Eugen Kogon

Eugen Kogon (*1903, †1987)

Eugen Kogon. Bild: Archiv TU Darmstadt
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Eugen Kogon. Bild: Archiv TU Darmstadt

Eugen Kogon gehört zur Gründergeneration der Politikwissenschaft in der Bundesrepublik. Er wird 1951 als Professor für Wissenschaftliche Politik an die TH Darmstadt berufen – einen Lehrstuhl von besonderer Bedeutung, denn es ist die Hessische Landesregierung, die als erste aller Bundesländer diese Fachrichtung etabliert.

Der Publizist Kogon, ein Antifaschist mit christlicher Prägung, wurde von 1936 bis 1938 mehrfach von der Gestapo verhaftet, ab 1939 war er bis Kriegsende im KZ Buchenwald interniert. 1946 veröffentlicht er das Aufsehen erregende Buch „Der SS-Staat“. Kogon gilt als einer der intellektuellen Väter der Bundesrepublik und als herausragender Verfechter der europäischen Idee.

Publizistisch tritt er als Mitherausgeber der „Frankfurter Hefte“ hervor. Kogons vielfältige Initiativen und Denkanstöße prägen und schärfen das moralische Gewissen der Technischen Hochschule Darmstadt. Bis zu seiner Emeritierung 1968 setzt er sich für die Verständigung und Kooperation zwischen den technischen Wissenschaften und den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften ein. Die Einführung der Gewerbelehrerausbildung an der Hochschule trägt seine Handschrift. 1976 erscheint seine umfassende Untersuchung „Die Stunde der Ingenieure.Technologische Intelligenz und Politik“.