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18.12.2015

Weihnachtsgruß des Präsidenten der TU Darmstadt

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, liebe Studierende,

am Ende dieses Jahres blicken wir zurück auf sehr bewegende Monate, und wir tun dies mit gemischten Gefühlen. Wir alle sind in Sorge, weil die Krisenherde im Nahen Osten, in Afrika, Asien und auch in Europa heftige politische und gesellschaftliche Spannungen ausgelöst und unermessliches Leid erzeugt haben.

Präsident Professor Dr. Hans Jürgen Prömel. Bild: Katrin Binner
Präsident Professor Dr. Hans Jürgen Prömel. Bild: Katrin Binner

Millionen Menschen flüchten vor Krieg, Gewalt und Armut aus ihrer Heimat, verzweifelt und voller vager Hoffnung auf neue Existenzperspektiven. Gleichzeitig scheint sich gar die europäische Kernidee des solidarischen Zusammenstehens zu verflüchtigen.

Unsere Antwort als internationale Universität kann nur lauten, die Werte und Prinzipien des friedlichen, vorurteilsfreien Miteinanders, des wechselseitigen Respekts, der Anerkennung kultureller Diversität weiter aktiv zu leben und dafür einzutreten, dass Bildung weltweit einen hohen Stellenwert hat – als entscheidender Schlüssel für eine gemeinsame bessere Zukunft.

Vor diesem Hintergrund richte ich den herzlichen Dank an alle TU-Mitglieder und ihre Angehörigen, die sich privat seit Monaten mit humanitärer Hilfe engagieren. Hervorheben möchte ich auch das Dezernat Internationales, das im ersten Jahr des eigenen strukturellen Aufbaus gemeinsam mit dem Sprachenzentrum, dem Studienkolleg und weiteren Verwaltungseinheiten und in enger Absprache mit vielen Anlaufstellen in Darmstadt Vorbildliches geleistet hat, um studieninteressierte Flüchtlinge an die Universität heranzuführen.

Das Jahr 2015 war zugleich ein sehr positives Jahr für die Entwicklung der Technischen Universität Darmstadt. Anlässlich „10 Jahre Autonomie“ machte die Universität mehrfach auf ihre Leistungen aufmerksam und erfuhr aus Politik und Wissenschaft hohe Wertschätzung. Die im bundesweiten Vergleich einzigartige Stellung als eine seit 2005 eigenverantwortliche Universität haben wir mit einem hochkarätig besetzten Symposium, einem Jubiläumsfest für die Beschäftigten sowie der Vorstellung einer Dokumentation der Bauautonomie in Buchform in angemessener Weise betont.

Eigenverantwortlich zu sein verpflichtet dazu, umfassend Verantwortung zu übernehmen. Ein Beispiel dafür ist das vom Präsidium beauftragte Projekt, die Universitätsgeschichte zwischen 1930 und 1960 schonungslos aufzuarbeiten. Die umfangreichen Ergebnisse des wissenschaftlich aufwendigen und mehrjährigen Projekts „TH in der NS-Zeit“ konnten Anfang des Jahres auf beeindruckende Weise präsentiert werden.

Verantwortung als autonome Universität tragen wir auch in anderer Funktion: Die TU Darmstadt beansprucht für sich, eine gute Arbeitgeberin zu sein. Erneut ist sie als familiengerechte Universität zertifiziert worden. Und sie folgt den von den TU9-Universitäten veröffentlichen Leitlinien für faire Beschäftigungsverhältnisse, um ihre Attraktivität für den wissenschaftlichen Nachwuchs zu stärken. Es freut mich außerdem, dass die administrativ-technischen Beschäftigten unter anderem im Rahmen einer neuen Porträtserie in unserer TU-Zeitung gebührende Wertschätzung erfahren.

Verantwortung tragen wir zudem für unsere Studierenden – wir möchten das Vertrauen, das sie uns durch die Wahl der TU Darmstadt entgegengebracht haben, gerne zurückzahlen. Auch in 2015 konnten wir mit Neubauten und Sanierungsmaßnahmen die Bedingungen für Studium und Lehre weiter verbessern: Die Qualität der Hörsäle und Lernzentren in den Fachbereichen Architektur sowie Elektrotechnik- und Informationstechnik werden sehr gelobt. Im Uhrturmgebäude in der Hochschulstraße ist mit der Sanierung des historischen Hörsaals ein wunderbares neues Schmuckstück entstanden. Richtungsweisend ist auch, dass unser KIVA-Programm im Rahmen des „Qualitätspakts Lehre“ auch in den nächsten Jahren gefördert wird.

Autonomie zu leben und fortzuentwickeln bedeutet auch, klare Forschungsakzente zu setzen. In diesem Jahr hat die TU Darmstadt ihr Forschungsprofil justiert und weiter geschärft. Das zukunftsweisende Themenfeld „Cognitive Science“ wird zu einem prägenden Schwerpunkt ausgebaut und verbindet Ingenieurwissenschaften und Gesellschaftswissenschaften auf neue und fruchtbare Weise. Der im Jahr 2015 präsentierte aktuelle Förderatlas der Deutschen Forschungsgemeinschaft bescheinigt der TU Darmstadt eine hervorragende Entwicklung und mehrfache Top-Platzierungen. Im neuen bundesweiten „Hochschulranking nach Gleichstellungsaspekten 2015“ des Kompetenzzentrums Frauen in Wissenschaft und Forschung liegt die TU Darmstadt im Vergleich hessischer Universitäten ganz vorn. Unter den TU9-Universitäten belegt sie Rang zwei.

Ein neuer Sonderforschungsbereich in der Kernphysik, der Start des international sichtbaren Kompetenzzentrums für IT-Sicherheit (CRISP) im Beisein der Bundesforschungsministerin und des Hessischen Ministerpräsidenten an der TU Darmstadt , die vor wenigen Tagen besiegelte Strategische Allianz der Rhein-Main-Universitäten mit Mainz und Frankfurt – all das zeigt, dass wir auf gutem Weg sind und allen Grund zu Optimismus haben.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien erholsame Festtage sowie Gesundheit, Freude und Erfolg im nächsten Jahr.

Ihr Hans Jürgen Prömel
Präsident der TU Darmstadt

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