Archiv Aktuelles Details breit

31.05.2012

London Calling Darmstadt

Sebastian Coe spricht über die soziale Verantwortung des Sports

Prominenter Besuch: Sebastian Coe, Cheforganisator der Olympischen Spiele 2012 in London, kam zu einem exklusiven Kurzbesuch an die TU Darmstadt. Bei seinem Vortrag gab er Einblicke in seine Arbeit – und unterstrich die soziale Rolle des Sports.

Lord Sebastian Coe. Bild: Paul Glogowski
Sebastian Coe möchte wiederkommen nach Darmstadt – alledings erst nach den Olympischen Spielen. Bild: Paul Glogowski

Unendliche Begeisterung und beispielloses Engagement für den Sport – niemand verkörpert diese Eigenschaften besser als Sebastian Coe, Cheforganisator der Olympischen Spiele 2012 in London. Dies konnten zahlreiche Repräsentanten der TU und der Stadt Darmstadt, sowie weitere Interessenten beim Besuch von Sebastian Coe am 31. Mai spüren.

Als der schwarze Wagen mit leichter Verspätung auf den Karolinenplatz vor dem karo 5 rollt, wartet im Foyer neben Präsident Prof. Hans Jürgen Prömel, Kanzler Dr. Manfred Efinger und Professor Wiemeyer, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Sportwissenschaft der TU, auch der Oberbürgermeister der Stadt Darmstadt, Jochen Partsch. Coe ist kaum aus dem Wagen gestiegen, da wird bereits klar: Der Mann ist ein echter britischer Gentleman. „Wie geht es Ihnen allen? Bitte entschuldigen Sie, dass ich zu spät bin“, erklärt der Brite in seinem landestypischen Akzent.

Mit seinem Besuch folgt er der Einladung des Olympischen Clubs Starkenburg und insbesondere von Karl-Heinz Huba, Gründungs- und Geschäftsführender Vorsitzender des Clubs. „London 2012 and the new era of socially responsible sport”, so lautet der Titel des Vortrags, den Sebastian Coe vor SchülerInnen, Studierenden und zahlreichen Interessierten hält.

„Wissenschaftler, Politiker und Sportler haben einige Gemeinsamkeiten“, erklärt Präsident Prömel bei der Begrüßung. „Alle wollen ihre Wettbewerbe immer gewinnen.“ Sebastian Coe muss schmunzeln, denn er selbst weiß ganz genau, wie es ist, zu gewinnen. Der einstige Weltklasseläufer war bereits mehrmals bei den Olympischen Spielen dabei. 1980 und 1984 gewann er die Gold-Medaille über 1.500 Meter. Heute übernimmt er stattdessen repräsentative und organisatorische Aufgaben, wie die Organisation der Olympischen Spiele, die vom 27. Juli bis zum 12. August stattfinden.

Auftritt Sebastian Coe

Der Tag in Bildern
[1/10]
Der Tag in Bildern

In einem dunkelblauen Anzug betritt er die Bühne. Obwohl er sich auch eine Zeit lang in der Politik versuchte, wirkt er keineswegs gezwungen, als er sich zum Publikum wendet, begeistert lächelt und seine lila geblümte Krawatte glatt streicht. Um die Zuhörer ein wenig ins Olympia-Fieber zu versetzen, zeigt Coe zu Beginn seines Vortrags ein Video, welches den Olympia-Park in seiner ganzen Pracht vorstellt – Schauplatz der einzelnen Disziplinen. Nach der Hälfte des Videos setzt die musikalische Untermalung aus, das Bild läuft weiter. „Ich denke, wir haben den Sound verloren“, muss Coe schmunzelnd zugeben. „Aber seien Sie versichert: Ich kann die Olympischen Spiele wirklich organisieren!“ Die Stimmung lockert sich.

Nun aber zum ernsten Teil des Vortrags. Denn Sebastian Coe ist sich bewusst, dass mit dem Ende der Olympischen Spiele sein Job noch lange nicht beendet ist. Das soziale Engagement gerade in Bezug auf die Jugend liegt ihm persönlich am Herzen. Mit den Olympischen Spielen will er die Jugendlichen für den Sport begeistern und gerade sozial benachteiligten Kindern die Möglichkeit geben, aktiv etwas zu unternehmen.

Helfen soll in diesem Fall das „International Inspiration Project“. Gemeinsam mit Partnern wie UNICEF, großen Sportartikelherstellern und zahlreichen Prominenten soll das Projekt sozial benachteiligte Kinder dabei unterstützen, Zugang zum Sport zu finden. Rund um den Globus bietet das Team um Sebastian Coe Hilfsprojekte an und sammelt Spenden. Und das über die Olympischen Spiele hinaus. Mtieinander verknüpfte Projekte sollen über Jahre hinweg angeboten werden und den Kindern wichtige Werte wie Teamarbeit und den Willen zur Bewegung und zu aktiver Teilnahme vermitteln.

„Olympia ist das Flaggschiff des Projekts“

Präsident Prof. Prömel und Prof. Wiemeyer. Bild: Paul Glogowski
Präsident Prof. Prömel und Prof. Wiemeyer. Bild: Paul Glogowski

Um Jugendliche besser zu erreichen, will Sebastian Coe auch auf die neuen Medien zurückgreifen. Ihm sei bewusst, dass dies heutzutage eine optimale und teilweise auch die einzige Methode ist, um Jugendliche auf eine Sache anzusprechen. „Soziale Netzwerke sind die neuen Kanäle. Dort teilen Jugendliche ihre Inhalte. Wir müssen es schaffen, die Jugendlichen selbst zum Inhalt zu machen“, so Coe. „Olympia ist das Flaggschiff des ganzen Projekts, denn mit der internationalen Aufmerksamkeit kann man viele Menschen und gerade die Jugend erreichen."

Bei abschließenden Video weht ein wenig Olympia-Fieber durch den Hörsaal. Der Film zeigt den Lauf der olympischen Fackelträger von Griechenland bis nach London. Wieder setzt die Musik aus. „Das ist jetzt nicht der Moment für mich um, zu singen“, lacht Sebastian Coe. Er hinterlässt einen Eindruck. Besonders bei einem Schüler, der am heutigen Tag mit seiner Klasse als Zuhörer dabei war. Bei einer Verlosung zieht Coe dessen Los, was für den Glücklichen ein Ticket nach London zu den Olympischen Spielen bedeutet. „Jetzt wirst du mehr Freunde haben als jemals zuvor.“

Danach geht es zum Empfang in die karo lounge. Hier trägt sich Coe in Anwesenheit des Oberbürgermeisters in das goldene Buch der Stadt ein. Nach einem Mittagessen in der Mensa ist der Besuch von Sebastian Coe in Darmstadt auch schon wieder beendet. Der Brite will wiederkommen, doch erst nach dem 12. August. Bis dahin schlägt sein Herz nur für Olympia.

zur Liste