Deutsche und chinesische Brückenbauer

28.09.2015

Deutsche und chinesische Brückenbauer

Studierendenevent an der Tongji Universität in Shanghai

Neben 66 Wasserflaschen liegen 66 Bananen und am Ende war es doch knapp. Rund 30 deutsche Austauschstudierende, die vor einer Woche in Shanghai gelandet sind, haben sich zum Gruppen-Speeddating angemeldet. Sie sind trotz Kursen alle gekommen, um sich einen Nachmittag lang mit chinesischen Studierenden zu unterhalten. Auch von den über 30 angemeldeten Chinesen ließ sich keiner die Gelegenheit entgehen, die „frisch angekommenen“ Deutschen unter die Lupe zu nehmen.

Das Gruppen-Speeddating wird jedes Semester vom Deutschkolleg der Tongji Universität, der TU Darmstadt und dem DAAD gemeinsam veranstaltet. Entsprechend bunt ist die Mischung der Teilnehmer. Die Deutschen sind größtenteils Austauschstudierende der Tongji aus Darmstadt, aber auch Studierende aus anderen Städten und Stipendiaten des DAAD wurden zu dem Event eingeladen. Die chinesischen Teilnehmer kommen aus ganz China und bereiten sich am Deutschkolleg auf ein Studium in Deutschland vor.

Kein Wunder, dass bei der unterschiedlichen Herkunft der Teilnehmer die China- und Deutschlandkarten eine wichtige Requisite waren. Viele Chinesen kommen aus Städten wie Yiwu, Xuzhou oder Zhengzhou. Wer weiß schon, wo diese Millionenstädte, von denen in Deutschland noch kaum einer was gehört hat, liegen? Die Chinesen lernten im Gegenzug das ein oder andere Dorf im Rheinland oder an der Grenze zu Bayern kennen.

Die zweite, unverzichtbare Requisite beim internationalen Kennenlernen ist in China das Handy. Obwohl sie noch nicht einmal einen Monat in China sind, haben alle Studierenden aus Deutschland schon die App WeChat auf ihrem Handy. Mit einem Barcode-Scanner hat man so in Windeseile die Kontaktdaten seines Gegenübers auf dem Display und kann auch noch sehen, welche Fotos der andere am Wochenende gepostet hat.

Nach zweieinhalb Stunden voller neuer Gesichter und spannender Gespräche machten sich die Teilnehmer auf den Heimweg. Alle nahmen sie viele Eindrücke und einige Telefonnummern mit, manche auch neue Freunde und wenige sogar noch eine Banane.

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