Privatsphäre schützen und Spionage entlarven

12.03.2013

Privatsphäre schützen und Spionage entlarven

Zwei Google-Awards für Informatiker der TU Darmstadt

Als einzige deutsche Universität hat die TU Darmstadt zusammen mit Partneruniversitäten im Februar 2013 gleich zwei Google Faculty Research Awards erhalten. Mit insgesamt über 150.000 US-Dollar fördert Google zwei vielversprechende IT-Sicherheitsprojekte des Fachbereichs Informatik.

Symbolbild: Rotes Ampelzeichen über Facebook-Startseite. Copyright: Paul Glogowski
Stop: Informatiker machen es Nutzerinnen und Nutzern einfach, ihre Privatsphäre zu schützen. Bild: Paul Glogowski

Prof. Dr. Michael Waidner überzeugte mit der geplanten Entwicklung eines Verfahrens, das den Privatsphärenschutz in sozialen Online-Netzwerken verbessern soll. Außerdem setzte sich Dr. Eric Bodden mit einem Projekt zur Erkennung von Spionage-Apps auf Smartphones durch.

Für ihr Projekt „Reflective Socio-Technical Approach“ gewann das Team von Informatikprofessor Michael Waidner, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie und Direktor des Kompetenzzentrums für IT-Sicherheit EC SPRIDE, zusammen mit der Goethe-Universität Frankfurt am Main einen Award im Gesamtwert von 102.000 US-Dollar.

Mehr Privatsphäre in Sozialen Online-Netzwerken

Manfred Faßler, Professor für Soziologie an der Goethe-Universität, leitet das Projekt. Darin wollen die Darmstädter Informatiker mit Frankfurter Medienforschern ein neues Verfahren zur Sammlung und Auswertung von Daten entwickeln, mit deren Hilfe sich nutzerfreundliche Privatsphären-Werkzeuge in sozialen Online-Netzwerken entwickeln lassen. Dazu erheben die Forscher mit einer eigens erstellten Analyse-Software Nutzungsdaten und kombinieren diese mit Ergebnissen aus Nutzerbefragungen.

Im Gegensatz zu bisherigen Studien wollen die Forscher so nicht nur Schwachstellen im Privatsphärenschutzmanagement aufzeigen, sondern auch konkrete Unterstützung für das Design wirkungsvoller Privatsphären-Werkzeuge erarbeiten.

Spionage-Apps wirksam erkennen

Zwei Hände halten verschiedene Handymodelle in die Kamera. Bild: Fraunhofer SIT
Handys kommunizieren über Apps, das macht Spionage einfach. Eine neue Software kann das verhindern. Bild: Fraunhofer SIT

Den zweiten Förderpreis erhielt Dr. Eric Bodden, Leiter der EC-SPRIDE-Forschungsgruppe Secure Software Engineering, zusammen mit Wissenschaftlern der amerikanischen Penn State University und der Universität Luxemburg. Die Forscher entwickeln eine Software, die auf einer Art Karte detailliert grafisch aufzeigt, wie Android Apps untereinander kommunizieren.

Betrügerische oder unbeabsichtigte Kommunikationsmuster können mithilfe dieser Karte schnell und effizient aufgedeckt werden. Bisherige Analysewerkzeuge erkennen nicht, ob Apps mit individuellen Teilberechtigungen zusammenarbeiten oder ob sie Zugriffsrechte von seriösen Apps auf dem Smartphone für eigene Zwecke missbrauchen.

Durch die neue Analyse könnten App-Stores wie der Google Play Store die schädlichen Apps zukünftig schneller und effizienter aus ihrem Angebot entfernen. Das Projekt mit Titel „Plotting a Map of Android Inter-App Communication“ wird von Google mit insgesamt 50.000 US-Dollar unterstützt.

Vielversprechende Informatik-Forschungsprojekt fördern

Google vergibt zweimal im Jahr etwa 100 Google Faculty Awards, um vielversprechende Forschungsprojekte im Bereich der Informatik zu fördern. Für die aktuelle Vergaberunde gab es 600 Einreichungen aus 46 Ländern, 102 davon waren erfolgreich. Die TU Darmstadt war in dieser Runde auch die einzige deutsche Universität, die Förderung für zwei Forschungsprojekte im Bereich IT-Sicherheit und Privatsphäre erhält.

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