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Sommerschule 2014 „Das politische System Chinas. Historische Entwicklungen und aktuelle Lage“

Summerschool am Institut für Deutschland- und EU-Studien der Tongji-Universität, Shanghai, vom 01. bis 15. September 2014.

Leitung: Prof. Dr. Hubert Heinelt, Institut für Politikwissenschaft.

Teilnehmende Studierende der Sommerschule vor dem Jin Mao Tower in Shanghai.
Teilnehmende Studierende der Sommerschule vor dem Jin Mao Tower in Shanghai.

Erfahrungsbericht von Timo Richter

„Im nachfolgenden Abschlussbericht soll ein möglichst breiter Überblick über die Erfahrungen und die Organisation während der Summerschool gegeben werden. Der erste Teil umfasst dabei vor allem die akademischen Aspekte des Aufenthalts. Der zweite Teil gibt einen Einblick in die Erfahrungen während der seminarfreien Zeit und endet im Fazit der Summerschool.

Vom akademischen Standpunkt aus waren die Seminare sehr gut strukturiert und haben im großen Umfang versucht, Wissen über die politische Kultur, das politische System, die Geschichte des Staates und weitere Aspekte zu vermitteln. Dabei ist es aus Sicht der Studenten gelungen, sowohl einen Überblick über die verschiedenen Facetten der Volksrepublik China zu ermöglichen als auch gleichzeitig eine in diesem Umfang mögliche Tiefe des Themenkomplexes zu erreichen. Letzteres konnte vor allem durch die Diskussionen während und im Anschluss an die Unterrichtseinheiten erreicht werden. In den Diskussionen wurde auf das bestehende Wissen der Studenten hinsichtlich politikwissenschaftlicher Konzepte zurückgegriffen und dieses auf den politischen Kontext der Volksrepublik China angewandt. Besonders präsent war die Auseinandersetzung mit normativ besetzten Begriffen und Konzepten, wie der Demokratie und der Menschenrechte. Neben diesen vorrangig internationalen und nationalen Themenfeldern, wurde auch die lokale Ebene betrachtet. Die letzte Sitzung beispielsweise lenkte den Fokus auf die kommunalen Problemlösestrategien im Umgang mit Umweltverschmutzung im Allgemeinen. Fragen hinsichtlich der Beteiligung von Bürgern und der Generierung von handlungsrelevantem Wissen im Sinne einer „Good Governance“ waren ebenfalls Bestandteil der Seminarreihe. Trotz einiger Streitpunkte fand die Diskussion immer in der wechselseitigen Anerkennung und dem Respekt der beteiligen Personen statt. Während der Seminarreihe bestand zu jeder Zeit die Möglichkeit Nachfragen zu stellen. In diesem Zusammenhang wurde stets auf die Fragen der Studierenden eingegangen und ausreichend geantwortet. Als Vortragstechnik wurde auf eine Präsentation zurückgegriffen und ein Handout mit vertiefenden Informationen für die Studierenden verteilt. Für im Anschluss aufkommende Fragen zu einem bestimmten Themengebiet bestand die Möglichkeit, die Dozenten über die Seminarzeit hinaus zu kontaktieren. Außerdem wurde Literatur bereitgestellt um selbstständig offene Fragen recherchieren zu können. Die Seminarreihe endete mit einer Klausur. Diese umfasste drei Essay-Fragen, von denen ausschließlich zwei beantwortet werden sollten. Die Fragen waren dabei sehr offen formuliert, wodurch die erlernten Aspekte und die verschiedenen Teilbereiche der Seminarreihe gut untergebracht werden konnten.

Bereits nach der Einreise wurden die Studenten der TU Darmstadt von einer Gruppe Studenten der Tongji Universität herzlich in Empfang genommen. Der Transport und die Unterbringen waren im Vorfeld von Seiten der Tongji Universität organisiert worden. Shanghai hat zwei Flughäfen für Inlands- und Auslandsflüge. Letzterer ist außerhalb der Stadt angesiedelt und es bedarf einige Zeit, um vom Rand der Stadt durch den Verkehr in das Stadtinnere zu fahren. Die beiden Studenten, Yu und Jiajing, werden im Rahmen des Austauschprogramms im nächsten Jahr an der TU Darmstadt studieren. Aus diesem Grund haben wir besonders viel mit den beiden unternommen, damit Sie bei ihrer Ankunft in Deutschland bei aufkommenden Fragen auf bekannte Ansprechpartner zurückgreifen können. Die beiden standen uns während unseres Aufenthalts immer zur Verfügung. Sie haben uns die Stadt gezeigt und uns auf unterschiedliche kulturelle Details aufmerksam gemacht. Dadurch konnten wir, fernab der touristischen Zentren, viele Erfahrungen sammeln, die andernfalls nicht so einfach zu erlebbar gewesen wären. Um Shanghai besser von all seinen Facetten und Gegensätzen zu erkunden, wurde uns von Seiten der Tongji Universität ein Transport-Ticket zur Verfügung gestellt. Mit diesem war es möglich, die ganze Bandbreite an Transportmöglichkeiten von Bussen, U-Bahnen oder Fähren zu nutzen. Daneben wurden uns Angebote, wie eine Stadtrundfahrt mit anschließendem Besuch eines buddhistischen Tempels, unterbreitet. Shanghai verfügt über so viele Sehenswürdigkeiten, dass es leider nicht möglich war, alle während der Summerschool zu besuchen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass auch für den inländischen Tourismus Shanghai eine große Anziehungskraft besitzt.

Fazit: Die Summerschool war für die Teilnehmer eine besondere Chance ihr Wissen über China zu erweitern und bestehendes Wissen auf den Prüfstand zu stellen. Dies ist aus Sicht der Studierenden ausnahmslos gelungen. Durch das neu erworbene Wissen über die verschiedenen Facetten der Volksrepublik China, seiner politische Kultur, Geschichte und Institutionen, können für eine anschließende politikwissenschaftliche Einordnung die verschieden Nuancen politischen Handels besser aufgezeigt und verstanden werden. Weithin konnte die Summerschool dabei helfen, die interkulturelle Kompetenz der Teilnehmer zu stärken und für den weiteren Umgang mit anderen Kulturbereichen zu sensibilisieren. Die Organisation verlief reibungslos und besonders die Kombination aus Seminarblock und Freizeitgestaltung, hat allen Beteiligten sehr zugesagt. Die Teilnehmer der Summerschool bedanken sich bei der Tongji Universität für die Gastfreundschaft, die Organisation und dem vermittelten Wissen. Parallel dazu, bedanken sich die Teilnehmer der Summerschool bei dem Deutschen Akademische Austauschdienst e. V. (DAAD) für die finanzielle Unterstützung. Wir danken auch Prof. Dr. Hubert Heinelt und der Technischen Universität Darmstadt für die Vorbereitung und Ermöglichung der Summerschool. Wir freuen uns auf Yu und Jiajing, die wir im Sommersemester 2015 im gleichen Maße unterstützend zur Seite stehen und durch ihr Semester an der TU Darmstadt begleiten wollen.“