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16.05.2013

„Jährlich 3.000 Master-Anfänger“

TU Darmstadt berichtet im Hessischen Landtag über Autonomie-Entwicklung

Die TU Darmstadt will künftig jedes Jahr bis zu 3.000 neue Master-Studierende aufnehmen. Internationalen Master-Studierenden gilt dabei ein besonderes Augenmerk. Vor dem Wissenschaftsausschuss des Hessischen Landtags berichteten TU-Präsident Prof. Dr. Hans Jürgen Prömel und die Hochschulratsvorsitzende Prof. Dr. Heidi Wunderli-Allenspach über die Fortentwicklung der autonomen Modelluniversität.

Studierende bei einer Gruppenarbeit. Bild: Katrin Binner
Projektgruppen im Masterstudiengang Bauingenieurwesen: Die Nachfrage nach Masterstudienplätzen wird in Zukunft steigen. Bild: Katrin Binner

Die Nachfrage nach Masterstudienplätzen hat im Studienjahr 2012/13 stark zugelegt und lag mit knapp 2.000 Anfängern fast doppelt so hoch wie zwei Jahre zuvor. Die TU Darmstadt rechnet in den nächsten Jahren mit einer weiter wachsenden Nachfrage nach Masterstudienplätzen. Wie Präsident Prömel ausführte, sollen künftig jedes Jahr bis zu 3.000 Studierende ein Masterstudium aufnehmen können.

„Die TU Darmstadt will nicht nur ihre eigenen Bachelorabsolventen für die Aufnahme eines Masterstudiums ausbilden, sondern darüber hinaus im Master attraktiv für hervorragende Studierende von anderen Universitäten sein, insbesondere aus dem Ausland. Damit wollen wir einen wichtigen Beitrag zur Deckung des Fachkräftebedarfs leisten.“ Die Gesamtzahl der Studierenden werde wohl auch mittelfristig bei rund 25.000 liegen und damit um 43 Prozent über dem Wert von 2007. Derzeit beginnen rund 90 Prozent der Ersteinschreiber mit dem Studium eines ingenieur- oder naturwissenschaftlichen Faches.

Das Forschungsprofil der TU Darmstadt sei sehr attraktiv: Experten bescheinigten kürzlich den auf IT-Sicherheit fokussierten Wissenschaftler-Gruppen eine Spitzenstellung mit hoher internationaler Sichtbarkeit; die TU Darmstadt konnte ferner Anfang des Jahres einen Sonderforschungsbereich zum Thema „Qualität von Diensten im künftigen Internet“ etablieren. Außerdem gingen kürzlich zwei der höchsten europäischen Forschungsauszeichnungen in den Fachbereich Informatik.

Auch im Themenfeld Maschinenbau und Energie setzt die Universität weitere Akzente: Der Aufbau einer Modellfabrik zur Erforschung von Energieeffizienz und zur Reduktion des CO2-Ausstoßes in der industriellen Fertigung wird mit 5,4 Millionen Euro vom Bund und mit 1,2 Millionen Euro vom Land Hessen gefördert.

Die Gründung von Hightech-Unternehmen wird die TU Darmstadt künftig noch stärker unterstützen. Das Bundeswirtschaftsministerium hat die TU Darmstadt im Wettbewerb „Die Gründerhochschule“ kürzlich für ihr Konzept ausgezeichnet und stellt für die nächsten drei Jahre 1,1 Millionen Euro zur Verfügung.

Autonomie wird gelebt

Die Vorsitzende des Hochschulrats Wunderli-Allenspach betonte, der Hochschulrat der TU Darmstadt nehme seine Rolle im Gesamtgefüge einer autonomen Universität vertrauensvoll und nachdrücklich wahr. So habe man bei der Wahl des Präsidenten eng mit der Universitätsversammlung zusammengearbeitet. Die konstruktiven Gespräche mit den Gremien und Gruppen der Universität sollten auch im nächsten Jahr weitergeführt werden.

Der Status der Autonomie sei innerhalb der TU Darmstadt tief verwurzelt, bilanzierte TU-Präsident Prömel: „Sie wird gelebt, motiviert zur Gestaltung und Mitwirkung, und macht einen guten Teil der Identität der TU Darmstadt aus.“ Für die kommende Legislaturperiode des hessischen Landtags steht die Fortschreibung des Autonomiegesetzes der TU Darmstadt an. In der Diskussion mit den Abgeordneten erklärte Prömel, dass er den erreichten Autonomiestatus festigen wolle. Wichtig sei eine auskömmliche Grundfinanzierung. Nachdem Projektmittel gerade in der Lehre in den letzten Jahren zugenommen hätten, müsse die Balance zur Grundfinanzierung wieder gefunden werden.

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