Feintuning für Hockenheim

31.07.2012

Feintuning für Hockenheim

Racing Team der TU Darmstadt startet bei Formula Student Germany

Das TU Darmstadt Racing Team e.V. (DART Racing) nimmt vom 31. Juli bis zum 5. August am siebten Formula Student Germany Wettbewerb teil. Austragungsort ist der Hockenheimring. Auch das Team Washington aus Seattle in den USA geht an den Start. Davor waren sie zu Besuch an der TU Darmstadt.

eta2012 in der DART Racing Werkstatt. Copyright: Patrick Bal
Mit eta2012 geht DART Racing dieses Jahr elektrisch an den Start.

Die Studenten aus Seattle in Washington State mussten über 8000 Kilometer zurücklegen, um nach Darmstadt zu kommen. Die Vorhut von vier Studenten reiste schon zwei Wochen vor dem Wettbewerb in Deutschland an. Sie nutzten einen Besuch bei dem Team der TU Darmstadt, um gemeinsam zu tüfteln und zu testen. „Die Studenten der TU Darmstadt haben uns sehr geholfen“, sagt Ryan Charrier, Produktionsleiter des Team Washington. Sie hätten in Darmstadt alles testen können, bevor der Wettbewerb beginne, das sei auch nötig gewesen. „Wir wussten nicht, ob das Auto den Flug überstanden hatte", gibt er zu bedenken.

DART Racing hat den Gästen mit Werkzeug ausgeholfen und die beiden Teams haben zusammen Tests durchgeführt und Erfahrungen ausgetauscht. Dabei haben sich die Studenten näher kennengelernt. „Ich war überrascht, wie ähnlich unsere beiden Gruppen arbeiten“, meint Ryan. „Diese Hilfsbereitschaft und Zusammenarbeit ist typisch für Formula Student“, bemerkt Nils Hoesch, Leiter des Marketingteams von DART Racing. Obwohl alle konkurrieren würden, helfe man sich gegenseitig, auch bei den Wettbewerben. Das habe das Team der TU Darmstadt beim letzten Rennen in Silverstone gemerkt, als nicht alles so lief, wie sie sich das vorgestellt hatten. „Die Studenten von anderen Teams haben uns geholfen und auch wir helfen, wo wir können“, sagt er.

Tüfteln bis zur letzten Sekunde

Akkusatz von eta2012. Copyright: Patrick Bal
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Der Akkusatz wird in dem Auto hinter dem Sitz montiert, dort wo bei älteren Modellen der Verbrennungsmotor war. [Bildergalerie]

Als Außenstehender ist das Durcheinander in der Werkstatt kaum zu überblicken, wenige Stunden vor der Abfahrt nach Hockenheim wird hier noch immer getüftelt. Es ist das erste Jahr, in dem die Studenten nur mit einem Elektroauto an den Start gehen. „Darüber haben wir abgestimmt, es war eine knappe Entscheidung, aber jetzt ziehen alle mit", erzählt Nils Hoesch.

In Zukunft wollen sie ihre Energie auf ein einziges Fahrzeug konzentrieren. Diese Umstellung vom Verbrennungs- auf den Elektromotor macht sich natürlich bemerkbar. „An manchen Stellen fehlt uns noch das Know-How“, sagt Hoesch, „für das nächste Jahr haben wir noch mehr Elektrotechniker angeworben.“ Denn das Herzstück des Wagens sei ein sehr anfälliger Akkusatz, eigenhändig haben die Studenten die 288 Zellen verschaltet.

„Wir haben dieses Jahr schon das ein oder andere Tief durchgestanden“, erzählt Hoesch. Doch er habe nie bereut, bei DART Racing dabei zu sein. „Es ist stressig, aber wenn man sieht, dass das Auto fährt, hat es sich gelohnt“, betont er. Die Studenten von DART Racing kommen aus verschiedenen Fachbereichen. Maschinenbauer, Elektrotechniker, Bauingenieure und Wirtschaftsingenieure arbeiten zusammen und wenden gelerntes Wissen an. „Vieles muss man sich aber auch selbst beibringen. Die Hauptsache ist, dass man interessiert ist und sich engagiert“, meint Hoesch.

Hoffen auf Erfolg in Hockenheim

Mitglieder des Formula Student Teams aus Seattle, Washington State, holen ihren Wagen aus der Transportbox. Copyright: Patrick Bal
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Die Studenten des Team Washington haben für den Transport alles in eine große Box gepackt. [Bildergalerie]

Der erste Wettbewerb in Silverstone (Großbritannien) war nur teilweise ein Erfolg für das Team der TU Darmstadt. Sie konnten in den statischen Kategorien, bei denen das Auto nicht fahren musste, Punkte sammeln. Leider schafften es die Darmstädter nicht, ihr Elektroauto eta2012 zum Rollen zu bringen. Das soll auf dem Hockenheimring besser klappen. „Und das wird es auch bestimmt“, sagt Nils Hoesch überzeugt.

Das Team aus Seattle setzt noch auf den altbekannten Verbrennungsmotor. Versteckt hinter dem Chaos in der Transportbox kommt langsam ein lilafarbener Flitzer zum Vorschein. Mit dem Auto haben sie schon einen Design-Wettbewerb in den USA gewonnen. „Ich hoffe wir sind auch bei unserem ersten Rennen in Europa erfolgreich“, sagt Ryan Charrier. Die Regeln seien ähnlich wie in den USA, doch gebe es erwartungsgemäß mehr Papierkram, fügt er lachend hinzu.

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