Sex in der Stadt

19.08.2011

Sex in der Stadt

Soziologen der TU Darmstadt suchen Teilnehmer für eine Online-Befragung

„Wo, wie und wann finden welche Menschen welche Sexualpartner?“ Das ist die zentrale Fragestellung des Forschungsprojekts „Sex in der Stadt“ des Instituts für Soziologie der TU Darmstadt. Die beteiligten Soziologen wollen untersuchen, wie Menschen heute ihre Sexualpartner finden.

Studierende der TU Darmstadt ruhen sich im Herrngarten, der an den TU-Campus Stadtmitte angrenzt an einem warmen Sommertag aus. Im Hintergrund ist das Residenzschloss zu sehen. Bild: Bert Bostelmann / bildfolio
„Wo, wie und wann finden welche Menschen welche Sexualpartner?“ . Bild: Bert Bostelmann / bildfolio

Um diese Fragen beantworten zu können, haben sie einen Online-Fragebogen entwickelt und bitten Frankfurter Bürger, an ihrer Untersuchung teilzunehmen. Bisher war die Frage, wie Sexualpartner gefunden werden, in der deutschen Soziologie kaum Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Aus der Forschung über Gelegenheitsstrukturen und Theorien der Partnerwahl wissen Soziologen bislang wenig darüber, wie sich (Ehe-)Partner oder Lebenspartner finden. Aus Untersuchungen ist bekannt, dass die Partnerwahl sozial vorstrukturiert und keineswegs individuell oder gar völlig frei verläuft. Zudem hat die Partnerwahl sehr weit reichende Konsequenzen auf soziale Mobilität und soziale Reproduktion. Die Darmstädter Soziologen gehen davon aus, dass moderne Zweierbeziehungen immer einige Anbahnungsstufen nach dem ersten Sexualkontakt entstehen. Mit der Fokussierung auf die Sexualität beschäftigen sich die Mitarbeiter des Forschungsprojekts also mit einer potentiellen Vorstufe zu weiter gehenden Beziehungen.

Zentrale Fragen der Untersuchung, die im Rahmen einer Qualifikationsarbeit am Institut für Soziologie entsteht, sind: Bei welchen Gelegenheiten finden die Bewohner Frankfurts ihre Intimkontakte und die unter Umständen daraus resultierenden Partnerschaften? Finden ältere Menschen ihre Partner anders als jüngere Menschen und Frauen anders als Männer?

Das Darmstädter Forschungsprojekt plant zunächst eine Onlinebefragung mit Einwohnern der Stadt Frankfurt. Dabei erfragen die Wissenschaftler soziodemographische Variablen und quantifizierbare Daten, wie Sexualpartner gefunden werden. Die Versuchspersonen wollen sie durch großflächigen Flyereinwurf im Stadtgebiet Frankfurt am Main, über soziale Netzwerke im Internet und über die Presse finden.

In der anonymen Online-Befragung können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Interesse an einem persönlichen Interview bekunden. Diese freiwilligen Teilnehmer werden dann gebeten, in Interviews detaillierte Informationen über ihren Alltag, über ihre Netzwerke und über die Sexualpartner, die sie in ihrem bisherigen Leben gefunden haben, zu geben: Wo, wie und wann fanden Sie welche Sexualpartner? – Diese Interviews bilden die zentrale Grundlage der Untersuchung. Die Darmstädter Soziologen hoffen, differenziert Informationen über das Finden bzw. das Nicht-Finden von Sexualpartnern zu gewinnen.

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