Gesund und qualifiziert älter werden

08.12.2011

Gesund und qualifiziert älter werden

Wissenschaftler der TU Darmstadt und der Universität zu Köln entwickeln zukünftige Strategien am Beispiel der Automobilindustrie

Wissenschaftler der Technischen Universität Darmstadt und der Universität zu Köln erarbeiten gemeinsam Strategien, um die Gesundheit und Qualifikation von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern langfristig zu erhalten. Zum Auftakt des Projekts PINA, bei dem die Universitäten insbesondere mit der Automobilindustrie zusammenarbeiten, lud der Automobilhersteller Opel nach Rüsselsheim ein.

Prof. Dr. Ralph Bruder ist seit 2005 Leiter des Instituts für Arbeitswissenschaft an der TU Darmstadt. Bild: TU Darmstadt
Prof. Dr. Ralph Bruder. Bild: TU Darmstadt

Der demografische Wandel stellt die Industrie vor neue Herausforderungen. Der Anteil älterer Beschäftigter wird in den nächsten Jahren weiter wachsen; daher gewinnt die Frage an Bedeutung, wie Gesundheit und Qualifikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten werden können. Praxisnahe Konzepte hierfür zu entwickeln ist Ziel des Projekts “Gesund und qualifiziert älter werden in der Automobilindustrie. Partizipation und Inklusion von Anfang an (PINA)“, das jetzt mit einer Auftaktveranstaltung bei Opel in Rüsselsheim gestartet wurde.

Das Projekt PINA wird im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert. Kooperationspartner sind Automobilhersteller und Zulieferer wie Opel, Audi, Bosch, Daimler, Evobus, Ford, Porsche und VW. Die Federführung des Projekts liegt in den Händen des Instituts für Arbeitswissenschaft der Technischen Universität Darmstadt (IAD) und des Lehrstuhls für Arbeit und Berufliche Rehabilitation der Universität zu Köln. In den kommenden Monaten nehmen die Forschungseinrichtungen den Stand des Alternsmanagements in den beteiligten Unternehmen auf und erarbeiten dann mit diesen bis August 2014 Umsetzungsstrategien für ein praxisnahes Gesamtmodell.

„Arbeits- und Personalpolitik werden sich zukünftig am Verlauf des Erwerbslebens orientieren müssen. Hierfür gibt es bereits erste Ansätze, aber der Umfang der Umsetzung und die Verzahnung der Maßnahmen und Abläufe ist derzeit noch offen“, erläuterte Ralph Bruder, Leiter des IAD in Darmstadt. „Mit dem Projekt möchten wir erfolgreiche Konzepte identifizieren und zu tragfähigen Lösungen weiterentwickeln, die auch auf andere Unternehmen und Branchen übertragbar sind“, fügte Mathilde Niehaus, Inhaberin des Kölner Lehrstuhls für Arbeit und Berufliche Rehabilitation hinzu.

Neben Themen wie der Arbeitsgestaltung, Arbeitsorganisation, Gesundheitsförderung, und dem Betrieblichen Eingliederungsmanagement zählen auch die Bereiche Qualifizierung, Weiterbildung, Personalentwicklung und Laufbahngestaltung zu den Schwerpunkten des Projekts. Ein Hauptziel ist dabei, nicht nur die innerbetrieblichen Abläufe zu vernetzen, sondern auch die Schnittstellen zu Trägern von Prävention und Rehabilitation wie Krankenkassen, Unfall- und Rentenversicherungen zu untersuchen und die Zusammenarbeit zwischen diesen und den Unternehmen zu stärken.

Zum Auftakt trafen sich in der Rüsselsheimer Zentrale der Adam Opel AG Vertreter des BMAS, der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, der beteiligten Universitäten und Firmen sowie der Sozialversicherungsträger. In Fachvorträgen wurden durch Referenten der beteiligten Partner der Status Quo des betrieblichen Alter(n)smanagements dargestellt und Visionen für eine zukünftige Gestaltung formuliert.

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