Elektronenbeschleuniger unter studentischer Regie

Elektronenbeschleuniger unter studentischer Regie

Bei einer polarisierten Elektronenquelle werden Teilchenstrahlen für Experimente produziert. Bild: TU Darmstadt
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Bei einer polarisierten Elektronenquelle werden Teilchenstrahlen für Experimente produziert. Bild: TU Darmstadt

Der S-DALINAC ist ständig in produktiver Unruhe. Studierende entwerfen neue Bauteile, simulieren deren Eigenschaften, vermessen Prototypen, installieren sie am Beschleuniger, überprüfen ihre Funktionsfähigkeit und optimieren sie für den Betrieb: Ein spannender Lernprozess in der interdisziplinären Welt der Physik und Technik von Beschleunigern.

Die Studierenden gewinnen Kompetenzen in computergestütztem Entwerfen, in Vakuum- und Hochfrequenztechnik, in den verschiedensten Bereichen der physikalischen Messtechnik sowie in Regelungstechnik und Informationstechnologie. Am Elektronenbeschleuniger übernehmen Studierende Verantwortung in einem anspruchsvollen Forschungs- und Technologiefeld.

Studierende entwickeln Hochtechnologie selbständig weiter

Unter einem grünen Hügel am Institut für Kernphysik der TU Darmstadt verbirgt sich Hochtechnologie: der supraleitende Darmstädter Elektronenlinearbeschleuniger S-DALINAC (Superconducting Darmstadt Electron Linear Accelerator). In einer Halle, so groß wie ein Basketballfeld, werden Elektronenstrahlen beinahe auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt. Das Besondere: Die -271°C kalte Anlage wird vor allem von Studierenden weiterentwickelt und betrieben.

Supraleitende Beschleunigerkomponenten sind besonders vorteilhaft, wenn man einen möglichst gleichmäßigen Elektronenstrahl beschleunigen will. Genau das wird für die Reaktionen benötigt, die am S-DALINAC untersucht werden. Die Experimente entschlüsseln dabei zum Beispiel die Kräfte zwischen den Bestandteilen von Atomkernen und nukleare Prozesse, die in Sternen oder bei Sternexplosionen ablaufen.