unbehaust - von Häusern und Städten

unbehaust – von Häusern und Städten

3. September bis 2. Oktober 2016

Im Kunstforum der TU Darmstadt öffnet am 3. September die neue Ausstellung „unbehaust – von Häusern und Städten“ in Kooperation mit dem Atelierhaus Riedeselstraße. Direkt zur Bildergalerie

„Bin ich der Flüchtling nicht? Der Unbehauste?“ Dieses Zitat aus Goethes Faust I beschreibt ein Lebensgefühl, das im 20. Jahrhundert in der Literatur und der Philosophie einen wesentlichen Niederschlag findet. Gerade in der realen Welt manifestiert sich das Gefühl des „UnbehaustSeins“ nicht zuletzt auch als Folge von Kriegszerstörung, Vertreibung und fundamentaler Verunsicherung über die Werte der abendländischen Kultur und Zivilisation. Auslöser für die Ausstellungsidee war die im letzten Jahr im Atelierhaus Darmstadt erfolgreich ausgerichtete Schau mit dem Titel „Heimat“. Mit „unbehaust – von Häusern und Städten“ erfolgt nun eine Fortsetzung dieser Themenreihe. Das Projekt wird kuratiert von Georg Schrabeck, Künstler, unterstützt von Julia Reichelt, Kuratorin des Kunstforums der TU Darmstadt.

In der globalisierten Welt des Kapitalismus gewinnt die metaphysische und existenzielle Unbehaustheit neue Aktualität. Anonyme und unwirtliche Großstädte, der Mangel an bezahlbarem Wohnraum, die steigende Obdachlosigkeit, das hochaktuelle Problem der Flüchtlinge fügen diesem Schlagwort von der Unbehaustheit des Menschen neue Aspekte hinzu. Angesichts des wachsenden Gefühls der „Heimatlosigkeit“ werden das Haus und die Stadt als reale Räume für die „Behaustheit“ des Menschen hinterfragt Insgesamt zwanzig Kunstschaffende von Berlin bis Wien setzen sich mit dem Fehlen von Heimatgefühlen einerseits und andererseits auch dem ganz konkreten Fehlen des Sich-Zuhause-Fühlens, dem Fehlen eines Daches über dem Kopf und mit Wohnungsnot auseinander. Verschiedene künstlerische Positionenund Techniken sind vertreten –Fotografie, Malerei, Zeichnung, Skulptur, Video. Abgerundet wird das Ausstellungsprojekt durch eine Lesung, Führungen und Film.

Die Ausstellungseröffnung findet am 3. September um 18.00 Uhr in der Ausstellungshalle des Kunstforums der TU (Hochschulstr. 1, 2. OG) und um 19.30 Uhr im Atelierhaus (Riedeselstr. 15) statt. Ein Shuttle-Bus steht zur Verfügung. Im Kunstforum der TU begrüßt Oberbürgermeister Jochen Partsch die Gäste, Julia Reichelt hält die Laudatio für das Kunstforum. Im Atelierhaus spricht Dr. Roland Held zum Thema und den Künstlern, die an diesem Ort zu sehen sind. Dazu gibt es Wein und Tarte und anregende Gespräche.

Rahmenprogramm

In der Ausstellungshalle des Kunstforums der TU Darmstadt

Mittwoch, 14. September 2016, 18.00 Uhr: Zeitzeugengespräch mit Leslie Schwartz „Überleben nach Auschwitz“

Dienstag, 20. September 2016, 18.00 Uhr: Führung durch die Ausstellung mit Julia Reichelt, Kuratorin Kunstforum der TU Darmstadt; 18.30 Uhr: „Hinter den Fronten“ Christian Gropper gibt Einblick in seine aktuellen Dreharbeiten im irakischen Kurdistan

Im Atelierhaus Darmstadt

Sonntag, 18. September 2016, 17.00 Uhr: Führung durch die Ausstellung mit Georg Schrabeck, Kurator; 18.00 Uhr: Lesung mit Anja Trieschmann „Ein Plätzchen mit Milchkaffee – Überlebenskunst auf Rädern“

Öffnungszeiten Kunstforum: Do–So 13.00 bis 19.00 Uhr

Öffnungszeiten Atelierhaus Darmstadt: Do–So 15.00 bis 19.00 Uhr

Beteiligte Künstlerinnen und Künstler:

Winfried Baumann, Nürnberg, Renate Behla, Düsseldorf, Heinz Birg, München, Zygmunt Blazejewski, Darmstadt, Ute Döring, Darmstadt, Vera Fles-Schönegge, Darmstadt, Johanna Folkmann, Wien, Hiltrud Gauf, Köln, Verena Guther, Darmstadt, Stefan Hoenerloh, Berlin, Lukas Ilgner, Wien

Jaró, Darmstadt, Ki Youn Kim, Saarbrücken, Andrea Klinger, Darmstadt, Bernhard Meyer, Darmstadt, Florian Mehnert, Niederweiler, Brigitte Satori Constantinescu, Darmstadt, Georg Schrabeck, Darmstadt, Michaela Schrabeck, Darmstadt, Mira Schumann, Dortmund

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog zum Preis von 5 Euro.

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Hintergrund : Das Kunstforum der TU Darmstadt