Mädchen in Männerdomänen

14.04.2011

Mädchen in Männerdomänen

Am Girls’ Day schnupperten Schülerinnen an der TU Darmstadt Technikluft

Bereits zum neunten Mal beteiligte sich die TU Darmstadt 2011 am bundesweiten Girls’ Day, der in diesem Jahr am 14. April stattfand. Mädchen hatten an diesem Tag die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen der vielfältigen Berufsfelder an der TU zu werfen und hier insbesondere ihre Talente in den natur- und ingenieurwissenschaftlichen Fächern sowie technischen Berufen zu entdecken. Mit 160 Plätzen war das Angebot 2011 an der TU so groß wie noch nie.

Bild: Andreas Arnold
Bild: Andreas Arnold

Trotz besserer Schulabschlüsse entscheiden sich Mädchen immer noch überproportional für „typisch weibliche“ Berufsfelder und Studienfächer. Diese decken jedoch nur einen Teil der vorhandenen Talente ab. Ein besonderes Anliegen der TU Darmstadt ist es daher, Schülerinnen am Girls’ Day die Gelegenheit zu interessanten Einblicken in zukunftsträchtige Berufsfelder zu geben, die noch zu selten von Frauen gewählt werden. „Wichtig ist es, bei den Mädchen Interesse und Neugierde für die Technik zu wecken. Gerade auch junge Frauen müssen für die Naturwissenschaften begeistert werden, damit ihr Potenzial auf diesem Gebiet richtig gefördert werden kann“, erklärt die Frauenbeauftragte der TU, Dr. Uta Zybell.

Natur- und ingenieurwissenschaftliche Fachbereiche, wie die Elektro- und Informationstechnik, die Informatik, der Maschinenbau, das Bauingenieurwesen, die Physik oder Chemie, aber auch kooperierende Forschungseinrichtungen boten am Girls’ Day die Möglichkeit, das Geschehen hinter den Kulissen kennenzulernen. Die Schülerinnen erlebten hier Wissenschaft und Forschung hautnah, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Studierende der entsprechenden Fachdisziplinen begleiteten durch den Tag und experimentierten mit den Mädchen in für diese oft unbekannten Welten.

Daneben waren für die Schülerinnen auch die Pforten zu den vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten an der TU geöffnet. Von kaufmännischen Berufen über diverse IT-Berufe hin zu vielfältigen gewerblich-technischen Berufen – mit ca. 200 Ausbildungsplätzen in mehr als zwanzig Berufen ist die TU einer der größten Ausbildungsbetriebe in Südhessen. Unter fachlicher Leitung konnten die Mädchen z.B. in das Berufsbild einer Fachinformatikerin, Mechatronikerin, Feinwerkmechanikerin, Werkstoffprüferin, Elektronikerin für Geräte und Systeme oder auch einer Buchbinderin schnuppern. Hier wurde montiert und gelötet, wurden Platinen bestückt, Roboter programmiert und Bücher hergestellt. Die Schülerinnen lernten neuartige Materialien kennen, probierten Verfahren aus und stellten ihre eigenen Fertigkeiten unter Beweis.

Wie sehr sich die Teilnahme am Girls’ Day lohnen kann, zeigt Anna Lena Gruber, derzeit Fachinformatikerin im ersten Lehrjahr an der TU Darmstadt. Durch die Schule inspiriert, schnupperte sie bereits zweimal in unterschiedliche Berufsfelder hinein und wurde sich dadurch ihrer technischen Begabung und ihres Interesses an einem Beruf mit Herausforderung bewusst. Dass das Berufsbild Informatik vorwiegend von Männern ausgeübt wird, stört sie dabei keinesfalls. „Es ist wichtig, sich in allem auszuprobieren und das zu tun, was einem gefällt.“ Dank dieser Einstellung hat Anna Lena einen Beruf gefunden, der ihr große Freude macht.

Der Girls’ Day wird an der TU zentral vom Büro der Frauenbeauftragten organisiert. Als renommierte Forschungs- und Bildungseinrichtung sowie Ausbildungsstätte bot die TU auch 2011 eines der größten und vielfältigsten Angebote in Darmstadt und leistete einen wertvollen Beitrag zur frühzeitigen und nachhaltigen Berufsorientierung junger Frauen.

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