Sicherheit in einer digitalen Welt

Sicherheit in einer digitalen Welt

Selbstverständlich online: Ständig empfangen und senden wir Daten. Bild: Paul Glogowski
Selbstverständlich online: Ständig empfangen und senden wir Daten. Bild: Paul Glogowski

Parallel zu unserem Leben wächst ein immer umfassenderer Datenschatz. Zum einen, weil immer mehr Geräte mit dem Internet und mit Cloud-Speichern verbunden sind: Im Jahr 2020 voraussichtlich bereits 30 Milliarden Geräte weltweit, die permanent Daten erfassen und senden. Andererseits ergänzen wir selbst bewusst und unbewusst Daten, wenn wir Internetdienste nutzen. All diese Daten liegen verteilt und doch oft verbunden in verschiedenen Speichern – immer öfter in Cloud-Speichern großer internationaler Unternehmen wie Amazon, Google, Microsoft, Apple oder Facebook. Die Absicherung der Daten – ihrer Speicherung und Übertragung – entfällt dabei oft zugunsten längerer Akkulaufzeiten und kürzerer Entwicklungszeit.

Dieser Datenschatz, – auch Big Data genannt, – kann unser Leben durch vielfältige neue Anwendungen verbessern. Insbesondere die Möglichkeit von Analysen und Prognosen für Privatpersonen, Städte und ganze Industrien eröffnet ein gigantisches neues Geschäftsfeld mit vielen potenziellen Arbeitsplätzen. Gleichzeitig müssen wir neue Lösungen finden, um die Kontrolle über unsere eigenen Daten zu behalten oder wieder zu erlangen. Das haben sich die IT-Sicherheitsforscher der TU Darmstadt zum Ziel gesetzt.

Gesundheitsdaten – fit und sicher im Netz

Die Erforschung neuer Verschlüsselungsverfahren ist nötig, um die Privatsphäre zu sichern. Bild: Katrin Binner
Die Erforschung neuer Verschlüsselungsverfahren ist nötig, um die Privatsphäre zu sichern. Bild: Katrin Binner

Es klingt verlockend: Mit einem Klick können Smartphone-Apps ein Gesundheitsprofil erstellen mit Informationen zu Gewichtsentwicklung, Blutdruck, Bewegungsmuster, Schlafverhalten, absolvierten Sporteinheiten. Die Ergebnisse können direkt über Soziale Medien mit Freunden oder der Arztpraxis geteilt werden. Nie war es einfacher, sich gegenseitig zu einem gesunden Lebensstil zu motivieren und Krankheiten vorzubeugen. Andererseits können sensible, personenbezogene Daten in den falschen Händen auch Nachteile für die Nutzerinnen und Nutzer bedeuten. Aus diesem Grund arbeiten Forscherinnen und Forscher der TU Darmstadt an neuen Lösungen, um vertrauliche Daten über nachweislich sichere Kanäle zu übermitteln und langfristig sicher speichern zu können. Selbst zukünftige, hochleistungsfähige Quantencomputer können dann gesicherte Daten nicht unbefugt entschlüsseln. In anderen Projekten erforschen die Wissenschaftler, wie Cloud-Dienste über die gesamte Dienstleistungskette sicher angeboten werden können. Ihr langfristiges Ziel ist es, einfach anwendbare Sicherheitslösungen für Programmierer und Privatpersonen zu entwickeln und bereitzustellen. IT-Sicherheit soll zukünftig ein fester Bestandteil der Entwicklung und Anwendung sein und kein optionales Zusatzangebot für Experten.

Vertrauen in die neue Intelligenz von Autos

Datenspeicher auf Rädern: In Autos steckt immer mehr interaktive Technologie. Bild: Katrin Binner
Datenspeicher auf Rädern: In Autos steckt immer mehr interaktive Technologie. Bild: Katrin Binner

Die Automobilindustrie zeigt, was durch innovativen Einsatz neuer Technologien möglich ist: Fahrzeuge, die selbstständig bremsen und ausweichen oder sich gegenseitig vor Staus und Gefahren warnen. Um das zu ermöglichen, erheben und verarbeiten Computer in den Autos permanent Daten, die viel über die Fahrer und ihre Gewohnheiten verraten. Zudem tauschen sie sich mit anderen Bordcomputern und Leitsystemen aus, um Zusatzinformationen zu nutzen oder bereitzustellen. Was aber passiert, wenn Informationen im System manipuliert werden? Und wie können Autofahrer die Kontrolle über ihre Informationen behalten und eine Profilbildung vermeiden? Motiviert durch diese Fragen erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der TU Darmstadt Techniken, mit denen die Vertrauenswürdigkeit von Informationen und Geräten überprüft werden kann. Darauf basierende Lösungen ermöglichen es IT-Systemen, Angriffe von nicht vertrauenswürdiger Software zu erkennen und abzuwehren.

Sichere Krisenkommunikation durch Informationstechnik

Einsatzleitzentrale. Bild: Andreas Arnold
Notfall-Teams müssen sich jederzeit störungsfreie Kommunikationsnetze verlassen können. Bild: Andreas Arnold

Neben der Absicherung von IT-Infrastrukturen erforschen die Wissenschaftler der TU Darmstadt auch alternative Kommunikationswege für Krisensituationen. Gerade in Notfallsituationen wird deutlich, wie abhängig wir von funktionierenden Informations- und Kommunikationstechnologien geworden sind. Wir benötigen sie, um Menschen zu vernetzen und Kooperationen zu ermöglichen. Im Fokus der Forscherinnen und Forscher steht das Szenario, eine infrastrukturlose und dezentrale Kommunikation als Notbetrieb zu gewährleisten, wenn etwa aufgrund einer Naturkatastrophe oder eines Terroranschlags Techniksysteme und -netze ausfallen.