Hochschulgruppe Studenteniniative für Kinder

Hochschulgruppe des Monats

Student Patrick Scholl und Nachhilfekind Joshi. Copyright: Studenteninitiative für Kinder Darmtadt e.V.
Joshi freut sich jede Woche auf seinen Nachhilfelehrer, den Studenten Patrick Scholl. Bild: Studenteninitiative für Kinder e.V.

Studenteninitiative für Kinder e.V.

Dem gemeinnützigen Verein Studenteninitiative für Kinder gehören deutschlandweit 3500 Studierende an. Seit kurzem ist die Ortsgruppe Darmstadt aktiv: Unter dem Motto „Ein Student, ein Kind, eine Stunde pro Woche“ geben Studierende bedürftigen Jugendlichen ehrenamtlich Nachhilfe – von der Idee profitieren beide Seiten.

Joshua ist zwölf Jahre alt und geht auf eine integrierte Gesamtschule. Er lebt in einem Kinderheim in Darmstadt. Einmal in der Woche bekommt er eine Stunde Nachhilfe von Patrick Scholl. Der Maschinenbaustudent ist Mitglied der Hochschulgruppe Studenteninitiative für Kinder e.V.. „Letztens hat Joshua mir stolz seine zwei in Englisch gezeigt, er hat sich sehr gefreut und ich mich auch“, erzählt er von den Erfolgen. Neben dem Lernen geht es bei der Nachhilfestunde aber um viel mehr.

„Joshua und die anderen Nachhilfekinder wissen: Da ist jemand, der jede Woche freiwillig extra für sie kommt. Das motiviert sie sehr“, erklärt Sebastian Bayer. Auch er studiert Maschinenbau und ist Gründungsmitglied der Ortsgruppe Darmstadt. „Für die Studierenden ist der Zeitaufwand nicht groß, sie müssen nur eine Stunde pro Woche investieren“, sagt er. Und Patrick bestätigt das: „Ich muss mich nicht groß vorbereiten, der Stoff ist nicht anspruchsvoll für Studenten.“ Eine Stunde in der Woche mit großer Wirkung: Die Studenten und Studentinnen sind für die Kinder Bezugspersonen und gleichzeitig entwickeln sie selbst ihre sozialen Kompetenzen weiter.

Regelmäßigkeit ist für die Kinder wichtig

„Am Anfang reden Joshua und ich erst mal darüber wie‘s geht, was in der Schule so ansteht und ob Arbeiten geschrieben werden“, erzählt Patrick. Dann lernen sie das, was gerade nötig ist. „Meistens ist es auch so, dass wir zum Lernen ein normales Gespräch führen: Ich erzähle über mich, er über sich – auf Englisch natürlich.“ Der Erfolg in Joshuas letzter Klassenarbeit spricht für sich. „Ich merke, dass sich Joshua freut, wenn ich komme. Bin ich nur eine Minute zu spät, beschwert er sich, dass er schon die ganze Zeit warte.“ Wichtig sei für die Kinder vor allem die Regelmäßigkeit: Immer kommen und immer zur selben Zeit.

Und jeder kann mitmachen: „Man muss lediglich Zeit am frühen Nachmittag mitbringen“, sagt Sebastian. Und vorbestraft dürfen die Studierenden nicht sein, das müsse man bei der Anmeldung bestätigen. Die Darmstädter Ortsgruppe besteht bisher aus etwa 20 Studierenden, die sich über die Homepage registriert haben. „Noch haben wir allerdings mehr Studenten und Studentinnen als Nachhilfekinder“, meint Sebastian. Die Mitglieder der Hochschulgruppe schreiben Schulen an, stellen sich dort vor und versuchen so die Studenteninitiative bekannt zu machen.

„Unser Plan ist, die Schulleiter und Schulleiterinnen zu überzeugen. Die geben das dann dem Lehrpersonal weiter und die wiederum überlegen sich, welche Schülerinnen und Schüler Hilfe brauchen“, erklärt Sebastian. Es solle schließlich verhindert werden, dass Kinder das kostenlose Angebot in Anspruch nehmen, deren Eltern Nachhilfe bezahlen könnten. „Es geht klar um die bedürftigen Kinder, ihnen soll geholfen werden.“

kc

Website des Dachverbands Studenteninitiative für Kinder e.V.