Wirtschaftsmotor TU Darmstadt

20.06.2012

Wirtschaftsmotor TU Darmstadt

Von der Universität hängen bundesweit 13.000 Arbeitsplätze ab

Ohne die TU Darmstadt und ihre Leistungen in Forschung, Lehre und Wissenstransfer würden der Bundesrepublik Innovationspotentiale und wirtschaftliche Wachstumsimpulse in Milliardenhöhe fehlen. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin, die heute an der TU Darmstadt vorgestellt wurde.

Die Studie "Wirtschaftsfaktor TU Darmstadt" bescheinigt der Universität hohe Wachstumsimpulse. Bild: Katrin Binner
Die Studie „Wirtschaftsfaktor TU Darmstadt“ bescheinigt der Universität hohe Wachstumsimpulse. Bild: Katrin Binner

Begriffe wie „Software-Cluster“, „IT-Valley“ oder „Engineering-Region“ bringen es auf den Punkt: Die TU Darmstadt ist seit Jahrzehnten sowohl ein entscheidender „Anziehungsfaktor“ für die Gründung oder Ansiedlung von bedeutenden Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen in der Region Rhein-Main-Neckar als auch Treiber für engmaschige Kooperationen. Jetzt belegen erstmals genaue Zahlen und Berechnungen die ökonomische Bedeutung der TU Darmstadt und ihre langfristigen Effekte für Wachstum und Wohlstand – in Südhessen wie bundesweit.

Die von DIW econ erarbeitete Studie „Wirtschaftsfaktor TU Darmstadt“ untersuchte die Nachfrageeffekte, welche die TU Darmstadt durch ihre Ausgaben für Personal und Sachmittel, Investitionen in Gebäude und Geräte sowie durch den Konsum der mehr als 20.000 Studierenden von Waren und Dienstleistungen auslöst.

Bruttowertschöpfung von rund 700 Millionen Euro

TU-Präsident Hans Jürgen Prömel und Dr. Holger Zinke, Gründer und Vorstandsvorsitzender der an der TU Darmstadt entstandenen BRAIN AG und Mitglied des Hochschulrats, stellen die Studie vor. Bild: Patrick Bal
TU-Präsident Hans Jürgen Prömel und Dr. Holger Zinke, Gründer und Vorstandsvorsitzender der an der TU Darmstadt entstandenen BRAIN AG und Mitglied des Hochschulrats, stellen die Studie vor. Bild: Patrick Bal

Demnach hat die TU Darmstadt im Jahr 2010 aufgrund der Einkommen ihrer Beschäftigten, durch Bauprojekte, Bestellungen von Maschinen und Laborbedarf sowie aufgrund der Kaufkraft der Studierenden, die Lebensmittel, Laptops und Lesestoff benötigten, bundesweit eine Bruttowertschöpfung von knapp 700 Millionen Euro ausgelöst, davon entfielen 436,1 Millionen Euro auf die Region Südhessen. Ins Gewicht fällt dabei auch die Stärke der TU Darmstadt beim Einwerben umfangreicher Drittmittel, die wiederum investiert werden.

Die von DIW econ errechneten wirtschaftlichen Effekte zeigen, wie sehr sich Investitionen des Landes Hessen in die TU „rentieren“: Allein der Bruttowertschöpfungs-Effekt ist um 160 Prozent größer als die Haushaltsmittel, die das Land Hessen der TU Darmstadt bereitstellt (2011: 270,5 Millionen Euro). Laut der Studie hängen in der Region Südhessen 9.200 Arbeitsplätze von der Universität ab, bundesweit knapp 13.000. Die TU Darmstadt trägt somit zu einem Steueraufkommen von bundesweit 106,6 Millionen Euro bei, gut ein Drittel davon fließt dem Land Hessen zu.

Langfristige Effekte für Wirtschaftswachstum und technologischen Fortschritt

Noch höher sind jedoch die langfristigen Effekte der Lehr- und Forschungsaktivitäten der TU Darmstadt für Wirtschaftswachstum, technologischen Fortschritt und Innovationsdynamik auf nationaler wie regionaler Ebene einzuschätzen: Dazu bewerteten die Wirtschaftsforscher universitäre Leistungen wie die Ausbildung hoch qualifizierter Absolventen, Generierung neuen Wissens durch Forschung, Publikationen, Erfindungen, Patente und Lizenzen, Ausgründung von Unternehmen und Kooperationsbeziehungen in überregionalen wie internationalen Netzwerken.

So schafft die TU Darmstadt laut DIW econ jährlich immer wieder aufs Neue ein Wissenskapital in Höhe von bundesweit 402 Millionen Euro (regional: 212 Millionen Euro), mit dem die Produktivität und Innovationskraft der Volkswirtschaft beflügelt wird – sei es im „IT-Valley“ in Rhein-Main-Neckar oder bundesweit etwa durch neue Produktionsmanagement- und Logistik-Lösungen oder durch neue Start-up-Unternehmen.

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