TU Darmstadt verbessert Lehre mit Millionenprogramm

17.05.2011

TU Darmstadt verbessert Lehre mit Millionenprogramm

Bund und Land fördern TU-Konzept für mehr Qualität in der Lehre

Die Technische Universität Darmstadt hat sich beim bundesweiten „Qualitätspakt Lehre“ mit ihrem Konzept zur Verbesserung von Studienbedingungen und Lehrqualität durchgesetzt.

Interdisziplinäre Projektwoche am Fachbereich Bauingenieurwesen und Geodäsie der TU Darmstadt. Als eine von vier hessischen Hochschulen konnte sich die TU Darmstadt beim bundesweiten "Qualitätspakt Lehre" mit ihrem Projekt "Kompetenzentwicklung durch interdisziplinäre Vernetzung von Anfang an" (KIVA) durchsetzen. Bild: Katrin Binner.
Die TU Darmstadt überzeugt mit dem Konzept „Kompetenzentwicklung durch interdisziplinäre Vernetzung von Anfang an“. Foto: Katrin Binner

Wie die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz heute mitteilte, überzeugte die TU Darmstadt mit ihrem Projekt „Kompetenzentwicklung durch interdisziplinäre Vernetzung von Anfang an“ (KIVA). Das Konzept KIVA zielt darauf ab, die interdisziplinäre Vernetzung in der Lehre zu intensivieren, das studentische Engagement bereits in der Studieneingangsphase zu verbessern und langfristig mehr junge Menschen für ein Studium der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) zu begeistern.

Interdisziplinäre Projektwochen in allen Bachelor-Studiengängen

Dazu sieht die TU Darmstadt unter anderem vor, in allen Bachelor-Studiengängen bereits zu Studienbeginn interdisziplinäre Projekte einzuführen, in denen Studierende aus unterschiedlichen Disziplinen jeweils eine Woche gemeinsam eine Aufgabe bearbeiten. So erhalten sie nicht nur wesentliche Einblicke in die Methodik ihres Fachs, sondern lernen darüber hinaus Teamarbeit, übernehmen Verantwortung und trainieren ihre Kommunikationsfähigkeit. Mit solchen Projektwochen hat die TU Darmstadt in den vergangenen Jahren bereits sehr positive Erfahrungen im Bereich der Ingenieurwissenschaften gemacht. Parallel dazu sollen weitere fächerübergreifende Lehrveranstaltungen entwickelt und die Zahl der Tutorien erhöht werden, in denen fortgeschrittene Studierende die Studienanfänger fördern.

Darüber hinaus plant die TU Darmstadt im Rahmen des Konzepts KIVA zusätzliches Personal in den Studienbüros der Fachbereiche einzustellen. Die neuen Mitarbeiter sollen unter anderem Schulabgänger bei der Studienwahl beraten, die Studierenden beim Beginn ihres Studiums begleiten, Studienprojekte organisieren und bei der Ausbildung studentischer Tutoren mitwirken.

Fokus auf mathematische Kompetenzen

Besonderes Augenmerk legt die TU Darmstadt auf die in allen technisch-naturwissenschaftlichen Studiengängen wichtigen mathematischen Kompetenzen. So wird die Betreuungsrelation in der Mathematik verbessert und die Lehre um innovative Vermittlungsformen bereichert. Konkret wird dazu am Fachbereich Mathematik zusätzliches Lehrpersonal eingestellt. Als weitere personelle Maßnahmen sieht KIVA vor, einen Fonds für Gastprofessuren einzurichten, um innovative Ansätze in Forschung und Lehre zunächst erproben und bei Erfolg langfristig an der TU Darmstadt institutionalisieren zu können.

Die TU Darmstadt hat für das Konzept KIVA rund 13,3 Millionen Euro Fördermittel beantragt. An den insgesamt 111 ausgewählten Hochschulen stellt der Bund bis 2016 rund 600 Millionen Euro bereit. Zusätzlich sind rund 400 Millionen Euro des Bundes bis 2016 zur Förderung weiterer Hochschulen in einer zweiten Auswahlrunde vorgesehen. Die Bundesländer der geförderten Hochschulen stellen die Gesamtfinanzierung sicher.

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