Neues Herzstück für Darmstadts Mitte

31.10.2012

Neues Herzstück für Darmstadts Mitte

Neubau der Universitäts- und Landesbibliothek für 74 Millionen Euro übergeben

Die TU Darmstadt hat im Beisein der Hessischen Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann und der Staatssekretärin im hessischen Finanzministerium Prof. Dr. Luise Hölscher am Nachmittag mit einem Festakt die neue Universitäts- und Landesbibliothek (ULB) eingeweiht. Der Umzug läuft auf Hochtouren, ab 12. November wird die neue ULB für die Nutzer geöffnet sein.

Neubau der Universitäts- und Landesbibliothek in Darmstadt. Bild: Patrick Bal
Die neue Universitäts- und Landesbibliothek im Herzen des Campus Stadtmitte. Bild: Patrick Bal

„Die neue Universitäts- und Landesbibliothek wird mit verlängerten Öffnungszeiten und viel Raum zum Lernen und Arbeiten ein attraktiver und zentraler Ort der Kommunikation und Informationsvermittlung sein. Mit der Einweihung dieses neuen ‚Herzstücks‘ auf dem Campus wird sich die Qualität des Studiums an der TU Darmstadt spürbar verbessern“, sagte TU-Präsident Prof. Dr. Hans Jürgen Prömel.

„Die neue Universitäts- und Landesbibliothek kommt angesichts der steigenden Studierendenzahlen genau zur rechten Zeit. Mit Beginn dieses Semesters werden durch den Neubau die Rahmenbedingungen für die Studierenden und Lehrenden der TU Darmstadt wesentlich verbessert“, sagte Ministerin Kühne-Hörmann und fügte hinzu: „Durch die Doppelfunktion der ULB als Universitäts- und Landesbibliothek profitieren nicht nur die Studierenden, sondern auch alle interessierten Bürgerinnen und Bürger von dem Neubau.“

Feierliche Einweihung der ULB am 31.10.2012 [Bild anklicken, um Fotostrecke zu starten]. Bilder: Felipe Fernandes
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Feierliche Einweihung der ULB am 31.10.2012 [Bild anklicken, um Fotostrecke zu starten]. Bilder: Felipe Fernandes

Finanzstaatssekretärin Prof. Hölscher sagte: „Das Land hat sich zum Ziel gesetzt, seine bedeutenden Baumaßnahmen einem fairen und transparenten Wettbewerb zu unterwerfen, um für die jeweilige Bauaufgabe eine optimierte gestalterische, funktionale und wirtschaftliche Lösung zu finden und damit auch die Baukultur zu fördern. So überzeugt dieser Bauentwurf nicht nur durch seine Funktionalität, er ist auch städtebaulich ein Gewinn. Der Bereich zwischen Alexander- und Magdalenenstraße hat eine neue, markante Prägung erhalten, die schnell vergessen lässt, wie es hier vorher aussah.“

Ab Anfang 2013 öffnet die neue ULB rund um die Uhr

Der ULB-Neubau bietet den Nutzern rund 700 Lese- und Arbeitsplätze und verfügt mit rund 20.000 Quadratmetern Nutzfläche und 78 Kilometern Regalböden über Platz für insgesamt 2,4 Millionen Medien, von denen bis zu 700.000 Bände im Freihandbereich aufgestellt werden können. Im neuen Gebäude wird ein Großteil der bisherigen Bibliotheken der TU zusammengefasst; die Fachbereichsbibliotheken werden aufgelöst und mit den Beständen aus dem Darmstädter Residenzschloss an den neuen Standort überführt.

In den Fachbereichen verbleiben lediglich Handapparate, im Schloss bleibt für die Fachgebiete der Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften ein Freihandbereich mit rund 200.000 Bänden bestehen. „Die neue ULB bringt den Nutzern gleich mehrere Vorteile: Zum einen können wir die Öffnungszeiten nach Abschluss des Umzugs Anfang nächsten Jahres deutlich verlängern und werden die ULB dann rund um die Uhr öffnen, zum anderen finden die Nutzer nun auch die Literatur der benachbarten Fachbereiche an einem zentralen Ort“, so Bibliotheksdirektor Dr. Hans-Georg Nolte-Fischer.

Video: „Neues Herzstück für Darmstadts Mitte“

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„Neues Herzstück für Darmstadts Mitte – Ein Medienstandort zieht um“ können Sie sich im Film anschauen. Klicken Sie zum Start des Videos auf das Bild links.

Video: „Ein Medienstandort wird vorbereitet“

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Die Vorbereitungen für den Umzug begannen schon viele Monate zuvor. Wir blicken noch einmal zurück. Klicken Sie zum Start des Videos auf das Bild links.

Stadtmitte wird „Campus der kurzen Wege“

Mit dem ULB-Neubau wird der Campus Stadtmitte zu einem kompakten „Campus der kurzen Wege“ verdichtet, auf dem sich zentrale Hörsäle und Seminarräume, die Mensa, die Verwaltung und nun auch die Bibliothek in unmittelbarer Nähe befinden. Der Neubau schafft außerdem zwei neue Freiräume: In Richtung des alten Hauptgebäudes ist ein ruhiger, tiefer gelegener „Lesehof“ entstanden, über den so genannten „Campusplatz“ ist die Mensa zu erreichen.

Der zum „Campusplatz“ orientierte Haupteingang erschließt sowohl das zum Lesehof gelegene Hanggeschoss mit Café und Vortragssaal sowie über eine Zugangskontrolle die zentrale Halle der Bibliothek. Im Inneren der Bibliothek dient ein überdachtes Atrium als kommunikativer Mittelpunkt. Über eine zentrale Treppe gelangen die Nutzer in die vier Obergeschosse, auf denen über umlaufende Galerien die Freihandbereiche erreichbar sind.

Rund um die Galerien sind für einen ersten schnellen Einblick in die Medien so genannte Anlese- oder Sofortarbeitsplätze angeordnet, die eigentlichen Arbeitsplätze sind ruhiger und heller nach außen zur Fassade hin gelegen. Die Buchmagazine und eine Tiefgarage sind in zwei unterirdischen Geschossen sowie im Hanggeschoss untergebracht. Die Kosten für den im Januar 2009 begonnen ULB-Neubau belaufen sich auf 73,8 Millionen Euro, die aus dem Baubudget der TU Darmstadt im Rahmen des HEUREKA-Programms der hessischen Landesregierung finanziert wurden.

Die Darmstädter Universitäts- und Landesbibliothek

Die Darmstädter ULB verfügt an verschiedenen Standorten über mehr als 5,5 Millionen Medien, darunter rund 2,45 Millionen Bücher und Zeitschriften sowie 500.000 elektronische Medien. Sie dient in erster Linie der Forschung und der Lehre an der TU Darmstadt und versteht sich dabei als universitäres Dienstleistungszentrum der Informationsversorgung und zugleich als Lern- und Arbeitsort.

Außerdem nimmt die ULB die Funktion einer Landesbibliothek wahr: Sie dient der regionalen Informationsversorgung, sammelt das regionale Schrifttum und erbringt Dienstleistungen für die Wirtschaft und die übrigen Hochschulen und Bibliotheken der Region. Mit ihrer fast 450-jährigen Tradition und ihren historischen und für die Forschung relevanten Altbeständen reicht die Bedeutung der Bibliothek weit über die Region hinaus.

Zum Weiterlesen:

Der Neubau der Universitäts- und Landesbibliothek: Hintergründe, Zahlen und Fakten, Bilder

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