Ethikschwur

Ethik-Schwur für die Ingenieur-Ausbildung

Programmheft des Internationalen Kongresses für Ingenieurausbildung, 1947. Bild: Archiv TU Darmstadt
Programmheft des Internationalen Kongresses für Ingenieurausbildung, 1947. Bild: Archiv TU Darmstadt

Die Aufmerksamkeit besonders im Ausland ist groß, als vom 31. Juli bis 9. August 1947 der erste Internationale Kongress für Ingenieurausbildung (IKIA) an der TH Darmstadt stattfindet. 500 Ingenieure, Naturwissenschaftler und Philosophen diskutieren lebhaft die Verantwortung der technischwissenschaftlichen Intelligenz in Politik und Gesellschaft.

Die Teilnehmer haben die zerstörerischen Folgen des Weltkriegs noch vor Augen. Sie verpflichten sich, Forschung und Lehre in den technik- und naturwissenschaftlichen Disziplinen in Zukunft ausschließlich für friedliche Zwecke zu betreiben. Das hat auch Konsequenzen für die künftige Ausbildung der Ingenieure: Fachliche Reife allein reicht nicht aus, sozial und ethisch kompetent müssen sie sein.

Aus der Zusammenfassung der Ergebnisse des IKIA-Kongresses:

Artikel des Darmstädter Echo vom 2. August 1947. Bild: Darmstädter Echo, 1947
Artikel des Darmstädter Echo vom 2. August 1947. Bild: Darmstädter Echo, 1947

„Wir sind alle von der Erkenntnis tief durchdrungen, dass Technik niemals mehr etwas anderes sein darf als eine ethische und kulturelle Aufgabe… Dieses Ziel kann durch starke Betonung der allgemeinen Ausbildung innerhalb der Technischen Hochschulen oder durch Zusammenarbeit mit den Universitäten erreicht werden. Das hierfür notwendige Gewinnen von Zeit in den Ausbildungsgängen stellt hohe Anforderungen an die Selbstbeschränkung der Lehrenden und macht eine Neugestaltung der Lehrmethoden erforderlich.“