Paul Wallot

Paul Wallot (*1841, †1912)

Paul Wallot. Bild: Centralblatt der Bauverwaltung, 1894
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Paul Wallot. Bild: Centralblatt der Bauverwaltung, 1894

Paul Wallot sammelt erste Erfahrungen im Architektur-Studium von 1856 bis 1859 an der „Höheren Gewerbschule zu Darmstadt“, aus der später die Technische Hochschule Darmstadt hervorgeht. Er ist Architekt des Berliner Reichstages, des heutigen Deutschen Bundestages.

Am 5. Dezember 1894 wird der Schlussstein des Parlamentsgebäudes mit der markanten Kuppel gesetzt. Nach zehnjähriger Bauzeit, die von heftigen Auseinandersetzungen geprägt ist, kann Wallot Kaiser Wilhelm II. und die Kaiserin durch das Gebäude führen.

„Das Professoren-Kollegium der Großh. Technischen Hochschule zu Darmstadt hat durch den Direktor Herrn Professor Dr. Lepsius am heutigen Tage dem Erbauer des Reichstagsgebäudes Herrn Baurat Professor Dr. Paul Wallot in Berlin eine Adresse folgenden Wortlauts überreichen lassen:

„Hochgeehrter Herr Baurat! Das Reichtagsgebäude, die großartige Schöpfung Ihres Geistes, wird heute seiner hohen Bestimmung übergeben. Zu diesem Ihren Ehrentage bringt Ihnen das Professorenkollegium der Technischen Hochschule zu Darmstadt seine wärmsten Glückwünsche entgegen, daran gedenkend, daß Sie hier auf der damaligen höheren Gewerbeschule Ihre architektonischen Studien begonnen haben: Im Herbste des Jahres 1859 verließen Sie nach dreijährigem Besuche unsere Schule mit einem vorzüglichen Abgangs-Zeugnisse. Von jenen kleinen Anfängen Ihres Studiums in Darmstadt bis zu Ihrer großen That des Reichshauses in Berlin liegt ein weiter Weg, liegen Jahrzehnte angestrengter Arbeit, in denen Sie sich zu dem genialen Meister entwickelt haben, als welcher Sie jetzt in Ihrem Werke vor uns stehen.(…)

Wir Professoren der Technischen Hochschule zu Darmstadt sind stolz darauf, dass ein solcher Meister der Baukunst von unserer Schwelle ausgegangen ist; unsere Architekturschule, sowohl Dozenten wie Studierende werden zu Ihnen, hochgeehrter Herr Baurat, sowie zu Ihrem Monumentum aere perennius stets emporblicken und Ihrer mit ganz besonderer Verehrung gedenken.“

(Darmstädter Tagblatt, 6. Dezember 1894)