Geschichte des Darmstädter Schlossgrabens

Chronik des Schlossgrabens

13. Jh. Die Grafen von Katzenelnbogen errichten eine Wasserburg im heutigen Darmstadt, das 1330 Stadtrechte erhält und Herrschaftssitz der Grafen wird. Der Schlossgraben ist ein mit Wasser gefüllter Wehrgraben.
Mitte 14. Jh. Die Wasserburg wird als nördliche Bastion in den Stadtmauerring eingeschlossen.
1814 Großherzog Ludwig I. lässt den Schlossgraben trockenlegen. Die „dreckisch Brieh“ des Darmbachs, angereichert durch Abwässer der ansässigen Gerbereien, stank allzu sehr. Auf Initiative von Baurat Johannes Hess ließ der Landesfürst einen Demonstrations- und Lehrgarten unter ausdrücklich wissenschaftlichen Aspekten anlegen. Dieser bildete den Ursprung des Darmstädter Botanischen Gartens.
1822 Der damals sehr bekannte Botaniker Nees von Esenbeck, langjähriger Präsident der „Leopoldina“, schreibt: „In Darmstadt fand ich den neuen botanischen Garten unter der eifrigen und einsichtsvollen Leitung des Herrn Oberfinanzrates Hess im schönsten Aufblühen und muss herzlich wünschen, dass diese gemeinnützige Anlage durch eine ausgebreitete Theilnahme vielfältig bereichert und gefördert werden möge, was sie in so hohem Maße verdient.“
1830 Aus Platzgründen wurde der Botanische Garten verlegt und fand bis 1838 Platz im Herrschaftlichen Bosquett, dem heutigen Herrngarten. Weitere Umzüge sollten folgen …
1866 Der Schlossgraben wird zum Landschaftsgarten umgestaltet.
1945 Nach dem Zweiten Weltkrieg bleibt der Schlossgraben für die Öffentlichkeit geschlossen.
2012 TU-Kanzler Dr. Manfred Efinger beschließt die Sanierung des Schlossgrabens: „Es ist an der Zeit, dieses herrliche Fleckchen mitten in der Stadt wieder aufzuwerten und dessen Historie bewusster zu machen.“
2013 Die TU beginnt mit der Sanierung des Schlosses und der Sanierung und Neugestaltung des Schlossgrabens als öffentliche Grünanlage.
2014 Wiedereröffnung des östlichen Teilabschnitts als Landschaftsgarten dank der Spendenbereitschaft der Darmstädter Bürgerinnen und Bürger
2017 Wiedereröffnung des westlichen Teilabschnitts als Garten mit dem Thema Biodiversität
voraus. 2020 (nach Abschluss der Schloss-Sanierung) Wiederherstellung des südwestlichen und südlichen Abschnitts als Streuobstwiese