Fabriken für Individualisten

18.12.2013

Fabriken für Individualisten

Neue Forschungsansätze aus dem Fachbereich Maschinenbau

In Zukunft wird individuelle Massenproduktion für praktisch alle Produkte möglich sein. Forscher des Fachbereichs Maschinenbaus der TU Darmstadt denken gemeinsam mit der Industrie darüber nach, wie die Fabrik von morgen Produkte für individuelle Bedürfnisse produzieren kann – zum selben Preis wie für Standardprodukte.

Ein Forscher steuert eine Figur in einer Computersimulation mit seinem Körper. Bild: Katrin Binner
SmartF-IT: Produktionssteuerung über Gesten. Bild: Katrin Binner

Am Fachgebiet Datenverarbeitung in der Konstruktion (DiK) arbeitet Professor Reiner Anderl gemeinsam mit den Kollegen vom Institut für Arbeitswissenschaft (IAD) der TU Darmstadt an den Software-Werkzeugen für eine intelligente Fabrik. Seine Forschungen sind eingebunden in das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanzierte Verbundprojekt der „Smart Factory-IT“ (SmartF-IT) – und das wiederum ist Bestandteil der Hightech-Strategie der Bundesregierung, die der deutschen Wirtschaft mit der Umsetzung der IT-gesteuerten „Industrie 4.0“ einen Wettbewerbsvorteil verschaffen möchte.

Die Smart Factory basiert auf zwei wesentlichen Innovationen: Das sind zum einen neuartige Systeme, die Elemente des Maschinenbaus, der Elektrotechnik und der Informations- und Kommunikationstechnologien miteinander kombinieren – sogenannte cyber-physische Systeme (CPS). Damit können Werkstücke nicht nur über RFID-Funketiketten oder auch Sensoren mit den sie bearbeitenden Maschinen kommunizieren, sie sind zudem über eine Software mit dem Internet verbunden.

Eigene Internetadresse für jedes Bauteil

Praktisch umsetzbar wird SmartF-IT zum zweiten dank der Umstellung auf die neue Internet Protokoll Version 6 (IPv6). „Wir haben nun Internetadressen in unvorstellbaren Mengen zur Verfügung – etwa 34 Billionen Quadrillionen“, rechnet Anderl vor. „Da kann jedes beliebige Bauteil weltweit eine eigene Internetadresse erhalten – zeitlich unbegrenzt.“ Über diese Adressen sollen künftig Informationen zu jedem Produkt gespeichert werden, zum Beispiel 3D-Modelle oder auch verwendete Materialien, so dass sich die Bauteile selbst identifizieren und miteinander vergleichen können.

„Dank seiner webfähigen Sensoren kann das Produkt künftig seine Fertigung selbst steuern. Es weiß nicht nur, welches Bauteil es ist und wie es hergestellt wird, sondern es weiß auch zu jedem Zeitpunkt der Produktion, wie weit es gefertigt ist, welche Maschine es als nächstes benötigt und ob diese auch verfügbar ist. Sollte eine Maschine defekt sein, leitet es eine Warnmeldung an den die Produktion überwachenden Mitarbeiter weiter“, beschreibt Anderl die Fabrik von morgen.

Lesen Sie die ausführliche Fassung in der hoch³ FORSCHEN [zur hoch³ FORSCHEN 4 / 2013]

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