Auf Wolke Sieben

26.11.2012

Auf Wolke Sieben

Prof. Mira Mezini erhält ERC Advanced Grant in Höhe von 2,3 Millionen Euro

Die Darmstädter Informatik-Professorin Mira Mezini wird vom Europäischen Forschungsrat (ERC) mit der höchstdotierten Forschungsförderung der Europäischen Union ausgezeichnet. Der ERC gewährt Mezini einen „Advanced Grant“ in Höhe von 2,3 Millionen Euro. Mit dem Fördergeld will sie die Grundlagen der Software-Programmierung fit machen für die Cloud.

Prof. Dr. Mira Mezini, Leiterin des Fachgebiets Softwaretechnik an der TU Darmstadt. Bild: Miguel Hahn
Prof. Mira Mezini erhält als erste deutsche Informatikerin einen ERC Advanced Grant. Bild: Miguel Hahn

Die von der Europäischen Union 2007 erstmals ausgeschriebenen ERC-Grants sind Forschungsförderung und Auszeichnung zugleich: Bewertet werden zu gleichen Teilen die Exzellenz der Forscher und die Qualität des aktuellen Antrags. Die ausgezeichneten Wissenschaftler erhalten hohe Fördermittel für bahnbrechende Projekte in der Grundlagenforschung ihres Fachgebiets.

Mit den bewilligten 2,3 Millionen Euro will Professorin Mezini grundlegend neue Programmierkonzepte erforschen, die den Herausforderungen der neuen Realitäten des „Rechnen in der Cloud“ gewachsen sind. „Der Umgang mit prinzipiell unbegrenzter Rechenleistung und unbegrenzter Speicherkapazität für Daten in der Cloud sowie die Vision von Software, die in der Cloud als ein gemeinsam genutzter, aber dennoch den individuellen Bedürfnissen vieler Nutzern anpassbarer Dienst zur Verfügung steht, stellt die Software-Programmierung vor völlig neue Herausforderungen“, erklärt Mezini.

Neue Mechanismen und Strukturen in der Software-Programmierung

„Um zum Beispiel die schiere Menge der Daten und Ereignisse und deren Beziehungen modellieren und verarbeiten zu können, benötigen wir in der Software-Programmierung völlig neue Mechanismen und Strukturen. Andernfalls werden die Komplexität der Software-Systeme und deren Entwicklung und Wartung nicht mehr handhabbar – mit schwerwiegenden Konsequenzen für die Stabilität von Software-Systemen und deren Anfälligkeit für Fehler und Sicherheitslücken“, so Mezini.

Im Rahmen ihres PACE (Programming Abstractions for Applications in Cloud Environments) genannten Projekts wird Mezini ihre Forschergruppe um ein insgesamt siebenköpfiges Team ausbauen, das sowohl die theoretischen Grundlagen erarbeiten als auch Prototypen der neuen Programmierkonzepte erstellen und evaluieren wird.

Expertin für Softwareentwicklung und Programmiersprachen

Prof. Dr. Mira Mezini, Leiterin des Fachgebiets Softwaretechnik an der TU Darmstadt. Bild: Mira Mezini
Prof. Mira Mezini leitet seit dem Jahr 2000 das Fachgebiet Softwaretechnik an der TU Darmstadt. Bild: Miguel Hahn

Die 45-jährige Mira Mezini studierte Informatik an der Universität Tirana (Albanien) und promovierte 1997 an der Universität Siegen. Nach drei Jahren an der Northeastern University in Boston (USA) forscht und lehrt Mezini seit dem Jahr 2000 an der TU Darmstadt, wo sie das Fachgebiet Softwaretechnik leitet. Sie ist zudem Direktoriumsmitglied und Leiterin der Graduiertenschule am Center for Advanced Security Research (CASED) in Darmstadt sowie Direktoriumsmitglied des European Center for Security and Privacy by Design an der TU Darmstadt.

Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Programmiersprachen, intelligente Software-Entwicklungsumgebungen, modulare Software-Architekturen sowie Software-Sicherheit. In den Jahren 2005 und 2006 wurde Mezini mit dem IBM Eclipse Innovation Award ausgezeichnet. Mit dem ERC Advanced Grant, den Mezini als erste deutsche Informatikerin erhält, gehört sie zur Forscher-Elite ihres Fachs: Vor ihr haben erst drei deutsche Informatiker einen Advanced Grant erhalten. Der Advanced Grant des ERC ist auf europäischer Ebene mit dem renommierten Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft vergleichbar, dem höchstdotierten deutschen Förderpreis.

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