Internet-Kultur und Schutz der Privatsphäre in Einklang bringen

29.09.2011

Internet-Kultur und Schutz der Privatsphäre in Einklang bringen

Das neue Projekt „Internet Privacy“ der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften entwirft Vorschläge für eine Kultur des Vertrauens im Internet. Die Leitung der interdisziplinären Gruppe übernimmt Prof. Dr. Johannes Buchmann vom Fachbereich Informatik der TU Darmstadt.

Prof. Dr. Johannes Buchmann. Bild: Katrin Binner
Prof. Dr. Johannes Buchmann. Bild: Katrin Binner

Sorgen um die Sicherheit neuer Dienste im Internet gehören ebenso zum virtuellen Alltag wie völlig sorglos verbreitete persönliche Daten. Das Spannungsverhältnis zwischen den Bedürfnissen nach Offenheit einerseits und Sicherheit anderseits erfordert eine neue Kultur der Privatsphäre und des Vertrauens im Internet und entsprechende politische Rahmenbedingungen. Ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Projekt von acatech – Deutschen Akademie der Technikwissenschaften erarbeitet jetzt Empfehlungen sowie exemplarische Technik, wie sich diese Kultur etablieren lässt.

Das Projekt „Internet Privacy – Eine Kultur der Privatsphäre und des Vertrauens im Internet“ wird von einer interdisziplinären Projektgruppe unter Leitung von Johannes Buchmann, Direktor des Center for Advanced Security Research Darmstadt (CASED) und Professor für Informatik an der Technischen Universität Darmstadt realisiert.

Projektleiter Johannes Buchmann möchte die Debatte nicht auf technische und rechtliche Lösungen verengen: „Sobald persönliche Daten auf vielen Seiten und Servern rund um den Globus verteilt sind, lassen sie sich kaum löschen oder herausklagen.“ Jede Gesellschaft müsse das Verhältnis von Informationsfreiheit und Datenschutz im Internet austarieren. „Wir entwickeln Vorschläge, wie sich eine für Deutschland sinnvolle und verbindliche Kultur der Privatsphäre und des Vertrauens im Internet etablieren lässt. In unterschiedlichen Kontexten müssen Internetnutzer ein adäquates Maß an Privatheit finden, Risiken einschätzen und sich angemessen verhalten können. Dafür müssen wir Ethik, Recht, Wirtschaft und Technik weiterentwickeln.“

Im Projekt der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften arbeiten Wissenschaftler aus Soziologie, Informatik, Ethik, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften mit Experten aus der Wirtschaft zusammen. Die erste Analyse des Status Quo wird im Frühjahr 2012 im Rahmen eines Symposiums öffentlich vorgestellt. Die Laufzeit des vom BMBF geförderten Projektes endet zum 31. Januar 2013. Die finalen Ergebnisse werden bis Juli 2013 vorgelegt.

Weitere Projektpartner sind die Deutsche Post, Google Germany und IBM.

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