TU-Biologe an neuem Sonderforschungsbereich beteiligt

25.05.2011

TU-Biologe an neuem Sonderforschungsbereich beteiligt

DFG fördert Erforschung von Ribonukleinsäuren

Die TU Darmstadt ist an einem neuen Sonderforschungsbereich (SFB) der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) beteiligt. Wie die DFG heute mitteilte, bewilligte sie den SFB 902 mit dem Titel „Molekulare Mechanismen der RNA-basierten Regulation“.

Prof. Dr. H. Ulrich Göringer, Professor für Genetik am Fachbereich Biologie der TU Darmstadt. Bild: Katrin Binner
Professor Dr. Ulrich Göringer vom Institut für Mikrobiologie und Genetik des Fachbereichs Biologie ist mit einem Teilprojekt am neuen SFB 902 beteiligt. Foto: Katrin Binner

Die beteiligten Wissenschaftler wollen untersuchen, wie die Struktur und Dynamik von Ribonukleinsäuren (RNA) ihre biologischen Funktionen vorherbestimmt. Während die Wissenschaft lange glaubte, dass RNA nur passive Träger der genetischen Information sind, ist heute bekannt, dass sie auch eine wesentliche Rolle bei der Genregulation in Prokaryoten und Eukaryoten spielen sowie weitere wichtige Funktionen in großen Komplexen aus Proteinen und RNA wahrnehmen. Dazu nehmen die Makromoleküle komplexe dreidimensionale Strukturen an.

Seitens der TU Darmstadt ist Professor Dr. Ulrich Göringer vom Fachgebiet Genetik des Fachbereichs Biologie mit einem Teilprojekt am SFB beteiligt. Im Fokus seines Forschungsvorhabens steht die Regulation der Genexpression in afrikanischen Trypanosomen. Trypanosomen sind einzellige Krankheitserreger, die für die in Afrika auftretende Schlafkrankheit verantwortlich sind. Gegen die Schlafkrankheit gibt es weder effiziente Medikamente noch wirksame Impfstrategien; in der Mehrzahl der Fälle verläuft die Krankheit daher tödlich. Um sich zu vermehren, greifen die Krankheitserreger auf spezielle RNA Moleküle zurück. Diese agieren in den Krankheitserregern als wichtige genetische Schalter und stellen damit ein ideales Ziel für die Entwicklung neuer pharmakologisch wirksamer Substanzen dar. Im Zusammenschluss des Sonderforschungsbereichs soll diese Fragestellung mit modernen genetischen und vor allem strukturbiologischen/spektroskopischen Methoden untersucht werden.

Der neue SFB wird am 1. Juli 2011 seine Arbeit aufnehmen und in der ersten Förderphase vier Jahre lang von der DFG finanziert. Sprecher des SFB ist Professor Dr. Harald Schwalbe von der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt. Außerdem beteiligt sind Wissenschaftler vom Frankfurter Max-Planck-Institut für Hirnforschung.

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