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01.08.2013

Synergie und Innovation für Energie

Bundeswirtschaftsminister Rösler besucht ETA-Fabrik an der TU Darmstadt

Beim Thema „Energie“ hat die TU Darmstadt als eine der führenden Technischen Universitäten in Deutschland eine Spitzenposition in der Forschung inne. Davon hat sich Bundeswirtschaftsminister Dr. Philipp Rösler am 1. August 2013 vor Ort ein Bild gemacht und informierte sich auf dem Campus Lichtwiese unter anderem über die ETA-Fabrik, das jüngste Modellprojekt der TU.

Besuch aus Berlin: Bundeswirtschaftsminister Rösler informierte sich an der TU Darmstadt über die künftige ETA-Fabrik. Bild: Chris Hartung
Besuch aus Berlin: Bundeswirtschaftsminister Rösler informierte sich an der TU Darmstadt über die künftige ETA-Fabrik. Bild: Chris Hartung

„Die Steigerung der Energieeffizienz ist ein Schlüsselelement bei der Umsetzung der Energiewende. Damit die Energiewende gelingt und bezahlbar bleibt, brauchen wir technologische Innovationen. Deshalb haben wir die Energieforschung deutlich gestärkt. Mit dem umfassenden Ansatz der ETA-Fabrik eröffnet das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie einen neuen Forschungsaspekt auf dem Gebiet der Energieeffizienz in der Industrie“, so Minister Rösler.

In der ETA-Fabrik werden künftig auf dem Campus Lichtwiese der TU Darmstadt Architekten, Bauingenieure, Fachplaner der technischen Gebäudeausrüstung und Produktionsingenieure daran arbeiten, ein Fabrikgebäude samt Anlagen – beispielhaft aus der metallverarbeitenden Industrie – so zu optimieren, dass diese Fabrik möglichst energieeffizient arbeiten kann. Dabei verspricht die ganzheitliche Betrachtung des Gebäudes, der technischen Infrastruktur und der Produktionsmaschinen eine deutlich höhere Energieersparnis, als wenn jede Komponente für sich auf den Energieverbrauch hin optimiert werden würde.

In der Praxis heißt das, dass beispielsweise die Abwärme, die Maschinen produzieren, direkt zur Klimatisierung des Gebäudes genutzt werden kann oder um den Wärmebedarf einer Reinigungsanlage zu decken. Man kann sie aber auch über eine Absorptionskälteanlage zur Kühlung der Werkzeugmaschinen weiterverwerten.

Interdisziplinäres und praxisnahes Pilotprojekt

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„Die ETA-Fabrik ist ein richtungweisendes Pilotprojekt und erfüllt vorbildlich den Anspruch der TU, interdisziplinär, praxisnah und eng vernetzt mit Partnern aus der Wirtschaft zu arbeiten“, sagt Professor Dr. Hans Jürgen Prömel, Präsident der TU Darmstadt.

Die ETA-Fabrik schaffe Synergien zwischen Forschungsfeldern wie der Produktionstechnik und der Energieforschung. „Das sind wichtige Themen der Zukunft. Wir sind stolz darauf, dass wir als technische Universität mit der jüngst gestarteten ETA-Fabrik einen weiteren großen Beitrag zu Forschung und praxistauglicher Entwicklung auf diesem Gebiet leisten.“

„Das Potential zur Energieeinsparung in der Industrie ist durchaus als hoch anzusehen“, erläutert Professor Dr. Eberhard Abele, geschäftsführender Leiter des Instituts für Produktionsmanagement, Technologie und Werkzeugmaschinen (PTW) der TU Darmstadt.

„Während wir bereits ziemlich genau wissen, mit welchen Maßnahmen wir die Energieeffizienz an einer Produktionsmaschine steigern können, liegt ein bisher noch kaum erschlossenes Potenzial in der Weiternutzung der beim Maschinenbetrieb entstehenden Abwärme. Wir wollen diese Wärme weiter nutzen und mittels thermischer Speichertechnik und Technik zur Energietransformation dann und dort nutzen, wann und wo sie im Gebäude gebraucht wird. Die Erschließung dieses Potentials gelingt allerdings nur über die enge und interdisziplinäre Zusammenarbeit der Bereiche Maschinenbau, Bauingenieurwesen und der Architektur. Das ist das Ziel unserer ETA-Fabrik.“

TU bildet Energie-Experten der Zukunft aus

Die TU Darmstadt ist führend auf dem Gebiet der Energieforschung. Die im Rahmen der Exzellenzinitiative von Bund und Land geförderte und zum 1. November 2012 gegründete Graduiertenschule für Energiewissenschaft und Energietechnik bietet Doktorandinnen und Doktoranden mit ingenieur- und naturwissenschaftlichem Hintergrund eine exzellente Forschungsumgebung.

Dort erarbeiten sie eine wissenschaftliche Basis für eine kontinuierliche Umstellung der heute dominierenden kohlenstoffbasierten, nicht erneuerbaren Energiequellen auf eine zukünftige Energieversorgung durch erneuerbare und umweltfreundliche Energiequellen. Dabei geht es auch darum, die Effizienz klassischer Energietechnologien zu steigern und innovative und konkurrenzfähige neue Technologien zu entwickeln.

Im interdisziplinär ausgerichteten Masterstudiengang Energy Science und Engineering können sich Studierende auf das Thema Energie spezialisieren. Im TU Darmstadt Energy Center werden die ingenieur-, natur- und gesellschaftswissenschaftlichen Grundlagen für die Umgestaltung der Energieversorgung entwickelt. Dazu werden die vorhandenen interdisziplinären Strukturen und Fakultäten thematisch zusammengeführt.

„Wir bilden an der TU Darmstadt den Energie-Ingenieur, die Energie-Ingenieurin der Zukunft aus“, sagt Hans Jürgen Prömel. Dabei lege die TU auch großen Wert darauf, die künftigen Fachleute mit dem nötigen übergreifenden Weitblick auszustatten. „Unsere Absolventinnen und Absolventen tragen sowohl ingenieurwissenschaftliche Expertise in die Wirtschaft als auch die Fähigkeit und die Sensibilität, die ökonomischen, ökologischen und sozialen Folgen ihrer Arbeit zu bedenken.“

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