Das Logo der TU Darmstadt

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Kleine Geschichte der Athene an der Universität

Das Logo der TU Darmstadt. Bild: Patrick Bal
Das Logo der TU Darmstadt. Bild: Patrick Bal

Die griechische Göttin Athena, in voller Rüstung dem Kopf des Göttervaters Zeus entsprungen, gilt seit der Antike als Schutzgöttin der Künste und Wissenschaften. Eine thronende Athene nimmt die zentrale Position der Skulpturengruppe im Giebelfeld des 1895 vollendeten alten Hauptgebäudes der damaligen Technischen Hochschule Darmstadt ein, umgeben von Allegorien der Ingenieurskunst, der Architektur, des Maschinenbaus und der Naturwissenschaften.

1945/46: Die Athene wird zum Universitäts-Symbol

Die Universität führte Athene nach 1945 als offizielles Symbol ein. Prof. Dr. Hermann Geibel, Inhaber des Lehrstuhls für angewandte Plastik und Freihandzeichnen, fertigte 1946/1947 den ersten Entwurf für eine neue Amtskette, den der Darmstädter Goldschmied Hermann Macholdt gemeinsam mit dem Erbacher Elfenbeinschnitzer Wilhelm Heger ausführte. Rektor Prof. Dr. Richard Vieweg bezeichnete den „Kopf der sinnenden Athene als Symbol der Wissenschaft und des Humanismus (…)“. Die Geibelsche Athene wurde ab 1949 auch zum offiziellen Schmuckwappen der Universität – als Amtsinsignie, Beglaubigungsmittel und Ehrensymbol. In den rund 20 Jahren darauf wurde das Athene-Motiv stilistisch mehrfach frei verändert.

Am 23. Mai 1972 beauftragte der Präsident Prof. Dr. Böhme den Oberassistenten Walter Wilkes im Fachgebiet Malen, Zeichnen und Graphik, die erforderlichen Schritte für den Entwurf eines Hochschulsiegels einzuleiten. Damit initiierte er die Schöpfung eines nunmehr verbindlichen und einheitlichen Symbols für die TH. Auf der Grundlage von Photographien dreier historischer Münzen sollte das Thema Athene neu bearbeitet werden und erstmals das Staatswappen auf den Dienstsiegeln ersetzen.

1972: Hermann Eidenbenz entwirft das Logo der TH Darmstadt

Einsetzung des rekonstruierten Athene-Kopfs im Fries des Alten Hauptgebäudes am 20. Juni 2006, Stein-Figuren von Bausch, Arbeiter, Handwerk Bild: TU Darmstadt
Einsetzung des rekonstruierten Athene-Kopfs im Fries des Alten Hauptgebäudes am 20. Juni 2006, Stein-Figuren von Bausch, Arbeiter, Handwerk Bild: TU Darmstadt

Der Schweizer Graphiker Hermann Eidenbenz, der unter anderem auch Banknoten für die D-Mark und für Schweizer Franken schuf, fertigte die Entwürfe, die im Dezember 1972 vom Präsidenten und Vizepräsidenten der TH gebilligt wurden. Das Siegelbild zeigt den behelmten Kopf der Athene nach rechts. Das Bild wird von der Umschrift „Technische Hochschule Darmstadt“ umgeben, die später an die jeweiligen Amts- und Institutionsbezeichnungen angepasst wurde.

Unklar ist die Deutung der Darstellung auf der Kalotte des Helmes. Zu sehen sind ein Löwenkopf nebst Pranken, ein Flügelelement, das sowohl als stilisierte Wangenklappe wie auch als Flügel interpretiert werden kann, sowie zuletzt eine Volute, welche die Deutung als Fischschwanz wie auch – bei sehr freier Betrachtung – als Lilie zulässt. So ist denkbar, dass es sich hier um ein antikes Fabelwesen, nämlich einen See-Löwen bzw. geflügelten See-Löwen handelt, oder aber um ein Zitat des Wappens der Stadt Darmstadt (steigender Löwe, darunter Lilie) bzw. des Landes Hessen (Löwe). Eine amtliche Siegelbeschreibung konnte bislang noch nicht nachgewiesen werden.

Neben der Verwendung als hoheitliches Symbol fand das neue Emblem rasch Gebrauch als Logo der TH mit dreizeiligem Schriftzug. Seitdem ist es die allgemeinverständliche Kommunikationsmarke der Universität.