Die Wissenschaftsstadt stärken

23.01.2013

Die Wissenschaftsstadt stärken

TU-Präsident Prömel und Oberbürgermeister Partsch debattierten

Darmstadt als profilierter High-Tech-Standort und im Lebensalltag geprägt durch Internationalität und Studierende – diese Ziele sollte sich die Wissenschaftsstadt Darmstadt nach Ansicht von TU-Präsident Prof. Dr. Hans Jürgen Prömel in den nächsten Jahren verstärkt vornehmen. Mehrere hundert Zuhörer verfolgten am Dienstag (22. Januar) im Audimax der TU die „Stadt-Debatte“ zwischen Prömel und Oberbürgermeister Jochen Partsch.

TU-Präsident Hans Jürgen Prömel und Oberbürgermeister Jochen Partsch bei einer Podiumsdiskussion. Bild: Patrick Bal
Hightech-Standort, Energiewende und die Wissenschaftsstadt – Präsident Prömel debattiert mit Oberbürgermeister Partsch. Bild: Patrick Bal

„Die Verbundenheit und Verwobenheit zwischen der Stadt und der TU als ihre größte wissenschaftliche Institution ist so eng, dass man sie im Alltag quasi als selbstverständlich empfindet“, hob Oberbürgermeister Partsch in seinem Vortrag zum Thema „Die Wissenschaftsstadt und ihre Universität – eine Positionsbestimmung für 2020“ hervor.

Das Profil als „Wissenschaftsstadt“ mit rund 30 national wie international sichtbaren Einrichtungen wie Fraunhofer-Institute, ESOC oder das Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung sei „im kollektiven Selbstverständnis angekommen“, sagte Partsch unter Bezug auf die kommunale „Bürgerumfrage 2012“. „Werben wir weiter gemeinsam als Persönlichkeiten und Botschafter für die Wissenschaftsstadt“ – so wandte sich Partsch an den TU-Präsidenten und gleichzeitig indirekt an die zahlreichen Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft im Publikum. Der Oberbürgermeister kündigte als Zeichen, „wie wir nach außen wirken und nach innen binden können“, eine neue öffentliche Diskussionsreihe gemeinsam mit der renommierten Schader-Stiftung in Darmstadt an, die bereits mit der TU kooperiert.

Gute Architektur

Partsch lobte die dynamische bauliche Entwicklung der TU Darmstadt, die mit ihren Campi wichtige Quartiere in der Stadt „mit guter Architektur prägt“. Der Oberbürgermeister klammerte in der Diskussion das drängende Thema des äußerst knappen Wohnraums in Darmstadt nicht aus – er sei „äußerst unzufrieden“, dass die Verhandlungen mit dem Bund um die Umwidmung mehrerer früherer US-Militärareale nur sehr schleppend vorankämen.

Knapper Wohnraum

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Die TU Darmstadt fordert seit langem, dass ein Teil der Wohnanlagen auf einstigem US-Kasernengelände schnell als Wohnraum für Studierende bereitgestellt werden müsse. TU-Präsident Prömel („Wohnraum ist ein ungeheuer wichtiges Thema für uns“) verwies darauf, dass an der TU die Zahl der Studierenden in den vergangenen fünf Jahren um 56 Prozent, die der wissenschaftlichen Beschäftigten um 46 Prozent gestiegen sei. Darmstadt sei es wert, künftig verstärkt das Bild einer vielseitigen Studierendenstadt zu zeichnen.

Gleichzeitig wolle die Universität mit aktuell 4000 Studierenden und 400 Wissenschaftlern aus dem Ausland die Internationalisierung („Wissenschaft ist per se lupenrein international“) vorantreiben, so Prömel. „Ich wünsche mir deshalb Darmstadt als eine offene Stadt, die Menschen aus dem Ausland anzieht, integriert und besondere Services anbietet“. Dem stimmte OB Partsch uneingeschränkt zu: Eine „Willkommens-Kultur“ für internationale Studierende, Wissenschaftler und Fachkräfte für Unternehmen etwa auf der Basis eines „Bürgerbüros“ oder der Ausländerbehörde sei „dringend notwendig“.

Kompetenz für die Energiewende

Schließlich mahnte Präsident Prömel an, dass Darmstadt „als High-Tech-Standort noch nicht genügend wahrgenommen wird. Das muss noch geschärft und ausgebaut werden.“ Oberbürgermeister Partsch betonte das Ziel, die Stadt, die sich durch Branchen wie Chemie, Pharma, IT, Mechatronik, Umwelt- und Energietechnologien und Satellitennavigation auszeichne, zu einer „nachhaltigen Green City“ umzubauen und Antworten auf große Zukunfts-Herausforderungen wie Energieversorgung und Verkehr zu geben. Die Technische Universität wie eine Reihe weiterer wissenschaftlicher Institutionen in Darmstadt böten hierzu „hervorragende Bedingungen“ und „herausragende Lösungskompetenzen“.

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