Mit Chemie gegen den Weltuntergang

21.12.2012

Mit Chemie gegen den Weltuntergang

Experimentalvorlesung begeistert mit optischen und akustischen Effekten

Ein echter Geheimtipp: Mit der traditionellen Weihnachtsvorlesung ließ der Fachbereich Chemie das Jahr ausklingen. Das diesjährige Motto nahm Bezug auf den vielzitierten Maya-Kalender – und so gingen die Veranstalter der Frage nach, wie Chemie den Weltuntergang verhindern kann.

Ein Chemiker taucht eine große Magnesiumkugel in ein Aquarium. Bild: Felipe Fernandes
Die „Unterwassersonne“ wird in ein Aquarium getaucht. Bild: Felipe Fernandes

Geht die Welt am 21.12.2012 unter, oder sind das alles nur esoterische Hirngespinste? Die Zuhörer der diesjährigen „Chemie-Weihnachtsvorlesung“ wurden mit dieser existentiellen Frage konfrontiert – zumindestens die, die einen der begehrten Sitzplätze im Kekule-Hörsaal des Fachbereichs Chemie ergattert konnten.

Die Vorlesung ist ein echter Geheimtipp: Schon Wochen vorher liefen die Vorbereitungen zu der Chemie-Experimentalshow, die seit zehn Jahren von der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Michael Reggelin und von Dr. Reinhard Meusinger an der TU Darmstadt durchgeführt wird. Das Motto ändert sich jährlich, der Grundgedanke bleibt: Mit der Show wollen die Veranstalter die Studierenden auf die Weihnachtspause einstimmen.

Und dieses Jahr ging es wirklich ums Ganze, als sich die Veranstalter und ihre Helfer der Frage stellten: Wurde der Maya-Kalender richtig interpretiert – und bietet die Chemie noch eine Chance vor dem Weltuntergang? Oder ist das alles eine „Mischen impossible“?

Die Zuhörer erlebten wieder eine nicht ganz theorie- aber nahezu formelfreie und unkonventionelle Chemie-Vorlesung. Optische und akustische Effekte hielten die eng gedrängt sitzenden Zuschauer bei Laune. So gab es von selbst leuchtende Flüssigkeiten zu sehen, oder eine gleisende „Unterwassersonne“ – ein sehr hell strahlendes Experiment in einem Aquarium, das so nur von den Darmstädter Chemikern vorgeführt wird. Stellenweise wurde das Publikum von den Veranstaltern zum Mitmachen animiert.

BISS zur letzten Vorlesung und der DAvinci Code

Im Hörsaal wird ein spektakuläres Experiment vorgeführt. Bild: Felipe Fernandes
Es zischte und krachte. Bild: Felipe Fernandes

Bei der Wahl des Mottos geht es jedes Jahr kreativ zu: Beim letzten Mal wurde in einer Chemie(TV)show beschlossen „Wetten dass – es weiter geht“. 2010 mussten die Zuhörer „BISS zur letzten Vorlesung“ ausharren, um alles über die „Chemie der Vampire“ zu erfahren. 2009 sollten sie mit der „ungeladenen Raumpatrouille OrION“ die globale Erderwärmung aufhalten, 2008 „Eine sichere Anlage“ machen, 2007 den „DAvinci Code“ knacken und 2003 gar am Casting für den Wettbewerb „Darmstadt sucht den Superchemiker – DSDS“ teilnehmen.

Seit zwei Jahren experimentieren die Vollblutchemiker mit großem Erfolg auch unter freiem Himmel. Beispielsweise boten Sie beim letzten Heinerfest dem Darmstädter Publikum eine chemische Mitternachtsshow.

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