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05.02.2016

TU öffnet Türen

Orientierungsführungen und Deutschkurse für Flüchtlinge an der TU sind gefragt

Die Ankunft von Flüchtlingen aus Kriegs- und Krisengebieten beschäftigt auch die TU Darmstadt. Sie möchte jungen Menschen, die ein Studium beginnen oder fortsetzen wollen, einen niedrigschwelligen Zugang zum Lehrangebot bieten. Die Führungen und Deutschkurs-Angebote, die die TU daher seit dem Wintersemester organisiert, werden gut angenommen. Ein Zwischenfazit.

Führung für Flüchtlinge durch die ULB. Bild: Patrick Bal
Orientierungsführungen für Flüchtlinge, unter anderem durch die ULB. Bild: Patrick Bal

Seit dem laufenden Semester gibt es an der TU Orientierungs-Führungen, bei denen Angestellte der Universität und Mitglieder der studentischen Initiative „TUtor International“ Studieninteressierten aus Ländern wie Syrien, Afghanistan oder Äthiopien wichtige Anlaufstellen an der TU vorstellen und über Studienangebot und Zulassungsvoraussetzungen informieren. Das Angebot ist gefragt.

Bisher nahmen etwa 120 Menschen an den Orientierungsführungen teil. Knapp 70 von ihnen haben den Gasthörer-Status beantragt, um Vorlesungen in den Fachbereichen hören zu können. Die obligatorische Gasthörer-Gebühr, welche die TU erheben muss, übernimmt die Vereinigung der Freunde der Universität. Besonders interessiert sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an ingenieurwissenschaftlichen Disziplinen wie Wirtschaftsingenieurwesen oder Bauingenieurwissenschaften.

Sprachkurse am Sprachenzentrum und am Studienkolleg

Bei den Führungen, die künftig zwei Mal im Monat angeboten werden sollen, werden auch Deutschkurse für Asylbewerberinnen und Asylbewerber vermittelt. Am Sprachenzentrum der TU besuchen gegenwärtig 20 Personen einen Kurs für Asylbewerber mit niedrigerem Sprachenniveau, der auf einen weiterführenden Kurs am Studienkolleg vorbereitet. Sie stammen meist aus Syrien, aber auch aus Afghanistan, Äthiopien und Pakistan. Zwei der Teilnehmenden sind weiblich.

Der weiterführende Kurs am Studienkolleg wird zurzeit von 19 Teilnehmern und einer Teilnehmerin absolviert. Die meisten von ihnen stammen auch hier aus Syrien und leben nun in Wohngemeinschaften in Darmstadt und Umgebung. Der Kurs bereitet auf die Prüfung zum Niveau B2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens vor. Dieses Niveau ist Voraussetzung dafür, an einem weiteren Kurs teilnehmen zu können, bei dem man den zum Studium in Deutschland erforderlichen Nachweis der Deutschkenntnisse DSH (Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang) erlangen kann. Ist die DSH-Prüfung erfolgreich abgeschlossen, können sich Asylbewerberinnen und Asylbewerber mit nachgewiesener Hochschulzugangsberechtigung – wie alle potenziellen internationalen Studierenden – um einen Studienplatz bewerben.

An der TU wird zurzeit eine aus Landesmitteln finanzierte Koordinatoren-Stelle zur Flüchtlingsintegration aufgebaut. Unter Einbeziehung der Bereiche Ausländer- und Asylrecht, Finanzierung und Zulassungsbedingungen soll damit ein Anlaufpunkt eingerichtet werden, an dem studieninteressierte Flüchtlinge auf dem Weg zur Immatrikulation beraten und unterstützt werden.

Darüber hinaus betrachten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universitätsverwaltung es als selbstverständliche Aufgabe, geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern aus dem Kreis der Flüchtlinge einen möglichst einfachen Zugang zum Studium zu ermöglichen. Bisherige Sprachen- und Fachkenntnisse, Bildungsniveaus und Zertifikate werden individuell geprüft und gewürdigt.

Weitere Informationen

Anmeldung zu den Campus-Orientierungen sind über die entsprechende Webseite möglich. Die Termine werden den Interessierten nach der Anmeldung bekannt gegeben. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

Informationen zu den Sprachenkursen an der TU Darmstadt

Die Kurse des Sprachenzentrums und des Studienkollegs richten sich ausschließlich an Asylbewerberinnen und Asylbewerber. Sie wurden – aus Spenden finanziert – zusätzlich zum sonstigen Kursangebot der beiden Einrichtungen etabliert. Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass ein Asylantrag gestellt wurde. Außerdem müssen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Erstaufnahme-Einrichtung verlassen haben, da sonst nicht feststeht, dass sie in der Region bleiben und den Kurs beenden können.

Eine weitere Voraussetzung ist die Teilnahme an einer Campusorientierungs-Führung. Eine direkte Anmeldung zu den Sprachenkursen ist nicht möglich.

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