Die Beleuchtung von Straßen, Plätzen und Brücken macht zehn Prozent des gesamten Stromverbrauchs in Deutschland aus, was den Staat Jahr für Jahr 760 Millionen Euro kostet. Der Bestand an Straßenleuchten ist insgesamt völlig überholt, die veralteten Lampen haben eine niedrige Lichtausbeute, viele enthalten noch Quecksilber. Umweltschädigend sind sie darüber hinaus wegen ihres hohen Stromverbrauchs und des damit verbundenen CO2-Ausstoßes.
Ab 2015 verbietet die EU die alten Quecksilberlampen, dann sind die Kommunen gezwungen, neue Lampen einzusetzen. Häufig wird dabei auf Natriumhochdrucklampen zurückgegriffen, die aber wegen ihres gelben Lichtes nicht optimal sind. Andere Länder greifen auf die weiß strahlenden Halogenmetalldampflampen zurück, diese sind allerdings teurer in der Anschaffung und halten mit 4 Jahren Lebensdauer vergleichsweise kurz.
Demgegenüber stehen viele Vorteile der LED-Lampen: Niedriger Stromverbrauch, verschiedene Lichttemperaturen, volle Dimmbarkeit von 0 bis 100 Prozent, bis zu 14 Jahre Lebensdauer.
In 2008 startete ein einmaliges Forschungsprojekt der TU Darmstadt: An einer realen Darmstädter Vorstadtstraße mit üblichem Straßenverkehr wurden verschiedene Beleuchtungssysteme installiert, darunter auch LED-Lampen. Die unterschiedlichen Lichtsituationen können seitdem in ihren Auswirkungen auf den Straßenverkehr erforscht werden.
„Wir sind überzeugt, dass die LED die Lichttechnik der Zukunft auch in der öffentlichen Straßenbeleuchtung ist: Gegenüber derzeitiger Lichttechnik haben LEDs große wirtschaftliche und ökologische Vorteile. In diesem Pilotprojekt werden europaweit erstmals LED-Leuchten mit Leuchten bisheriger Technik messtechnisch und durch Testpersonen unter realen Bedingungen verglichen“, sagte Projektleiter Prof. Dr. Tran Quoc Khanh vom Fachgebiet Lichttechnik der TU Darmstadt beim Projektstart.
Doch noch sind nicht alle Probleme gelöst. Die Effizienz der LED-Straßenleuchten ist noch nicht mit der von Natriumdampflampen vergleichbar. Die Forschungen laufen jedoch auf Hochtouren, und die Lichtausbeute steigt enorm schnell an, sagen die Darmstädter Lichtexperten. „Bis zum Jahr 2012 werden wir in unserer Forschung so weit fortgeschritten sein, dass LED-Leuchten die energetisch, licht- und umwelttechnisch sinnvollste Lösung darstellen“, bringt es Khanh auf den Punkt.
Im September lädt das Fachgebiet Lichttechnik zu den Darmstädter Fachtagen für Beleuchtung. Dort diskutieren Kommunen, Energieversorger und Lichtplaner über zukünftige Beleuchtungskonzepte. Dabei sollen natürlich die Forschungsergebnisse der Darmstädter Lichttechniker präsentiert werden.