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Sommerschule 2015 „Das poltische System in China“

Teilnehmer/innen der Sommerschule in Shanghai.
Teilnehmer/innen der Sommerschule in Shanghai.

Summer School am Institut für Politikwissenschaft und Internationale Beziehungen an der Tongji-Universität vom 01. September bis zum 13. September in Shanghai.

Leitung: Prof. Dr. Heinelt, Institut für Politikwissenschaft

Erfahrungsbericht von Elaine Walpert

Der Aufenthalt an der Tongji Universität in Shanghai war für mich eine ganz besondere Gelegenheit, um mich mit chinesischen Dozenten über das Politische System Chinas auszutauschen. Diese haben es in ihren Vorträgen geschafft, Einblicke in die Themen Politik, Wirtschaft, Geschichte, Kultur und Sprache zu liefern und zudem das Verständnis zu einer erweiterten Perspektive zu fördern. Besonders die kulturellen Inhalte haben mich sehr fasziniert, da sie zum einen notwendig sind um das Politische System Chinas besser zu verstehen und sich zum anderen sehr von westlichen Kulturen unterscheiden, was eine gewisse Faszination mit sich bringt. Zudem haben diese Inhalte auch dazu beigetragen die chinesische Bevölkerung im Alltag besser zu verstehen. Neben den Veranstaltungen an der Universität war es uns auch möglich die Stadt Shanghai kennenzulernen. Auch wenn vermutlich keiner von uns nun behaupten kann, die Stadt gut zu kennen, habe ich einen sehr guten Eindruck bekommen. Besonders bedeutsam empfinde ich dies bezüglich auch, die Möglichkeit einer Reise in weitere Nachbarstädte wie Suzhou und Tongli bekommen zu haben. Die Unterschiede waren in Bezug auf die Bevölkerung und auch den Städtebau immens und das, obwohl die Städte in einer geringen Distanz zueinander liegen. Innerhalb dieser Reise habe ich verschiedene Dimensionen Chinas, sowie unterschiedliche Lebensformen kennenlernen können. Der Wandel, der sich innerhalb dieses Landes vollzieht, war dadurch spürbar. Die sozialen Erfahrungen beziehen sich neben den alltäglichen Kontakten zu der Bevölkerung aber auch auf die Betreuung durch chinesische Studenten. Diese haben es geschafft uns die Stadt nahe zu bringen, und zudem unsere Sprachkompetenzen zu fördern. Die Gastfreundschaft mit der wir empfangen wurden war ergreifend und ich freue mich sehr, vier Austauschstudenten im April 2016 an der TU Darmstadt begrüßen zu dürfen.

Erfahrungsbericht von Marieke Brandt

Shanghai ist eine pulsierende Metropole und wahrscheinlich einer der momentan dynamischsten Orte weltweit. In der gesamten Stadt sieht man wie schnell sich alles entwickelt. Shanghai ist eine, für chinesische Verhältnisse, sehr westliche Stadt, wobei man nicht erwarten sollte dass irgendjemand Englisch spricht. Nach ein paar Tagen hat man aber die Kommunikationstricks drauf und dann geht alles viel einfacher. Zudem entwickelt man mit der Zeit ein gewisses Fingerspitzengefühl für die Menschen und ihre Verhaltensnormen.

Meiner Erfahrung nach haben Chinesen, gerade gegenüber einem Ausländer, oft eine sehr positive Grundeinstellung. Dies sollte man nicht ausnutzen, immerhin vertritt man in der einen oder anderen Form die Identität seines Landes mit. Insbesondere in Shanghai sind die Leute soweit gegenüber Ausländern sensibilisiert, dass sie verstehen dass Ausländer andere Normen kennen und vielleicht nicht immer die Grenzen des guten Verhaltens in der chinesischen Kultur kennen. Grundsätzlich sollte man eine positive Grundeinstellung, Toleranz und Geduld für diese Kultur und die Menschen mitbringen, sonst wird man es sehr schwer haben sich hier wohlzufühlen. Zudem darf man nicht vor den vielen Kontrollen, z.B. Taschenkontrollen und Abtasten an U-Bahn-Stationen zurückschrecken.

Empfehlenswert ist es auch in die umliegenden Gegenden zu reisen, um sich die Vielfalt Chinas anzuschauen, da Shanghai sehr westlich geprägt ist. Der Tagesausflug nach Suzhou hat eine ganz andere Seite Chinas gezeigt. Man sollte zudem auch mal die typischen Touristenrouten verlassen und in die kleinen Gassen und Nebenstraßen abbiegen. Durch die kleinen Nebenstraßen und im Gegensatz dazu die sauberen Stadtkerne betrachte ich das Entwicklungsland China, sowie China als Akteur in der Entwicklungshilfe, mit andern Augen. Es hat mir gezeigt, dass China noch genug eigene Brennpunkte und Armut hat, welche vor den Touristen und anderen Ausländern „versteckt“ werden soll. Dabei ist mir immer wieder die Frage gekommen: „Warum investiert China so viel Geld in die Entwicklungshilfe in Afrika obwohl in China genug Armut vorherrscht?“

Durch die Seminare an der Tongji-Universität habe ich viel über das politische System Chinas gelernt sowie deren Kultur. Man hat gelernt warum die Chinesen manches Verhalten haben, was für uns Europäer im ersten Moment befremdlich scheint. Die Seminare haben mir viel gebracht für mein interkulturelles Verständnis. Zudem habe ich viel für mein Studium der Politikwissenschaft mitgenommen und werde manche Dinge der Politikwissenschaft jetzt in der Universität mit anderen Augen betrachten.

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