Guter Start für Psychologie in IT

01.02.2013

Guter Start für Psychologie in IT

Menschliches Verhalten und Erleben technisch messen und modellieren

Die Fachbereiche Humanwissenschaften und Informatik haben im Wintersemester 2012/13 erstmals den deutschlandweit einzigartigen, zulassungsbeschränkten Bachelorstudiengang Psychologie in IT angeboten. Etwa 200 Bewerbungen hatte es für die 30 Plätze gegeben, der Numerus clausus lag bei 1,8.

Die Studierenden und Katja Lange, die den neuen Studiengang mit entwickelt hat, mit altem und neuem Polygrafen, mit dem u. a. Hirnströme gemessen werden. Bild: TU Darmstadt/Joachim Vogt
Die Studierenden und Katja Lange, die den neuen Studiengang mit entwickelt hat, mit altem und neuem Polygrafen, mit dem u. a. Hirnströme gemessen werden. Bild: TU Darmstadt/Joachim Vogt

Der Studiengang vermittelt die notwendigen Grundlagen aus Psychologie und Informatik, um die Studierenden in die Lage zu versetzen, beide Gebiete interdisziplinär zu verschränken. Dies bezieht sich sowohl auf die verwendeten Methoden als auch auf den inhaltlichen Schwerpunkt der Informationsverarbeitung des Menschen sowie der technischen Systeme, mit denen er interagiert.

So lernte der erste Studienjahrgang Polygrafen kennen, mit denen seit den 1920er Jahren Messungen an Menschen durchgeführt werden. Aus Frequenzen und Amplituden von Gehirnströmen oder Herzschlägen, Reaktionszeiten und Blickbewegungen lassen sich Rückschlüsse auf Informationsverarbeitungsprozesse und emotionale Zustände des Menschen ziehen.

Die schrankgroßen Polygrafen wurden in der Forschung mittlerweile durch mobile Geräte ersetzt. Für die Lehre aber sind die alten Polygrafen sehr nützlich, weil die Informationsverarbeitung in diesem technischen System sehr anschaulich, begreif- und verstehbar ist.

Ziele des neuen Studiengangs sind unter anderem die Vermittlung einer breiten Basis an Theorien, Modellen, Konzepten und wissenschaftlichen Methoden der Psychologie und der Informatik, der Erwerb von Kenntnissen und Fähigkeiten des methodischen Vorgehens bei der Modellierung und Realisierung von Softwaresystemen für erlebens- und verhaltensrelevante Problemstellungen, das Erlernen der Fähigkeit zur Erstellung und Anwendung strukturierter, intelligenter Problemlösungsstrategien sowie deren Umsetzung in der Form von Computerprogrammen. Zum Wintersemester 2015/16 startet voraussichtlich der konsekutive Masterstudiengang Psychologie in IT (M.Sc.).

Student Lukas Großberger im Gespräch

Warum haben Sie sich für den neuen Studiengang eingeschrieben?

Ich bin schon gefragt worden, wo genau der Unterschied zu einem Joint Bachelor bestehe und die Vorteile lägen, denn einen so jungen und recht kleinen Studiengang zu belegen ist immer auch riskant. Aber „Psychologie in IT “ ist die Steigerung der losen Kombination zweier Fachrichtungen. Informatik und Psychologie werden miteinander vernetzt und heraus kommt eine Mischung, die vielfältiger und interessanter ist als einer der beiden Studiengänge für sich selbst sein könnte. Es gibt viele, sehr spannende Tätigkeitsbereiche wie Prothetik, künstliche Intelligenz oder E-Learning.

Mit der Vernetzung der Fachbereiche gibt es ja noch kaum Erfahrungen. Haben sich Ihre Hoffnungen bislang bestätigt?

Ja. Wir haben in der ersten Hälfte des Semesters eine Ringvorlesung gehört, in der Berufs- und Forschungsfelder aus Sicht der Psychologie und von Vertretern unterschiedlicher Institute aufgezeigt wurden. Als Nächstes werden IT-Experten Aspekte der Psychologie in ihrem Fachbereich vorstellen. Aber schon die ersten Vorlesungen haben mir gezeigt, dass ich mich richtig entschieden habe.

Wie wollen Sie weitermachen nach dem Bachelorstudium?

Aus heutiger Sicht möchte ich ein Masterstudium anschließen, aber das hängt natürlich auch davon ab, wie das Studium weiter verläuft. Der Masterstudiengang ist zwar noch nicht akkreditiert, aber das ist ja für uns Studierende auch die Chance, womöglich die Strukturierung mit zu gestalten und Einfluss zu nehmen. Wir haben ja jetzt schon die Möglichkeit, organisatorische und fachliche Vorschläge auch im Bachelorstudium einzubringen und treffen bei den Professoren auf offene Ohren.

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