Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis für Andreas Dreizler

14.03.2014

Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis für Andreas Dreizler

Preisverleihung in Berlin und Empfang in Darmstadt

Andreas Dreizler, Professor für Maschinenbau an der TU Darmstadt, wurde mit einem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis 2014 der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ausgezeichnet. Der Preis würdigt Dreizlers Verdienste auf dem Gebiet der laserdiagnostischen Verbrennungsforschung.

TU-Präsident Hans Jürgen Prömel überreicht Prof. Andreas Dreizler einen Blumenstrauß. Bild: Claus Völker
TU-Präsident Hans Jürgen Prömel (li.) gratuliert dem frisch gekürten Leibniz-Preisträger Prof. Andreas Dreizler. Bild: Claus Völker

Die diesjährigen Gottfried Wilhelm-Leibniz-Preise wurden am 12. März 2014 in Berlin verliehen. Im Rahmen der Feier in der Berlin-Brandenburgsichen Akademie der Wissenschaften wurden insgesamt elf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgezeichnet.

Dreizler teilt sich den Preis mit Professor Christof Schulz von der Universität Duisburg-Essen, mit dem er einander ergänzende, teilweise auch gemeinsam publizierte Beiträge zum selben Forschungsgebiet leistete. Die Auszeichnung für Professor Dreizler ist mit einem Preisgeld in Höhe von 1,25 Millionen Euro verbunden.

Der hessische Wissenschaftsminister Boris Rhein gratulierte dem Verbrennungsforscher zum Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis 2014: „Wir können stolz sein, dass ein weltweit führender Wissenschaftler wie Professor Dr. Andreas Dreizler an der TU Darmstadt lehrt und zudem grundlegende Forschung und experimentelle Beiträge im Bereich der Verbrennungsprozesse leistet. Dreizlers Messverfahren und Ergebnisse nutzen Forscher weltweit zur Verbesserung von Verbrennungsmodellen, um diese umweltfreundlicher und Ressourcen schonender auszurichten.“

Einen Tag nach der Verleihung in Berlin hieß die TU Darmstadt ihren Leibniz-Preisträger mit einem Empfang im Georg-Christoph-Lichtenberg-Haus willkommen. TU-Präsident Hans Jürgen Prömel beglückwünschte den frisch gekürten Preisträger zum wichtigsten und höchstdotierten Forschungspreis in Deutschland: „Die Technische Universität Darmstadt ist sehr stolz, dass sie nun einen weiteren Leibniz-Preisträger in ihren Reihen hat.“ Prömel betonte, dass von den bisher mit dem Preis ausgezeichneten 346 Forscherinnen und Forschern nur zehn wie Professor Dreizler aus dem Maschinenbau kamen.

Grundlegende und Bahn brechende Arbeiten

Bild: David Ausserhofer / DFG
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Die Verleihung in Berlin und der Empfang in Darmstadt [Klicken Sie zum Start der Fotostrecke auf das Bild]

Andreas Dreizler leitet im Fachbereich Maschinenbau das Fachgebiet Reaktive Strömungen und Messtechnik am Center of Smart Interfaces der TU Darmstadt. Er gilt als Senkrechtstarter in den einschlägigen Wissenschafts-Kreisen. In den vergangenen Jahren legte Dreizler grundlegende und Bahn brechende Arbeiten zum detaillierten Verständnis von gekoppelten physikalisch-chemischen Prozessen in turbulenten Flammen vor.

Dreizler studierte Physik in Kiel und Heidelberg, promovierte in Heidelberg und habilitierte sich im Jahr 2002 an der TU Darmstadt im Fachgebiet Energie- und Kraftwerkstechnik. Im selben Jahr erhielt er den Adolf-Messer Preis. 2008 nahm er einen Ruf auf eine Professor an der TU Darmstadt an. 2012 wurde er mit dem erstmals vergebenen Fritz- und Margot-Faudi-Stiftungspreis geehrt.

National und international gilt Dreizler als sehr eng vernetzt und publiziert zahlreich mit Fachkollegen aus dem In- und Ausland. Aufgrund seiner hohen internationalen Anerkennung kommen jährlich Wissenschaftler zu gemeinsamen Forschungstätigkeiten in sein Labor (etwa aus Cambridge, IIT Madras, Lund, Delft, Paris, Sandia National Labs, DLR Stuttgart).

Experimentell orientierte Verbrennungsforschung

Dreizlers Verbrennungsforschung ist experimentell geprägt. Seine Themenschwerpunkte sind neue laserdiagnostische Analysemethoden etwa zur Messung von Wandtemperaturen von Bauelementen der Automobilindustrie, die umfangreiche experimentelle Charakterisierung turbulenter Verbrennungsprozesse, um diese umweltfreundlicher und Ressourcen schonender auszurichten, sowie das bessere Verständnis von Mechanismen der Turbulenz-Chemie-Interaktion, um komplexe Prozesse wie etwa Zündprozesse, Flammenrückschlag oder zyklische Schwankungen in Motoren zu analysieren.

An der TU Darmstadt ist Dreizler maßgeblich an den Transregio Sonderforschungsbereichen „Oxyflame“ und „Tropfendynamische Prozesse“ sowie an DFG-Graduiertenkollegs beteiligt.

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