Gerhard M. Sessler

Gerhard M. Sessler (*1931)

Gerhard M. Sessler. Bild: Archiv TU Darmstadt
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Gerhard M. Sessler. Bild: Archiv TU Darmstadt

Gerhard M. Sessler ist von 1975 bis 1999 Professor am Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik der TU Darmstadt.

In den 1960er Jahren hat er an den Bell Laboratories in den USA gearbeitet und seit 1967 die Electro-acoustics Research Group geleitet. 1962 erfindet er gemeinsam mit Dr. James Edward West das Elektret-Kondensatormikrofon – ein Meilenstein in der Technischen Akustik. Weltweit werden heute jährlich über zwei Milliarden dieser Mikrofone für Telefone, Videokameras, Hörgeräte, Spielzeug sowie Rundfunk- und Fernsehaufzeichnungen hergestellt – das entspricht einem Marktanteil von über 80 Prozent.

Das Elektret-Mikrofon zeichnet sich durch eine dauerhafte elektrische Aufladung der metallbeschichteten Membran oder einer auf der Gegenelektrode sitzenden Schicht aus Fluorocarbon-Polymeren aus, die Ladungen über Jahrzehnte speichern können und besonders robust sind. Diese Aufladung ersetzt die sonst bei Kondensatormikrofonen benötigte elektrische Vorspannung und erlaubt so eine wesentliche Vereinfachung der Mikrofonschaltung.

Gerhard Sessler arbeitet auf vielen Gebieten der Technischen Akustik, der Erforschung elektroaktiver Materialien und der digitalen Verarbeitung akustischer Signale. 1983 entwickelt er an der TH Darmstadt gemeinsam mit Dietmar Hohm das Subminiatur-Silizium-Kondensatormikrofon, das die Produktion von tausenden von Kleinstmikrofonen auf einer einzigen Silizium-Scheibe ermöglicht und das neuerdings unter anderem in Mobiltelefonen verwendet wird.

Im Jahr 1999 werden Sessler und West in die „National Inventors Hall of Fame“ der USA aufgenommen. Im Jahr 2010 erhalten beide in den USA die Benjamin Franklin Medal, mit der bereits Thomas A. Edison, Niels Bohr, Max Planck, Orville Wright, Albert Einstein und Stephen Hawking geehrt wurden.