Das Studentenwerk – ab 1921

Das Studentenwerk – ab 1921

Küche der Studentischen Wirtschaftshilfe Darmstadt in den 1920er Jahren. Bild: Archiv TU Darmstadt
Küche der Studentischen Wirtschaftshilfe Darmstadt in den 1920er Jahren. Bild: Archiv TU Darmstadt

Essen, Wohnen, finanzielle und soziale Förderung: An diesen für Studentenwerke typischen Aufgaben hat sich seit dem Jahr 1921 nichts geändert. Es ist das Gründungsjahr der „Studentischen Wirtschaftshilfe Darmstadt e.V.“. Professoren und Studierende engagieren sich nach Kräften und gewinnen Wirtschaft und Mäzene als Unterstützer.

Die Studentengeneration der Nachkriegszeit hat existenzielle Nöte, preiswerte Mittagstische werden dringend benötigt. Es entstehen ein Arbeitsvermittlungsamt, ein Lebensmittelund Bekleidungsverkauf, eine Wasch- und Flickstube sowie 1923 ein Wohnheim mit 64 Betten. 1928 eröffnen eine studentische Tankstelle und Fahrschule. Die umgebaute Turnund Festhalle (Otto-Berndt-Halle), einst militärisch genutzt und zuletzt Kulissen-Depot des Hessischen Landestheaters, ist mit ihren neuen Lagerräumen bereits seit 1926 in Betrieb.

Mensa als Notküche 1946

Studentenwerks-Café in den 50er Jahren. Bild: Karl-Heinz Riele
Studentenwerks-Café in den 50er Jahren. Bild: Karl-Heinz Riele

Unter dem NS-Regime hat die in „Darmstädter Studentenwerk“ umbenannte Einrichtung den Auftrag, „charakterfeste“ Studenten „rein arischer Abstammung“ zu fördern. In der Darmstädter Brandnacht am 11. September 1944 fallen die Wirtschaftsgebäude in Schutt und Asche.

Mit der Wiedereröffnung der Technischen Hochschule 1946 nimmt eine Notküche die Arbeit auf. Zwei Jahre später kann die Mensa 550 Essen pro Tag austeilen. Die zerstörte Otto-Berndt-Halle wird 1953 zur Mensa und Allzweckhalle ausgebaut. Und sie steht im Blickpunkt der Öffentlichkeit: Hier versammeln sich berühmte Politiker, Philosophen, Journalisten, Architekten und Künstler aus aller Welt zu den „Darmstädter Gesprächen“. Leidenschaftlich debattieren sie kulturelle und gesellschaftliche Zukunftsszenarien für Deutschland und Europa. In den folgenden Jahrzehnten genießen die Darmstädter Bürger hier rauschende Bälle, Empfänge für Absolventen und andere Feste.

Auf Wachstumskurs seit 1959

Studentenwohnheim „Campino 11“ in der Eschollbrücker Straße. Bild: Roman Grösser
Studentenwohnheim „Campino 11“ in der Eschollbrücker Straße. Bild: Roman Grösser

Das Bau-Volumen des Studentenwerks wächst und wächst: Studentendorf Lichtwiese (1959), eine erste Mensa auf dem Stadtrand-Campus (1970), die für Wohngemeinschaften und Familien flexibel konzipierte Anlage Karlshof (1978), der Umbau der Mensa Stadtmitte mit denkmalgerechter Renovierung der Otto-Berndt-Halle (1999).

Heutzutage werden in den Mensen Stadtmitte und Lichtwiese jährlich etwa 1,4 Millionen warme Menüs verspeist. Das Studentenwerk Darmstadt, das seit 2015 „Studierendenwerk Darmstadt“ heißt, bearbeitet jährlich mehrere tausend Anträge zur Studienfinanzierung nach BAföG und vermietet in mehr als einem Dutzend Wohnanlagen Zimmer mit rund 3000 Betten.