann eine Sonderförderung beantragt werden.

Mobilität zu Lehrzwecken (STA) – Dozentenmobilität

Zu Lehrzwecken darf Hochschulpersonal einer deutschen Hochschule mit ECHE an einer aufnehmenden Hochschule mit ECHE gefördert (Outgoing-Mobilität) werden sowie Personal einer sonstigen in einem anderen Programmland ansässigen Einrichtung (Incoming-Mobilität).

Die Mobilität zu Lehrzwecken/ Dozentenmobilität muss mind. 8 Unterrichtsstunden umfassen

Die Mobilität zu Lehrzwecken muss mindestens 8 Unterrichtsstunden in einer Woche oder einem kürzeren Zeitraum umfassen. Für jeden weiteren Aufenthaltstag über eine Woche (7 Tage) hinaus, wird die Mindeststundenanzahl je zusätzlichem Tag wie folgt berechnet: 8 Stunden geteilt durch 5 Tage multipliziert mit der Anzahl der zusätzlichen Tage.

• Folgender Personenkreis kann im Rahmen der Dozentenmobilität (STA) gefördert werden:

o Dozenten, die einem vertraglichen Verhältnis zur Hochschule stehen

o Dozenten ohne Dotierung

o Lehrbeauftragte

o Emeritierte Professoren und Lehrende im Ruhestand

o Wissenschaftliche Mitarbeiter

o Unternehmenspersonal (nur incoming)

Leitfaden als pdf-Download.