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10.09.2012

Personalpolitik mit Verantwortung

Präsident Prömel bei der GEW-Wissenschaftskonferenz „Baustelle Hochschule“

Der Präsident unterstreicht Vorschläge und Empfehlungen für eine aktive Personalpolitik. Er zeigt wie die TU Darmstadt ihre Autonomie in Personalangelegenheiten nutzt und die Leitlinien der Hochschulrektorenkonferenz für die Ausgestaltung befristeter Beschäftigungsverhältnisse umsetzt.

Eingeladen zu der Wissenschaftskonferenz „Baustelle Hochschule – Attraktive Karrierewege und Beschäftigungsbedingungen gestalten“ vom 5. bis 8. September hatte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Experten sowie Vertreter von Verantwortungsträgern im Bund, Ländern und Hochschule und wissenschaftspolitischen Organisationen diskutierten die Frage, wie die Hochschulen die Karrierewege in der Wissenschaft berechenbarer gestalten und die Beschäftigung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern stabilisieren können.

Als Vizepräsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) gab Präsident Prömel ein Impulsreferat zu dem Thema „Planbarkeit und Transparenz“. Er stellte am Beispiel der TU Darmstadt vor, wie die Empfehlungen der HRK-Leitlinien für befristete Beschäftigungsverhältnisse in der Praxis funktionieren können.

Die TU Darmstadt legt in ihren Grundsätze zur Beschäftigung nicht promovierter Wissenschaftlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rahmen befristeter Arbeitsverhältnisse (Senatsbeschlüsse 1999 und 2002) transparente und verlässliche Spielregeln für die Dauer der entsprechenden Beschäftigungsverhältnisse fest. In den Richtlinien zur Einrichtung von Stellen für Dauerfunktionen für Wissenschaftliche Mitarbeiter/innen (Senatsbeschluss 2005) hat sich die Universität auf ein angemessenes Verhältnis zwischen Funktionsdauerstellen und Qualifikationsstellen verständigt. Beide Regelungen dienen der Transparenz und der Planbarkeit von Karrierewegen.

Zur Förderung der Nachwuchswissenschaftler hat die TU Darmstadt die Dachorganisation Ingenium – Young Researchers at TU Darmstadt eingerichtet. Ingenium fördert im Zusammenwirken mit den Fachbereichen, Graduiertenschulen und Graduiertenkollegs den wissenschaftlichen Nachwuchs im Hinblick auf die akademische und außerakademische Karriere.

Auch wurden an der TU Darmstadt spezielle Führungskräftetrainings für neuberufene Professorinnen und Professoren entwickelt. So bietet Proführung professionelle Unterstützung in der Mitarbeiterführung und begleitet beim Auf- und Ausbau von Führungskompetenzen. Im Rahmen der Einführungsveranstaltung Wissensbisse referieren Experten aus der Universität zu arbeitsrelevanten Themen, um den Einstieg zu erleichtern. Beide Formate haben sich schnell etabliert und erfahren eine große Resonanz.

Zu den HRK-Leitlinien

Im April 2012 hat die 12. Mitgliederversammlung die Befristungspraxis an deutschen Hochschulen diskutiert und einstimmig die Empfehlung „Leitlinien für die Ausgestaltung befristeter Beschäftigungsverhältnisse mit wissenschaftlichem und künstlerischem Personal“ gefasst.

Die Empfehlungen wurden von der Ständigen Kommission für Organisation, Hochschulmanagement, Governance und Personalstrukturen erarbeitet, dessen Vorsitz Präsident Prömel hat.

Diese Leitlinien stellen ein Bekenntnis zu planbaren und verlässlichen Karriereperspektiven für das wissenschaftliche Personal dar. Dabei sind auch der wissenschaftliche Auftrag der Hochschulen auf der einen Seite und ihrer sozialen Verantwortung auf der anderen Seite angemessen zu berücksichtigen. Im Sinne einer wohlverstandenen, verantwortungsbewussten Personalentwicklung sind danach dem wissenschaftlichen Nachwuchs Karrierewege innerhalb und außerhalb der Wissenschaft aufzuzeigen und er ist für diese Wege zu qualifizieren.

Da befristete Arbeitsverhältnisse mit wissenschaftlichem und künstlerischem Personal zugleich der Qualifikation dieser Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und der Innovationskraft der Hochschulen dienen, müssen diese Arbeitsverhältnisse planbar sein und die Befristungen transparent und die Grundsätze der Gleichstellung berücksichtigt werden. Die Hochschulen sollen sich hochschulspezifische Standards setzen, um diesen Ansprüchen gerecht zu werden.

Darüber hinaus müssen die Hochschulen den Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern Möglichkeiten überfachlicher Fortbildung und Unterstützung in der Karriereplanung gewähren.

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