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25.10.2012

Herzberg-Hörsaal feierlich eröffnet

TU ehrt ehemaligen Privatdozenten Dr. Gerhard Herzberg

Die TU Darmstadt widmet einen neu umgestalteten Hörsaal dem ehemaligen Privatdozenten der TH Darmstadt, Dr. Gerhard Herzberg. In Anwesenheit der Tochter von Herzberg, Prof. Agnes Herzberg, wurde der 84 Sitzplätze umfassende Saal feierlich eingeweiht.

Prof. Gernot Alber, Dr. Marion Thurnauer, Professor Agnes Herzberg und Präsident Hans Jürgen Prömel schauen in die Kamera. Bild: Franco Laeri
V.l.n.r: Der Dekan des FB Physik, Prof. Dr. Gernot Alber, die Cousine von Frau Herzberg, Dr. Marion Thurnauer, Professor Dr. Agnes Herzberg und TU-Präsident Hans Jürgen Prömel. Bild: Franco Laeri

Der Hörsaal, der zukünftig Herzbergs Namen trägt, hat 84 Sitzplätze und ist u.a. mit Beamer, W-Lan und Multimedia-Infrastruktur ausgestattet. Er befindet sich im ersten Obergeschoss des im Jahre 1895 für physikalischen und elektrotechnischen Institute erbauten Gebäudes.

Angesichts der stark wachsenden Studierendenzahl wurde der bisher anderweitig genutzte Raum umgebaut und wird nun der Lehre zur Verfügung stehen.

Der deutsch-kanadische Physiker und Chemiker Prof. Gerhard Herzberg, 1904 in Hamburg geboren, studierte von 1924 bis 1928 an der TH Darmstadt und wurde dort 1928 zum Dr.-Ing. promoviert. Nach Zwischenstationen in Göttingen und Bristol lehrte er von 1930 bis 1935 als Assistent und Privatdozent am Physikalischen Institut der TH Darmstadt. Aufgrund der Eheschließung mit der Physikerin Luise Oettinger, die jüdischer Abstammung war, wurde Gerhard Herzberg 1935 die Lehrbefugnis entzogen und sein auslaufender Vertrag an der TH Darmstadt nicht verlängert.

1935 emigrierte Herzberg nach Kanada, wo er an der Universität Saskatchewan eine Professur erhielt. Ab 1945 arbeitete er in Chicago, ab 1948 in Ottawa. 1971 erhielt Herzberg den Nobelpreis für Chemie für seine Arbeiten zur elektronischen Struktur von Molekülen, speziell der freien Radikale. Gerhard Herzberg starb am 3. März 1999 in Ottawa.

Die TU Darmstadt gedachte 2010 mit der Verlegung von „Stolpersteinen“ sechs ehemaliger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die zwischen 1933 und 1935 aus der TH Darmstadt entlassen und verdrängt wurden.

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