Hochschulgruppe des Monats: Studieren ohne Grenzen e.V.

Hochschulgruppe des Monats

Studieren ohne Grenzen Deutschland e.V.

„Studieren Ohne Grenzen“ möglich machen – dafür setzen sich die Mitglieder der gleichnamigen Hochschulgruppe an der TU Darmstadt ein. Mit Studienstipendien und anderen Förderungen unterstützen sie Studierende in Kriegs- und Krisengebieten, die sich in ihren Heimatländern mit kreativen Projekten, die zum Wiederaufbau ihrer Heimat beitragen, engagieren.

Möchten Grenzen überwinden: Die Darmstädter Lokalgruppe von „Studieren ohne Grenzen“ unterstützt ein Projekt zum Wiederaufbau der Unibibliotheken im tschetschenischen Grosny. Bild: Katrin Binner
Möchten Grenzen überwinden: Die Darmstädter Lokalgruppe von „Studieren ohne Grenzen“ unterstützt ein Projekt zum Wiederaufbau der Unibibliotheken im tschetschenischen Grosny. Bild: Katrin Binner

Die Gruppe „Studieren Ohne Grenzen“ ist ein Ableger der französischen Organisation „Etudes Sans Frontières“ und wurde 2006 in Deutschland gegründet. Unterstützt werden auch Bildungsprojekte in Kriegs- und Krisenregionen, mit dem Ziel, auf lange Sicht die Bildungsinfrastruktur vor Ort zu verbessern.

Das ‚Herzstück‘ der Vereinsarbeit ist die Vergabe von Stipendien an engagierte Studierende, die mit einem kreativen Projekt die Situation in ihrem Heimatland verbessern wollen. „Knapp 200 dieser Stipendien hat die Gruppe seit ihrer Gründung bereits vergeben können“, freut sich Mitglied Torsten Bruns. Die Studierenden können sich direkt in ihren Heimatländern mit einer konkreten Projektidee bei den örtlichen Kooperationspartnern von „Studieren Ohne Grenzen“ bewerben. Die Partner sammeln alle Bewerbungen und leiten sie anschließend nach Deutschland weiter. Von dort aus werden die Bewerbungen an die am jeweiligen Projekt beteiligten Lokalgruppen verteilt und dort weiterbearbeitet.

Neben den wöchentlichen Treffen der Hochschulgruppe, bei denen sich die Mitglieder über den aktuellsten Stand der Projekte informieren, veranstalten die Lokalgruppen zudem regelmäßige Infoabende, bei denen sie über die Vereinsarbeit informieren, sowie Benefizläufe und -partys. Richtig gelesen, Benefizpartys. Denn feiern für einen guten Zweck macht schließlich doppelt Spaß. Als große Bereicherung betrachtet Bruns die bunte Durchmischung der Hochschulgruppe aus Studierenden verschiedenster Fachrichtungen: „Von Architekten über Chemiker bis hin zu Soziologen ist alles dabei.“

Betreuung von zwei Projekten

Stipendiatin der Hochschulgruppe bei der Freiwilligenarbeit in Kindu (Demokratische Republik Kongo). Bild: Studieren ohne Grenzen
Stipendiatin der Hochschulgruppe bei der Freiwilligenarbeit in Kindu (Demokratische Republik Kongo). Bild: Studieren ohne Grenzen

Die Darmstädter Lokalgruppe betreut derzeit zwei Projekte, ein im Aufbau befindliches Stipendiatenprogramm im afrikanischen Burundi und ein Projekt zum Wiederaufbau der Universitätsbibliotheken im tschetschenischen Grosny. Damit der Verein ein Projekt fördert, muss es insgesamt drei Kriterien erfüllen, erklärt Bruns. Neben der konkreten Bedürftigkeit wird auch die Projektidee selbst betrachtet. Das dritte Kriterium stellt die Bereitschaft der Stipendiaten dar, bereits während ihres Studiums ihr Wissen weiterzuvermitteln.

„Die Projekte sind langfristig angelegt“, betont Bruns und nennt als Beispiel „Books To Grozny“. Infolge der Verwüstung durch zwei Bürgerkriege fehlt es den Universitätsbibliotheken der tschetschenischen Hauptstadt an aktueller Fachliteratur. Seit 2012 wurden von Darmstadt aus etwa 1000 Fachbücher in russischer Sprache nach Grozny geschickt, um die Bestände der Bibliotheken auf den neuesten Stand zu bringen.

Kontrolliert wird der Projektfortschritt über die Stipendiatenberichte, in denen die Studierenden die Entwicklung ihrer Projekte dokumentieren. Frische Unterstützer sind stets gerne gesehen: „Wir sind immer auf der Suche nach neuen Mitgliedern“, lädt Bruns interessierte Studierende ein, sich an der Vereinsarbeit zu beteiligen.

hoch³ 6/2015: Themenschwerpunkt Hochschulgruppen

Mehr als 60 Hochschulgruppen sind der Beweis für das studentische Engagement auf dem Campus: Sie sind aktiv in sozialen und gesellschaftlichen Projekten, finden innovative technische Lösungen, knüpfen wertvolle Kontaktnetzwerke für spätere Karrieren und bereichern das kulturelle Leben. In der hoch³ 6/2015 stellen wir drei Initiativen vor.

Sören Sponick